Palantir Aktie: Goldman Sachs taxiert Markt auf 500 Mrd. Dollar
Goldman Sachs sieht Potenzial bei souveräner KI und setzt Palantirs Kursziel auf 230 US-Dollar; die Aktie steigt am Freitag.

- Goldman Sachs stuft Palantir auf Buy
- Adressierbarer Markt bis zu 500 Milliarden Dollar
- TITAN-Auftrag umfasst 192 Millionen US-Dollar
- Barclays startet mit Overweight und 265 Dollar
Die Nachfrage nach souveräner künstlicher Intelligenz eröffnet dem Softwarekonzern Palantir erhebliche Wachstumsfelder. Die US-Investmentbank Goldman Sachs stufte das Papier am Freitag auf „Buy“ hoch und setzte das Kursziel auf 230 US-Dollar fest.
Analystin Gabriela Borges begründete diesen Schritt mit dem zunehmenden Bedarf an vertikalisierten Plattformen und staatlich abgesicherten KI-Lösungen. Im europäischen Handel spiegelte sich der Optimismus unmittelbar wider: Die Aktie rückte am Freitag um 5,3 Prozent auf 186,56 Euro vor.
Goldman Sachs taxiert Marktpotenzial auf 500 Milliarden Dollar
Hinter der Hochstufung steht die Einschätzung, dass maßgeschneiderte Unternehmenssoftware den klassischen Markt für Standardanwendungen in den kommenden ein bis drei Jahren hinter sich lassen wird.
Goldman Sachs beziffert den gesamten adressierbaren Markt für Palantir auf bis zu 500 Milliarden US-Dollar. Vor allem staatliche Institutionen und streng regulierte Industrien verlangen Systeme, deren Modelle und Daten vollständig im eigenen Sicherheitsbereich verbleiben.
Palantir positioniert sich hierbei mit speziellen Angeboten für souveräne KI. Die Umsatzerwartungen der Bank spiegeln diesen Trend wider: Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert Goldman Sachs Erlöse von 8,371 Milliarden US-Dollar, die bis 2029 auf 25,747 Milliarden US-Dollar anwachsen könnten.
Die Analysten warnen allerdings auch vor Risiken. Dazu zählen eine womöglich langsamere Einführung von KI-Technologien in Konzernen sowie Schwankungen bei staatlichen Ausschreibungen.
Rückenwind durch Verteidigungsprojekte
Neben der zivilen Nachfrage bildet das Behördengeschäft ein stabiles Fundament. Vor gut drei Wochen erhielt Palantir einen weiteren US-Army-Auftrag, seither legte der Kurs um 21,5 Prozent zu. Zudem sicherte sich das Unternehmen im September zusammen mit dem Partner Anduril einen Produktionsauftrag für das Aufklärungssystem TITAN über 192 Millionen US-Dollar, wovon 127 Millionen US-Dollar auf Palantir entfallen.
Auch andere Häuser an der Wall Street äußerten sich zuletzt zuversichtlich über die Perspektiven im Rüstungsbereich. Barclays-Analyst Anthony Valentini nahm die Bewertung der Aktie am Freitag mit „Overweight“ auf und formulierte ein Kursziel von 265 US-Dollar. Er hob insbesondere den technologischen Vorsprung des Konzerns bei Datenanalysen im US-Verteidigungssektor hervor.
Hohe Bewertung verlangt starkes Wachstum
Der jüngste Kursanstieg bringt den Konzern an der Börse auf eine Marktkapitalisierung von 426,64 Milliarden Euro. Um dieses Bewertungsniveau dauerhaft zu rechtfertigen, muss Palantir die hohen Wachstumsraten in den kommenden Quartalen bestätigen.
Das Management steht damit vor der Aufgabe, die technologische Führungsrolle bei militärischen und staatlichen Auftraggebern zügig in weiteres kommerzielles Geschäft zu übersetzen. Sollte das Tempo der weltweiten KI-Investitionen anhalten, bleibt das Unternehmen in einer Schlüsselposition.
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