Orsted Aktie: Klage gegen US-Regierung

Der dänische Windkraftkonzern Orsted zieht gegen den Baustopp für sein fast fertiges US-Projekt 'Revolution Wind' vor Gericht. Die Aktie reagierte positiv, doch der politische Druck aus Washington bleibt hoch.

Die Kernpunkte:
  • Klage gegen US-Regierung nach Projektstopp
  • Windpark zu 87 Prozent bereits fertiggestellt
  • Aktienkurs springt nach Klageeinreichung
  • Urteil in den kommenden Wochen erwartet

Orsted geht in die Offensive. Nachdem die US-Regierung das Vorzeigeprojekt “Revolution Wind” kurz vor Fertigstellung stoppte, haben die Dänen nun Klage eingereicht. Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kurssprung von über 4 Prozent auf 128 Dänische Kronen – doch können die Gerichte den politischen Druck aus Washington brechen?

Kampf um ein fast fertiges Projekt

Der Kern des Konflikts liegt vor der Küste von Rhode Island und Connecticut. Orsted und der Joint-Venture-Partner Skyborn Renewables haben beim Bezirksgericht in Washington D.C. eine einstweilige Verfügung beantragt. Sie richtet sich gegen die Anordnung der Trump-Administration vom 22. Dezember, die sämtliche Arbeiten an dem 704-Megawatt-Windpark untersagte. Die Behörden begründeten den Schritt mit “nationalen Sicherheitsbedenken” bezüglich möglicher Radarstörungen.

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Das Management von Orsted bezeichnet den Stopp als willkürlich und rechtswidrig. Besonders brisant ist der fortgeschrittene Status des 5-Milliarden-Dollar-Projekts: Die Anlage ist zu rund 87 Prozent fertiggestellt. Von den geplanten 65 Windturbinen sind bereits 58 installiert, alle Exportkabel wurden verlegt. Ein dauerhafter Baustopp würde Milliarden an Kapital vernichten, nur Wochen bevor die kommerzielle Stromerzeugung starten sollte.

Politischer Gegenwind belastet

Die juristische Gegenwehr sorgte am Markt für Erleichterung, da sie die Angst vor einem kampflosen Totalverlust milderte. Das Handelsvolumen zog am Freitag deutlich an. Dennoch bleibt das Umfeld toxisch: Seit der Wiederwahl von Donald Trump sieht sich der Offshore-Windsektor zunehmender regulatorischer Feindseligkeit ausgesetzt. Der Stopp im Dezember war bereits die zweite Intervention gegen “Revolution Wind” innerhalb von sechs Monaten.

Die Aktie hat unter diesen politischen Unsicherheiten massiv gelitten und verlor im Verlauf des Jahres 2025 rund 30 bis 40 Prozent an Wert. Investoren preisten zuletzt vermehrt ein Szenario ein, in dem das US-Portfolio weitgehend abgeschrieben werden muss. Dass es sich bei “Revolution Wind” um eine fast fertige Infrastruktur handelt, die zuvor alle Genehmigungsverfahren durchlaufen hat, unterscheidet den Fall jedoch von Projekten in der frühen Planungsphase.

Gerichtsurteil in Kürze erwartet

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Entscheidung des US-Bezirksgerichts über die einstweilige Verfügung, die in den kommenden Wochen erwartet wird. Ein Urteil zugunsten von Orsted würde die Wiederaufnahme der Bauarbeiten erlauben und eine Inbetriebnahme bis Mitte 2026 ermöglichen. Sollte das Gericht jedoch den Regierungsstopp bestätigen, drohen weitere Wertberichtigungen und eine erhebliche Belastung der Bilanz. Der Ausgang dieses Verfahrens gilt als richtungsweisend für die gesamte Branche unter der aktuellen US-Administration.

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