Palantir Aktie: 133 Prozent Commercial-Wachstum im Q1

Palantir verzeichnet explosive Zuwächse im Commercial-Geschäft, während die Aktie nach einer Rallye eine leichte Verschnaufpause einlegt.

Die Kernpunkte:
  • Kursrückgang nach sechstägiger Gewinnserie
  • Kommerzielle Erlöse steigen um 133 Prozent
  • KI-Plattform AIP treibt Wachstum an
  • Bewertung bleibt mit KGV über 100 hoch

Ein leichter Rücksetzer beendet die Gewinnserie – doch die operative Entwicklung bei Palantir spricht eine andere Sprache. Die Aktie des Datenanalyse-Spezialisten gab am Dienstag um 0,6 Prozent nach und beendete damit eine sechstägige Gewinnsträhne. Am Mittwoch notiert das Papier bei 117,42 Euro, rund 18 Prozent unter dem Jahresstart.

Anleger wägen derzeit eine breite Neubewertung im SaaS-Sektor gegen die starke Geschäftsdynamik im Enterprise-KI-Markt ab. Ein schmaler Grat.

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Explosives Wachstum im Commercial-Geschäft

Palantirs kommerzielle Erlöse legten im ersten Quartal 2026 um 133 Prozent zum Vorjahr zu. Die Neubuchungen erreichten 1,2 Milliarden Dollar, der verbleibende Auftragswert stieg auf 11,8 Milliarden Dollar – ein Plus von 98 Prozent. Treiber ist die KI-Plattform AIP, die im US-Privatsektor rasant skaliert.

Parallel dazu zeigt Palantir operative Effizienz auf einem Niveau, das in der Softwarebranche selten ist. Die bereinigte Marge lag bei 60 Prozent. Zusammen mit dem Umsatzplus von 85 Prozent erreicht der Konzern einen sogenannten „Rule of 40“-Score von 145 Prozent – ein Topwert.

Bewertung bleibt der wunde Punkt

Trotz dieser Zahlen: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei über 100 auf Basis der erwarteten Gewinne. Ein massiver Aufschlag gegenüber Hardware- und KI-Werten. Das erklärt auch die relative Kurs-Schwäche: Seit Jahresbeginn verlor die Aktie fast ein Fünftel, der 200-Tage-Durchschnitt bei 138,54 Euro ist 15 Prozent entfernt. Der RSI von 82 zeigt zudem Überkauftheit an.

Das Management hat dennoch den Ausblick angehoben: Für 2026 rechnet Palantir mit Erlösen zwischen 7,65 und 7,66 Milliarden Dollar. Der Free Cashflow soll 4,2 bis 4,4 Milliarden Dollar erreichen.

Das institutionelle Interesse bleibt hoch. Bleakley Financial Group etwa stockte seinen Anteil um 29 Prozent auf rund 90.000 Aktien auf – ein Vertrauensbeweis trotz des schwierigen Umfelds für Softwaretitel.

Ausblick: Was jetzt zählt

Der weitere Kursverlauf hängt maßgeblich an zwei Großereignissen. Erstens: der mögliche Börsengang des KI-Konkurrenten Anthropic, der Vergleichsmaßstäbe für den gesamten Sektor setzen könnte. Zweitens: ein milliardenschwerer Modernisierungsauftrag der Pentagon-Abwehrbehörde DIA, bei dem Palantir nach eigenen Angaben um regulatorische Hürden kämpft. Die Quartalszahlen für das zweite Quartal werden für Anfang August erwartet.

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