Ottobock Aktie: Gewinn verdoppelt auf 67,3 Millionen
Ottobock verdoppelt Gewinn im ersten Halbjahr und erhöht die EBITDA-Margenprognose. Analysten bestätigen die Kaufempfehlung für die Aktie.

- Gewinn steigt auf 67,3 Millionen Euro
- EBITDA-Marge soll 27 Prozent übersteigen
- Rollstuhlsparte verkauft, Fokus auf Bionik
- Jefferies bestätigt Kaufempfehlung und Kursziel
Der Medizintechnik-Spezialist Ottobock blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück und zeigt sich für das restliche Geschäftsjahr deutlich optimistischer. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, kletterte der Konzerngewinn in den ersten sechs Monaten auf 67,3 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 28 Millionen Euro erzielt wurden, entspricht dies mehr als einer Verdopplung des Ergebnisses.
Margenverbesserung durch Fokus auf bionische Systeme
Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) im Kerngeschäft legte um 18,1 Prozent auf 207,0 Millionen Euro zu. Auch beim Umsatz verzeichnete der Konzern in diesem Segment ein deutliches Plus.
Für das Gesamtjahr 2026 präzisierte das Management nun seine Erwartungen für das organische Wachstum. Parallel dazu hob das Unternehmen die Zielmarke für die bereinigte EBITDA-Marge auf über 27 Prozent an, nachdem zuvor ein geringfügig niedrigerer Zielwert angestrebt worden war.
Regionaler Aufschwung und Portfoliobereinigung
Regional verlief die Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf uneinheitlich, wobei die Region EMEA mit einem Umsatzplus von 12,2 Prozent auf 610,2 Millionen Euro der wesentliche Wachstumstreiber blieb. Demgegenüber verzeichnete das Geschäft in Amerika einen Rückgang von 5,1 Prozent.
Zur Steigerung der Profitabilität trennte sich Ottobock bereits im Juni von seiner Rollstuhlsparte Human Mobility, die an den Erwerber DHCare veräußert wurde. Der Konzern konzentriert sich damit künftig stärker auf margenstarke bionische Produkte.
Diese strategische Neuausrichtung wird durch gezielte Zukäufe untermauert. Der Konzern schloss die Übernahme von Blatchford Norway für rund 110 Millionen Euro ab und investierte zudem in den Bereich der Mensch-Maschine-Schnittstellen.
Am 7. August wurde zudem der Kauf von Fesia Technology vertraglich fixiert, einem Spezialisten für funktionelle Elektrostimulation. Mit dem neuen Kniegelenk dynion explore weitete das Unternehmen zudem im Juli sein Angebot für Jugendliche aus.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Die operative Entwicklung stößt bei Fachleuten auf Zustimmung. Henrik Paganetty, Analyst bei Jefferies, bestätigte gestern die Einstufung für die Aktie auf „Buy“ mit einem unveränderten Kursziel von 83,00 Euro. Er verwies dabei insbesondere auf das starke operative Ergebnis des zweiten Quartals sowie einen verbesserten Produktmix, der die Ergebnisentwicklung stützt.
An der Börse konnte das Papier am gestrigen Freitag leicht zulegen und schloss bei 58,30 Euro. Damit notiert der Wert derzeit etwa 8,1 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Trotz der positiven Nachrichten und der jüngsten Kurserholung verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn jedoch ein Minus von 11 Prozent.
Medienberichten zufolge dämpft die Marktbewertung, die beim mehr als Vierzigfachen des Gewinns liegt, derzeit die Dynamik für einen nachhaltigen Ausbruch über längerfristige Durchschnittslinien.
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