Palantir Aktie: 10-Milliarden-Rahmenvertrag mit US-Armee

Palantir verzeichnet nach Rekordzahlen und angehobener Prognose einen Kursrückgang, während Analysten ihre Kursziele erhöhen und Insider Anteile verkaufen.

Die Kernpunkte:
  • Kursrückgang trotz Rekordquartal
  • Umsatzplus von 93 Prozent
  • Analysten erhöhen Kursziele
  • Insider und ARK verkaufen Anteile

Nach der Kursrally der vergangenen Wochen kommt die Palantir-Aktie am heutigen Mittwoch unter Druck. Das Papier verliert 3,5 Prozent und notiert bei 146,30 Euro, nachdem es am Dienstag noch bei 151,56 Euro geschlossen hatte. Trotz des Rückschlags bleibt der Titel auf Sicht von 30 Tagen mit einem Plus von 28,1 Prozent einer der auffälligsten Werte im Softwaresektor.

Rekordquartal treibt Kursziele nach oben

Auslöser der jüngsten Kursbewegung sind die Zahlen zum zweiten Quartal, die Palantir vergangene Woche vorgelegt hatte. Der Umsatz stieg um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen von 1,80 Milliarden Dollar deutlich. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,41 Dollar, der Nettogewinn kletterte auf 1,07 Milliarden Dollar gegenüber 329 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Besonders das US-Geschäft mit Unternehmenskunden legte kräftig zu: Der Umsatz dort sprang um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar.

Für das laufende Geschäftsjahr hob Palantir die Prognose an. Der Umsatz soll nun zwischen 8,150 und 8,158 Milliarden Dollar liegen, ein Plus von 82 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das US-Commercial-Geschäft erwartet das Unternehmen ein Wachstum von mehr als 134 Prozent auf über 3,424 Milliarden Dollar.

Der offene Auftragswert im US-Firmenkundengeschäft hat sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt auf 6,24 Milliarden Dollar, während die Nettoumsatzbindungsrate auf 157 Prozent kletterte – ein Zeichen dafür, dass bestehende Kunden ihre Ausgaben massiv ausweiten.

CEO Alex Karp bezeichnete das Quartal als „otherworldly“ und erklärte, die Nachfrage nach „AI-Souveränität“ sei nun entfesselt worden. Nach seiner Kenntnis sei kein Unternehmen dieser Größenordnung je annähernd so stark gewachsen. Er rechnet damit, dass sich das Momentum noch mindestens 18 Monate fortsetzt.

Analysten überbieten sich mit höheren Kurszielen

Die Reaktion der Wall Street auf die Zahlen fiel eindeutig aus. Die Deutsche Bank stufte Palantir am 4. August auf „Buy“ von „Hold“ hoch und bezeichnete den Bericht als außergewöhnlich.

Citi-Analyst Tyler Radke hob sein Kursziel am selben Tag von 200 auf 245 Dollar an und begründete dies mit der beschleunigten Umsatzdynamik, der starken Entwicklung im US-Geschäft und verbesserten Vertragskennzahlen.

Auch UBS, Mizuho, Truist, Bank of America und Baird zogen ihre Kursziele nach oben; Bank of America sieht in den Zahlen die Bestätigung einer erfolgreichen KI-Strategie. Am Dienstag legte auch Phillip Securities nach und erhöhte das Kursziel von 202 auf 215 Dollar.

Insider und ARK trennen sich von Anteilen

Während die Analysten optimistisch bleiben, nutzten einige Insider und institutionelle Investoren den Kursanstieg zum Verkauf. Konzern-Technikchef Shyam Sankar veräußerte am 6. August 35.000 Aktien im Wert von rund 5,45 Millionen Dollar im Rahmen eines zuvor eingerichteten Handelsplans.

Cathie Woods ARK Investment Management reduzierte ihre Palantir-Position seit den Quartalszahlen mehrfach und trennte sich seit Anfang August von Anteilen im Gesamtwert von rund 21 Millionen Dollar, während gleichzeitig Positionen bei Nvidia und anderen Technologiewerten aufgestockt wurden. Trotz der Verkäufe zählt Palantir mit rund 3,11 Millionen Aktien weiterhin zu den größten Positionen im ARK-Portfolio.

Neue Aufträge stützen die Wachstumsstory

Parallel zu den Kapitalbewegungen mehren sich die Signale aus dem Regierungsgeschäft. Ende Juli hatte die US-Armee einen Rahmenvertrag mit einem maximalen Volumen von 10 Milliarden Dollar vergeben, der 75 bisherige Einzelverträge zusammenführt.

Zudem berichtete das US-Verteidigungsministerium laut einem Entwurfsdokument von Anfang August über zusätzliche Mittel von bis zu 243,9 Millionen Dollar für Datenanalyse-Dienstleistungen bis 2027 – der endgültige Status dieser Vereinbarung ist noch offen.

Mit einem Abstand von 26,2 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und einem RSI von 67,3 zeigt sich das Papier technisch überkauft, was den heutigen Rücksetzer erklären dürfte. Zum bisherigen Jahreshöchststand von 179,98 Euro, erreicht Anfang November, fehlen der Aktie noch 18,7 Prozent.

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