Palantir Aktie: Cboe plant Optionshandel ab 13. Juli

Palantir verzeichnet starke Kursgewinne bei hohem Handelsvolumen. Neue Optionszeiten ab Juli könnten die Dynamik weiter verstärken.

Die Kernpunkte:
  • Kursrallye mit deutlich erhöhtem Volumen
  • Cboe plant erweiterte Optionshandelszeiten
  • Umsatzwachstum von 85 Prozent im Quartal
  • Bewertung bleibt mit KGV von 119 hoch

Palantir hat in drei Handelstagen rund 21 Prozent zugelegt. Die Aktie schloss am 1. Juni bei 160,65 Dollar, ein Plus von 2,63 Prozent. Zuvor waren es 9,21 Prozent am 29. Mai und 8,17 Prozent am 28. Mai gewesen. Der Anstieg kam mit deutlich erhöhtem Volumen: 56,39 Millionen Aktien wechselten am 1. Juni den Besitzer, verglichen mit 31,41 Millionen am 26. Mai.

Die Rallye wirft eine Frage auf, die über das übliche KI-Wachstum hinausgeht: Wird Palantir zum Liquiditätsspiel?

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Cboe plant erweiterte Optionszeiten

Die Börse Cboe hat von der US-Börsenaufsicht SEC die Genehmigung erhalten, den Handel mit Optionen auf ausgewählte Einzelaktien auf erweiterte Zeiten auszudehnen. Start ist für den 13. Juli 2026 geplant. Rund 20 Titel sollen zum Launch verfügbar sein, darunter alle Magnificent-7-Aktien sowie Palantir, Broadcom und AMD.

Die neuen Handelszeiten laufen von 7:30 Uhr bis 9:25 Uhr Eastern Time vor Börseneröffnung und von 16:00 Uhr bis 16:15 Uhr nach Handelsschluss. Für Palantir bedeutet das: Trader können künftig schneller auf Quartalszahlen, Makrodaten oder Unternehmensmeldungen reagieren. Die Fundamentaldaten ändert das nicht. Die Reaktionsgeschwindigkeit schon.

Wachstum bleibt extrem

Die Zahlen zum ersten Quartal 2026, veröffentlicht am 4. Mai, liefern die Grundlage für die aktuelle Bewertung. Der Umsatz stieg um 85 Prozent auf 1,633 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft wuchs um 104 Prozent auf 1,282 Milliarden Dollar.

Besonders stark entwickelte sich das kommerzielle US-Geschäft: plus 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Das Regierungsgeschäft in den USA legte um 84 Prozent auf 687 Millionen Dollar zu. Palantir schloss im Quartal 206 Verträge über mindestens eine Million Dollar ab, darunter 72 über mindestens fünf Millionen Dollar und 47 über mindestens zehn Millionen Dollar. Das gesamte Vertragsvolumen erreichte 2,41 Milliarden Dollar, ein Anstieg um 61 Prozent.

Das Management hob die Jahresprognose für 2026 auf 7,650 bis 7,662 Milliarden Dollar an. Für das kommerzielle US-Geschäft erwartet Palantir mehr als 3,224 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von mindestens 120 Prozent entspricht. Der bereinigte freie Cashflow soll zwischen 4,2 und 4,4 Milliarden Dollar liegen.

Margen auf Rekordniveau

Die Profitabilität stützt die Wachstumsthese. Im ersten Quartal erreichte Palantir ein operatives Ergebnis nach GAAP von 754 Millionen Dollar, entsprechend einer Marge von 46 Prozent. Bereinigt lag das operative Ergebnis bei 984 Millionen Dollar, die Marge bei 60 Prozent.

Bewertung bleibt Risikofaktor

Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 385 Milliarden Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 beträgt 119, das Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz 48,4. Diese Kennzahlen erklären, warum die Aktie auf Stimmungswechsel so empfindlich reagiert.

Starke Nachfrage nach Enterprise-KI, wachsende kommerzielle Umsätze und steigende Margen stützen die Bewertung. Gleichzeitig lässt die Höhe der Multiples wenig Spielraum für Enttäuschungen. Schwächelt das Vertragswachstum oder kühlt die Nachfrage nach Software ab, dürfte die Aktie schnell unter Druck geraten.

Der aktuelle Kurs in Frankfurt liegt bei 133,80 Euro, ein Minus von 3,04 Prozent gegenüber dem Vortag. Über sieben Tage steht ein Plus von 13,91 Prozent. Der RSI von 86,3 signalisiert eine überkaufte Situation. Die annualisierte Volatilität über 30 Tage beträgt 55,50 Prozent.

Am 13. Juli wird sich zeigen, ob die erweiterten Optionszeiten die Handelsdynamik verändern. Bis dahin bleibt die Spannung zwischen extremem Wachstum und extremer Bewertung bestehen.

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