Palantir Aktie: Burry wettet mit Milliarde auf Absturz

Palantir verzeichnet elf Quartale Wachstumsbeschleunigung, während Michael Burry mit Put-Optionen auf fallende Kurse wettet. Analysten sind tief gespalten.

Die Kernpunkte:
  • Elftes Quartal mit Wachstumsbeschleunigung
  • Michael Burry hält Milliarden-Puts
  • Analysten uneins über Kursentwicklung
  • Insiderverkäufe belasten die Aktie

Elf Quartale in Folge beschleunigtes Umsatzwachstum, 150 Prozent Net Revenue Retention, null Schulden — und trotzdem liegt die Aktie rund 35 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Bei Palantir klafft die Schere zwischen Geschäftsentwicklung und Kursentwicklung so weit auseinander wie selten zuvor.

Burry setzt auf den Absturz

Der prominenteste Gegenwind kommt von Michael Burry. Der „Big Short“-Investor ist seit Herbst 2025 short auf Palantir — und zeigt keine Anzeichen, die Position aufzugeben. In einem Substack-Beitrag vom April 2026 bestätigte er öffentlich: Er hält Put-Optionen mit Laufzeiten bis Dezember 2026 und Juni 2027, mit Strike-Preisen bei 100 beziehungsweise 50 Dollar. „I am not selling these today“, schrieb Burry. Das notionale Volumen der Position liegt bei knapp einer Milliarde Dollar.

Burrys Kernthese: Ein fairer Wert für Palantir liege bei rund 46 Dollar je Aktie. Er verweist auf hohe aktienbasierte Vergütungen, eine lange Phase fehlender Profitabilität und ein Vertriebsmodell, das auf Einzeldeals statt auf skalierbarem Wachstum basiere. HSBC-Analyst Stephen Bersey stützt Teile dieser Argumentation: Der traditionelle Wettbewerbsvorteil von Palantir — das Einbetten eigener Ingenieure in Kundenorganisationen — erodiere, weil KI-Anbieter wie Anthropic und OpenAI zunehmend ähnliche Integrationsstrategien verfolgen.

Wachstum, das kaum jemand ignorieren kann

Das Bull-Lager hält dagegen — mit konkreten Zahlen. Die Umsatzwachstumsrate kletterte von 13 Prozent in Q2 2023 auf zuletzt 85 Prozent, das elfte Quartal in Folge mit Beschleunigung. Die Kundenzahl im US-Geschäft stieg um 42 Prozent im Jahresvergleich. Der sogenannte „Rule of 40″-Score liegt bei 145 Prozent — ein außergewöhnlicher Wert, der starkes Wachstum und hohe Profitabilität kombiniert. Dazu kommt eine Kriegskasse von 7,2 Milliarden Dollar ohne jegliche Schulden.

CEO Alex Karp erwartet, dass das US-Geschäft bis 2027 erneut verdoppelt — eine Prognose, die entweder die aktuelle Bewertung rechtfertigt oder bei nachlassendem Momentum erheblichen Druck erzeugen dürfte.

Analysten tief gespalten

Das Analystenfeld spiegelt den Konflikt direkt wider. Rosenblatt erhöhte sein Kursziel auf 225 Dollar und bekräftigte sein Kaufvotum. Argus stufte die Aktie nach den Quartalszahlen ebenfalls auf „Buy“ hoch. Auf der anderen Seite steht Jefferies mit einem Kursziel von 70 Dollar, HSBC stufte auf „Hold“ zurück, und DA Davidson senkte sein Ziel von 180 auf 165 Dollar bei neutraler Einschätzung. Der Konsens aus 31 Analysten liegt bei einem moderaten Kaufvotum mit einem durchschnittlichen Kursziel von 194 Dollar.

Hinzu kommt Druck von innen: Insiderverkäufe im Volumen von rund 138 Millionen Dollar in den vergangenen 90 Tagen — darunter Verkäufe von Peter Thiel im März zu Preisen zwischen 140 und 147 Dollar — verstärken die Skepsis.

Mit einem RSI von 40,5 und einem Kurs von 116,84 Euro, der rund 17 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt notiert, signalisieren die technischen Indikatoren keine Erholung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 150 lässt dabei kaum Spielraum für Enttäuschungen — jede Abschwächung des Wachstumstempos dürfte unmittelbar auf den Kurs durchschlagen.

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