Orsted Aktie: Heikle Gemengelage
Der dänische Energiekonzern Orsted kämpft vor US-Gerichten um ein fast fertiges Offshore-Projekt, während ein Teilverkauf in Großbritannien die Liquidität stärkt.

- Klage gegen US-Stopp für fast fertiges Windprojekt
- Tägliche Millionenschäden durch Baustopp in den USA
- Teilverkauf von Hornsea 3 an Apollo abgeschlossen
- Aktie nach Verlusten in Seitwärtsbewegung
Orsted steht vor einer entscheidenden Woche: In den USA zieht der dänische Energiekonzern vor Gericht, um ein fast fertiggestelltes Offshore-Projekt zu retten, zugleich meldet das Unternehmen in Großbritannien den Abschluss eines wichtigen Verkaufs. An der Börse überwiegt heute der Druck, die Aktie notiert in Kopenhagen bei 128,25 DKK und liegt rund 0,8 % im Minus. Der Markt bewertet damit eine Mischung aus politischem Risiko in den USA und Fortschritten beim Liquiditätsmanagement in Europa.
Worum geht es konkret?
- Formale Klage gegen die US-Regierung wegen „Stop-Work“-Anordnung
- Revolution Wind (704 MW) zu 87 % fertig, täglich hohe Verluste durch Baustopp
- Hornsea 3: Verkauf von 50 % an Apollo-Fonds abgeschlossen
- Trailing-Twelve-Month-Nettoverlust bei rund 902 Mio. DKK
- Aktie nach Kursrutsch im Dezember in einer Konsolidierungsphase
Rechtsstreit um Revolution Wind
Im Zentrum der aktuellen Unsicherheit steht Orsteds Klage gegen die US-Bundesregierung. Gemeinsam mit Partnern wie Skyborn Renewables und Equinor geht das Unternehmen gegen eine am 22. Dezember 2025 vom Innenministerium verhängte „Stop-Work“-Anordnung vor. Diese betrifft insgesamt fünf große Offshore-Windprojekte an der US-Ostküste und damit knapp 6 GW Kapazität.
Für Orsted ist insbesondere Revolution Wind kritisch. Laut Gerichtsunterlagen aus Januar 2026 ist der Offshore-Windpark vor Rhode Island zu rund 87 % fertiggestellt. 58 von 65 Turbinen sind bereits installiert, der Start der Stromproduktion war für Januar 2026 vorgesehen.
Die US-Regierung begründet die Aussetzung mit geheim eingestuften „nationalen Sicherheits“-Bedenken, insbesondere möglichen Störungen von Radarsystemen. Orsted führt dagegen an, dass allein bei Revolution Wind tägliche Verluste von etwa 1,44 Mio. US-Dollar anfallen. Insgesamt wurden in das Projekt bereits über 5 Mrd. US-Dollar investiert.
Rückendeckung erhofft sich das Unternehmen von einem Präzedenzfall: Eine ähnliche Suspendierung im August 2025 war im September von einem Bundesrichter kassiert worden, der sie als „willkürlich“ eingestuft hatte. Auf dieser Basis strebt Orsted nun eine einstweilige Verfügung an, um die Bauarbeiten wieder aufnehmen und das Projekt in Betrieb nehmen zu können.
Hornsea 3 stärkt Liquidität
Parallel zum US-Konflikt meldete Orsted am 5. Januar 2026 einen wichtigen Fortschritt bei der Finanzierung. Der Verkauf eines 50%-Anteils am britischen Offshore-Windpark Hornsea 3 an von Apollo verwaltete Fonds ist abgeschlossen. Die Transaktion war ursprünglich im November 2025 angekündigt worden.
Der Teilverkauf ist ein zentrales Element von Orsteds Farm-Down-Strategie. Ziel ist es, gebundenes Kapital aus reifen Projekten freizusetzen und die Bilanz zu stabilisieren. Vor dem Hintergrund eines Trailing-Twelve-Month-Nettoverlusts von rund 902 Mio. DKK kommt den Mittelzuflüssen aus dem Hornsea-Deal besondere Bedeutung zu.
An der Börse zeigt sich die Belastung der vergangenen Wochen deutlich: Nach der ersten Nachricht über die Projekt-Suspendierung in den USA Ende Dezember verlor die Aktie kurzfristig etwa 13 %. Inzwischen hat sich der Kurs etwas gefangen und bewegt sich in einer volatilen Seitwärtsphase, während der Rechtsstreit in die nächste Runde geht.
Ausblick: Gerichtsurteil als nächster Impuls
Für die kurzfristige Einschätzung ist die nächste Entscheidung eines US-Bundesgerichts der zentrale Punkt. Das Urteil über den Antrag auf eine einstweilige Verfügung zur Aufhebung des Baustopps ist der nächste wesentliche Kurstreiber. Ein stattgegebener Antrag würde Orsted ermöglichen, Revolution Wind fertigzustellen und die täglichen Verluste spürbar zu reduzieren.
Kommt es dagegen zu einer längeren Unterbrechung, droht eine Verschiebung der Inbetriebnahme über das Jahr 2026 hinaus – mit entsprechendem Risiko zusätzlicher Wertberichtigungen.
Im unmittelbaren Zeitraum verschafft der abgeschlossene Hornsea-3-Verkauf Orsted eine wichtige Liquiditätspuffer. Zugleich bleibt der US-Portfolioanteil stark von regulatorischen Entscheidungen abhängig, sodass Kursreaktionen in den kommenden Tagen vor allem von Schlagzeilen aus den Gerichten in Washington D.C. geprägt sein dürften.
Orsted-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Orsted-Analyse vom 7. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Orsted-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Orsted-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Orsted: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




