Paion: Alles auf eine Karte?

Der Fokus des Pharmaunternehmens Paions liegt voll und ganz auf dem Medikament Remimazolam. Dadurch bedingte hohe Forschungs- und Entwicklungskosten neben erhöhten Verwaltungs- und Vertriebskosten belasten entsprechend.

 

© Paion
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Die Kosten für Forschung und Entwicklung erhöhten sich im 1. Halbjahr von 4,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 12 Mio. Euro. Die Kosten für Verwaltung und Vertrieb kletterten von 1,9 Mio. Euro auf 2,7 Mio. Euro.

Damit stand unter dem Strich ein Periodenfehlbetrag von 11,3 Mio. Euro nach -3,8 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Entsprechend verringerte sich auch der Finanzmittelbestand um 12 Mio. Euro auf 47 Mio. Euro.

 

Paion setzt alles auf eine Karte

Remimazolam ist ein intravenös verabreichtes Anästhetikum mit einer sehr kurzen Wirkung. Im März dieses Jahres startete in den USA die erste Phase-III-Studie und stellt damit den Beginn des klinischen Phase-III-Entwicklungsprogramms dar. Parallel dazu werden derzeit weitere drei Phase-I-Studien durchgeführt.

Im Juni begann die zweite US-Phase-III-Studie. Für das Phase-III-Programm in Europa wurden die entsprechenden Protokolle bei den Behörden und Ethik-Kommissionen eingereicht und Anfang dieses Monats startete für die EU die Phase-III-Studie.

Zugleich treibt Paion den operativen Aufbau in den USA weiter voran. Auch für die 2. Jahreshälfte liegt der Fokus ganz auf den Phase-III-Entwicklungsprogrammen in den USA und Europa. Weiterhin will der Konzern sich darauf vorbereiten, die direkte Vermarktung von Remimazolam nach einer möglichen Zulassung zu starten. Dazu müssen entsprechende Vertriebsketten aufgebaut werden und auch die Vorproduktion muss entsprechend gesichert sein. Entsprechende Aktivitäten wurden bereits begonnen.

 

Hohe Kosten belasten Jahresbilanz

Für das laufende Geschäftsjahr werden vom Vorstand keine wesentlichen Umsatzerlöse erwartet. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sieht der Konzern in einem Rahmen von ca. 25 bis 30 Mio. Euro und damit deutlich höher als im Vorjahr. Auch die Verwaltungs- und Vertriebskosten werden auf ca. 5,5 Mio. Euro steigen. Entsprechend rechnet Paion mit einem Jahresfehlbetrag von 25 bis 29 Mio. Euro.

Dem zugrunde liegt die Annahme, dass sich die Phase-III-Programme erwartungsgemäß entwickeln. Sollte es zu zusätzlichen Anforderungen seitens der Behörden kommen, könnten die Kosten jedoch höher als geplant ausfallen.

 

Paion braucht mehr Geld in der Kasse

Mit derzeit 47 Mio. Euro an finanziellen Mitteln geht Paion davon aus, die laufenden Programme durchführen zu können. Allerdings werden für den Aufbau des Vertriebs, die Vorproduktion und für die Erstellung eines Marktzulassungsdossiers für Japan noch zusätzliche Mittel von ca. 10 Mio. Euro benötigt. Hierfür erwartet der Konzern Zahlungen aus bestehenden und potenziellen Partnerschaften, sondiert aber auch weitere Möglichkeiten einer Finanzierung.

 

Aktie mit herbem Kursverlust

Das sind alles noch ziemlich vage Aussichten. Besteht das Medikament alle Studien und erfolgt eine Zulassung, dann könnte das auch für die Aktie ein enormes Steigerungspotenzial bedeuten und der Kurs könnte ein Vielfaches über dem jetzigen von 2,48 Euro liegen.

150812 Paion

Kommt es jedoch noch zu unerwarteten Problemen, wäre eine gegenteilige Entwicklung der Aktie wohl beschlossene Sache. Diese könnte dann ins Bodenlose fallen. Derzeit sehen wir hier nur für sehr spekulativ eingestellte Anleger eine Investmentidee.

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