Palantir Aktie: Burry warnt vor Topping am 2. Juni
Michael Burry hält an seiner Short-Position fest, während Donald Trump seine Palantir-Bestände umschichtet. Der Aktienkurs zeigt sich uneindeutig.

- Burry bestätigt unveränderte Short-Wette
- Trump verkauft und kauft Palantir-Anteile
- Kurs unter gleitenden Durchschnitten
- Hohe Volatilität von über 53 Prozent
Michael Burry setzt gegen Palantir. Donald Trump kauft und verkauft die Aktie im Wochentakt. Und der Kurs? Der macht, was er will — 111,02 Euro am Freitag, ein Minus von 1,70 Prozent zum Vortag und 22,42 Prozent im Minus seit Jahresbeginn. Selten hat eine Aktie so widersprüchliche Signale von so prominenten Marktteilnehmern kassiert.
Burrys Short-Position: Halbiert oder unverändert?
Die Berichte zu Michael Burrys Wette gegen Palantir widersprechen sich. Manche Quellen melden, der „Big Short“-Investor habe seine Short-Position halbiert. Ob das neue Überzeugung bedeutet oder simple Gewinnmitnahme, bleibt selbst unter jenen unklar, die die Reduktion verfolgen.
Andere Berichte zeichnen ein komplett anderes Bild. Social-Media-Gerüchte behaupten, Burry habe seinen Short komplett geschlossen. Belege dafür gibt es bislang keine. Im Gegenteil: Seine jüngsten öffentlichen Kommentare sprechen eine andere Sprache.
Am 2. Juni veröffentlichte Burry einen neuen Beitrag auf seiner Substack-Seite. Sein Urteil fiel eindeutig aus: Palantir stehe an einem „Scheideweg“, seine Short-Position bleibe unverändert. Im Chart erkenne er ein Topping-Muster nach Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Der Markt reagierte prompt — am folgenden Tag brach die Aktie um 6,55 Prozent ein.
Hinzu kommt ein regulatorisches Detail, das die Lage weiter verkompliziert. Burrys Scion Asset Management hat sich im November 2025 bei der SEC abgemeldet und plant die Liquidation bis Jahresende. Die üblichen 13F-Meldungen, über die Investoren solche Positionen sonst nachverfolgen, könnten damit schlicht nicht mehr aussagekräftig sein. Ob Burry seine bärische Haltung tatsächlich abgemildert hat, seine Position nur reduziert oder etwas dazwischen tut — das lässt sich derzeit nicht seriös beantworten. Wer eine klare Kehrtwende verkündet, sollte vorsichtig bleiben.
Trumps Palantir-Positionen wechseln die Richtung
Neben Burry sorgt eine zweite prominente Figur für Verwirrung: der US-Präsident selbst. Ethik-Offenlegungen zeigen, dass Trump am 10. Februar 2026 Palantir-Aktien im Wert von bis zu 5 Millionen Dollar verkaufte — nur um wenige Wochen später wieder zuzukaufen. Allein im März 2026 tätigte er mindestens sieben separate Palantir-Käufe.
Jüngere Offenlegungen zeichnen erneut ein anderes Bild. Im ersten Quartal verkauften Trumps Investmentkonten laut dem U.S. Office of Government Ethics Palantir-Aktien im Wert zwischen 854.000 und 4,6 Millionen Dollar. Allerdings verwalten Drittinstitutionen diese Konten — die Trades gehen also nicht zwangsläufig auf Trumps persönliche Entscheidung zurück.
Trotz dieser Verkäufe zeigt die aktuellste Gesamtoffenlegung weiterhin eine substanzielle Position. Trump hält demnach mindestens je 5 Millionen Dollar in Apple und Nvidia sowie mindestens 1 Million Dollar in Palantir.
Der Chart bleibt nüchtern
Verglichen mit dem Wirrwarr um Burry und Trump wirkt die technische Lage geradezu übersichtlich. Palantir notiert 3,27 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 114,78 Euro und deutlich stärker, 16,90 Prozent, unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 133,60 Euro.
Zum 52-Wochen-Hoch von 179,98 Euro, erreicht Anfang November, fehlen der Aktie noch 38,32 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 93,30 Euro, markiert Ende Juni, hat sie sich immerhin um 18,99 Prozent erholt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 48,8 — weder überverkauft noch mit frischem Aufwärtsmomentum. Ein Markt, der sich schlicht nicht entscheiden kann.
Zwei Lager, keine Einigung
Was aus den Episoden um Burry und Trump hervorgeht, ist kein klares Signal in die eine oder andere Richtung. Es ist eine echte Spaltung der Überzeugungen unter prominenten Marktteilnehmern — eine Spaltung, die der Kurs selbst nicht auflöst. Trotz der Erholung vom Juni-Tief liegt Palantir immer noch mehr als ein Fünftel im Minus für das Jahr.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 53 Prozent zeigt: Auch der breitere Markt hat noch kein Urteil gefällt. Bei einer Marktkapitalisierung von knapp 282 Milliarden Euro, die auf dem Ausgang dieser Debatte lastet, haben beide Lager gute Gründe, genau hinzuschauen — statt vorschnell einen Sieger auszurufen.
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