Palantir Aktie: Gegenwind wird stärker

Palantirs starkes operatives Wachstum wird durch Kritik an der Ausgabenpolitik, europäische Datenschutzbedenken und eine hohe Bewertung überschattet, was zu deutlichen Kursverlusten führt.

Die Kernpunkte:
  • Kritik von Michael Burry an hohen Vergütungsausgaben
  • Europäische Widerstände aufgrund von Datensicherheitsbedenken
  • Starke operative Wachstumszahlen und Großaufträge
  • Hohe Bewertung bei gleichzeitiger Sektor-Schwäche

Die Palantir-Aktie hat seit Jahresbeginn deutlich an Boden verloren und notiert weit unter ihren Höchstständen. Während das operative Geschäft mit enormen Wachstumsraten glänzt, braut sich an anderer Stelle Ärger zusammen: Star-Investor Michael Burry kritisiert die Ausgabenpolitik des Managements, und in Europa wächst der Widerstand gegen die Software. Anleger befinden sich aktuell in einem Spannungsfeld zwischen exzellenten Fundamentaldaten und zunehmenden Governance-Sorgen.

Burry kritisiert Ausgabenpolitik

Michael Burry, bekannt durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt („The Big Short“), legt den Finger erneut in die Wunde. Im Fokus steht diesmal die Vergütungspolitik: Laut jüngsten Berichten stieß sich Burry an den privaten Flugkosten von CEO Alex Karp, die im letzten Geschäftsbericht mit 17,2 Millionen Dollar beziffert wurden.

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Analysten ordnen diese Zahl als unverhältnismäßig hoch ein. Zum Vergleich: Die Ausgaben für vergleichbare Reisen bei Meta-Chef Mark Zuckerberg oder Nikesh Arora von Palo Alto Networks lagen lediglich zwischen 1,8 und 2,4 Millionen Dollar. Für Burry, der bereits zuvor auf technische Verkaufssignale bei der Aktie hingewiesen hatte, ist dies ein weiteres Argument für seine skeptische Haltung.

Hohe Bewertung trifft auf Sektor-Schwäche

Der Kursrückgang ist jedoch nicht allein hausgemacht. Der gesamte Software-as-a-Service (SaaS) Sektor leidet unter einer breiten Verkaufswelle, die besonders hoch bewertete Technologietitel trifft. Trotz des jüngsten Rücksetzers wird Palantir weiterhin mit einem enormen Aufschlag gehandelt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der Gewinnschätzungen für 2026 liegt immer noch bei über 100.

Die Aktie notiert aktuell bei 109,08 Euro und liegt damit rund 24 Prozent unter dem Stand zu Jahresbeginn. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch hat sich mittlerweile auf fast 40 Prozent ausgeweitet, was die Nervosität der Anleger unterstreicht.

Probleme in Europa

Zusätzlich belasten Nachrichten aus Europa die Stimmung. Berichten der Financial Times zufolge klagt Palantir gegen ein Schweizer Online-Magazin, das über die Ablehnung der Software durch die Schweizer Regierung berichtet hatte. Hintergrund sind Bedenken, dass US-Behörden über die Palantir-Technologie Zugriff auf sensible militärische Daten erhalten könnten.

Diese Vorbehalte scheinen kein Einzelfall zu sein. Auch in Großbritannien wurden im Parlament Fragen zur Datensicherheit bei Verträgen mit dem Verteidigungsministerium laut. CEO Alex Karp selbst räumte bereits im Januar ein, dass es in Teilen Europas eine reale Zurückhaltung gegenüber der Einführung von Palantir-Tools gibt.

Starkes Wachstum als Gegenpol

Diesen Belastungsfaktoren steht eine unbestreitbar starke operative Entwicklung gegenüber. Das Unternehmen meldete zuletzt ein Umsatzwachstum von 70 Prozent im Jahresvergleich und prognostiziert auch für das Gesamtjahr 2026 massive Zuwächse. Ein kürzlich bekannt gewordener Deal mit dem US-Heimatschutzministerium über eine Milliarde Dollar unterstreicht die dominierende Stellung im US-Regierungsgeschäft.

Die Analystengemeinde ist angesichts dieser gemischten Signale gespalten. Während Häuser wie Mizuho und HSBC ihre Kursziele anhoben und die Alleinstellung des Unternehmens loben, strichen die Bank of America und UBS ihre Erwartungen zusammen oder entfernten den Titel von ihren Empfehlungslisten.

Ausblick

Palantir steht am Scheideweg zwischen perfekter operativer Exekution und einer Bewertung, die keinerlei Fehler verzeiht. Die Kombination aus Governance-Kritik, europäischen Widerständen und der allgemeinen Sektor-Rotation sorgt für anhaltende Volatilität. Bis zu den nächsten Quartalszahlen Anfang Mai wird entscheidend sein, ob weitere Großaufträge die Skepsis am Markt überwinden können oder ob die Bewertungskorrektur sich fortsetzt.

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