Palantir Aktie: GNP Seguros unterzeichnet Millionen-Vertrag

Palantir präsentiert auf der AIPCon 10 neue Kunden, während Michael Burry auf fallende Kurse setzt. Analysten sind uneins über die Bewertung.

Die Kernpunkte:
  • Neue Partnerschaften in Versicherungen und Bau
  • Michael Burry hält an Short-Position fest
  • Aktie notiert 32 Prozent unter Allzeithoch
  • Analysten uneins über Kursziele

Neue Unternehmenspartnerschaften, ein prominenter Leerverkäufer und eine Aktie, die fast ein Drittel unter ihrem Allzeithoch notiert. Bei Palantir treffen gerade zwei Kräfte aufeinander, die den Kurs in entgegengesetzte Richtungen ziehen.

AIPCon 10: Neue Branchen, neue Kunden

Am 4. Juni präsentierte Palantir auf seiner zehnten AIPCon-Konferenz in Miami eine Reihe neuer Unternehmenspartnerschaften. Erstmals zeigte das Unternehmen produktive Deployments in Versicherungen, Rechtsberatung und Bauwesen — Branchen, die bislang kaum in der kommerziellen Pipeline auftauchten.

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Besonders auffällig: GNP Seguros, Mexikos größter Versicherer, unterzeichnete einen mehrjährigen Vertrag im mehrstelligen Millionenbereich. GNP hatte Palantirs AIP-Plattform bereits für Betrugserkennung und Risikoüberwachung genutzt. Jetzt weitet der Konzern den Einsatz auf sein gesamtes Produktportfolio aus — von Kranken- über Lebens- bis hin zu Kfz-Versicherungen. Es ist Palantirs erster öffentlich bestätigter Unternehmenskunde in Lateinamerika.

Parallel dazu schloss McCarthy Building Companies, ein 160 Jahre altes Bauunternehmen, eine strategische Partnerschaft mit Palantir. Im Mittelpunkt steht Pulse — ein KI-System auf AIP-Basis, das Baustellenteams mit Echtzeit-Analysen, Risikoeinschätzungen und Entscheidungshilfen versorgt.

Burry setzt weiter auf fallende Kurse

Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren. Am 2. Juni veröffentlichte Michael Burry — bekannt für seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 — einen neuen Beitrag zu Palantir. Sein Urteil: Die Aktie steht an einem Wendepunkt, das Chart zeige ein Kopf-Schulter-Muster, und seine Short-Position bleibe bestehen. Burry hält die Position nach eigenen Angaben seit Ende 2025. Insider-Verkäufe in Höhe von 422 Millionen Dollar in den vergangenen drei Monaten verstärken das Bild.

Am Tag nach Burrys Veröffentlichung verlor die Aktie 6,55 Prozent. Aktuell notiert das Papier bei 121,68 Euro — rund 32 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 179,98 Euro aus dem November 2025.

Analysten uneins über Bewertung

Wall Street ist gespalten. 19 von 31 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Rosenblatt Securities bekräftigte ein Kursziel von 225 Dollar und sieht in Palantirs Ontologie-Plattform einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil. HSBC dagegen hält an einer Halteempfehlung fest und senkte das Kursziel von 205 auf 151 Dollar — mit Verweis auf wachsenden Wettbewerb in der KI-Software und sinkende Preissetzungsmacht.

Die Fundamentaldaten liefern Argumente für beide Lager. Im ersten Quartal 2026 erzielte Palantir 1,633 Milliarden Dollar Umsatz. Das US-Geschäft mit Unternehmenskunden wuchs um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Der Ausblick für das Gesamtjahr liegt bei einem Mittelpunkt von 7,656 Milliarden Dollar — die größte Prognoseanhebung in der Unternehmensgeschichte.

Die Bewertung bleibt das Kernproblem. Palantir handelt deutlich über dem Branchendurchschnitt, und Burry beziffert den Aufschlag auf das rund 16-Fache der impliziten Volatilität. Solange der Markt keine Klarheit über Margen und Wettbewerbsdruck bekommt, dürfte die Aktie zwischen Wachstumsfantasie und Bewertungsrealität pendeln.

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