Ottobock Aktie: 15 Prozent Plus in 30 Tagen

Ottobock präsentiert sich Investoren in Kanada und treibt Portfolio-Schärfung voran. Übernahme von Fesia Technology und Verkauf der Rollstuhlsparte prägen die Neuausrichtung.

Die Kernpunkte:
  • Roadshow in Toronto und Montreal
  • Übernahme von Fesia Technology
  • Verkauf der Rollstuhlsparte geplant
  • KI-Kooperation mit Microsoft gestartet

Der Medizintechnikkonzern Ottobock rückt vor der Veröffentlichung seiner Halbjahreszahlen am kommenden Donnerstag verstärkt in den Fokus der Anleger. In Vorbereitung auf den Bericht für das erste Halbjahr präsentierte das Management seine Strategie am Mittwoch und am gestrigen Donnerstag in Kanada. Die Roadshow führte das Team in die Finanzzentren Toronto und Montreal. Es ist einer der ersten großen Auftritte vor internationalen Investoren nach dem Börsengang im vergangenen Herbst.

Konzentration auf das Kerngeschäft

Im Zentrum der aktuellen Unternehmensentwicklung steht eine Schärfung des Portfolios. Am 7. Juli gab Ottobock die Übernahme des spanischen Unternehmens Fesia Technology bekannt. Die Akquisition soll den Bereich der Neuro-Orthotik stärken, da das Zielunternehmen auf Systeme zur Stimulation gelähmter Muskeln spezialisiert ist. Dieser Schritt folgt auf die Entscheidung vom 19. Juni, die Rollstuhlsparte „Human Mobility“ vollständig an das Unternehmen DHCare zu veräußern.

Der Vollzug dieses Verkaufs wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Er markiert die Abkehr vom klassischen Mobilitätssektor hin zu hochtechnologischen Prothetik-Lösungen. Parallel dazu treibt das Unternehmen technologische Kooperationen voran. Seit dem 22. Juli arbeitet Ottobock mit Microsoft zusammen, um eine KI-basierte Bilddatenbank aufzubauen. Damit soll die Darstellung von Menschen mit Prothesen in digitalen Modellen realistischer gestaltet werden.

Kursdynamik und operative Kennzahlen

An der Börse zeigt die Aktie zuletzt eine deutliche Erholungstendenz. Im vorbörslichen Handel notiert der Wert bei 57,30 Euro. Damit verzeichnet das Papier auf Sicht der letzten 30 Tage ein Plus von 15,06 Prozent. Trotz dieser kurzfristigen Dynamik liegt der Kurs mit einem Abstand von 25,05 Prozent noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch vom November des Vorjahres.

Die operativen Zahlen des ersten Quartals stützen die Erwartungen für den kommenden Zwischenbericht. Medienberichten zufolge steigerte Ottobock den Kernumsatz in den ersten drei Monaten des Jahres organisch um 5,1 Prozent auf 378,4 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA kletterte um 11,8 Prozent auf 84,3 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die Geschäftsführung weiterhin mit einem Umsatzwachstum zwischen fünf und acht Prozent. Die angestrebte EBITDA-Marge liegt bei über 26,5 Prozent.

Vertrauen der Führungsebene

Das Vertrauen in die langfristige Strategie unterstrich CEO Oliver Jakobi bereits im Frühjahr durch eigene Investitionen. Ende März erwarb der Vorstandschef 1.000 Aktien zum Preis von 53,05 Euro pro Stück. Auf der ersten ordentlichen Hauptversammlung nach der Erstnotiz wurde zudem eine Dividende von 0,97 Euro je Aktie für das vergangene Geschäftsjahr beschlossen. Ottobock hatte das Jahr 2025 mit einem Rekordumsatz von 1,6 Milliarden Euro und einem bereinigten EBITDA von 415,3 Millionen Euro abgeschlossen.

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