Ottobock Aktie: Grizzly Research löst 11-Prozent-Crash aus

Grizzly Research attackiert Ottobocks Finanzierung. CEO weist Vorwürfe zurück, während Rekordumsatz und Dividende beschlossen werden.

Die Kernpunkte:
  • Kurssturz nach Shortseller-Bericht
  • Kredit von 1,5 Milliarden Euro kritisiert
  • CEO Jakobi weist Vorwürfe zurück
  • Rekordumsatz und Dividende beschlossen

Der Zeitpunkt hätte kaum ungünstiger sein können. Während der Prothesenhersteller Ottobock am Dienstag seine erste ordentliche Hauptversammlung nach dem Börsengang abhielt, veröffentlichte der Leerverkäufer Grizzly Research eine kritische Analyse. Die Aktie reagierte mit einem Kurssturz von 11,18 Prozent und notiert aktuell bei 54,00 Euro.

Schwere Vorwürfe gegen Finanzierungsstruktur

Im Zentrum der Kritik steht eine komplexe Finanzierung rund um den Mehrheitsaktionär Hans Georg Näder. Grizzly Research verweist auf einen margenbesicherten Kredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Laut dem Bericht könnte das Rückzahlungsrisiko bis zum Jahr 2030 auf rund 2,36 Milliarden Euro ansteigen.

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Parallel dazu rückt die geografische Verteilung der Gewinne in den Fokus. Der Leerverkäufer schätzt, dass rund 35,1 Prozent des Nettogewinns aus dem Russland-Geschäft stammen. Die Analyse äußert in diesem Zusammenhang Zweifel an der bilanziellen Transparenz und hält die aktuelle Bewertung des Medizintechnikunternehmens für deutlich überzogen.

Management weist Kritik zurück

CEO Oliver Jakobi nutzte die Hauptversammlung für eine direkte Erwiderung. Er bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet. Die Bilanzierung sei transparent, zudem werde das Geschäft in Russland in vollem Umfang sanktionskonform abgewickelt.

Das operative Geschäft lieferte indes Rekordwerte für das Jahr 2025. Der Konzernumsatz stieg um 11,7 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Das bereinigte Konzernergebnis erreichte eine Höhe von 177,3 Millionen Euro.

Aktionäre beschließen Dividende

Trotz der Unruhe am Aktienmarkt stimmten die Anteilseigner den Verwaltungsvorschlägen zu. Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr wurde auf 0,97 Euro je Aktie festgesetzt. Damit schüttet das Unternehmen insgesamt 62,1 Millionen Euro aus.

Für die kommenden Monate steht die Glaubwürdigkeit der Finanzstrukturen gegen die operativen Erfolge. Während der Vorstand die Rekordzahlen betont, sorgt der Bericht des Leerverkäufers für eine anhaltende Verunsicherung im Markt. Die Aktie liegt damit deutlich unter ihrem Ausgabepreis von 66 Euro beim Börsengang im vergangenen Oktober.

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