Palantir Aktie: Hauptversammlung mit ESG-Druck

Die Aktie von Palantir startet stark in den Juni, doch Hauptversammlung und Arbeitsmarktbericht stehen bevor. Anleger warten auf Q2-Zahlen im August.

Die Kernpunkte:
  • Kursplus von über neun Prozent
  • Hauptversammlung mit kritischen Aktionärsanträgen
  • Arbeitsmarktbericht als Stimmungsindikator
  • Q2-Ergebnisse im August erwartet

Die Palantir-Aktie startet mit Schwung in den Juni. Am Freitag schloss das Papier bei 134,18 Euro – ein Plus von 9,04 Prozent an einem Tag. Doch hinter der Rally lauern gleich mehrere Prüfsteine: die Hauptversammlung am Mittwoch, der Arbeitsmarktbericht am Freitag und ein KGV von über 160.

Der Kurs liegt damit 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von knapp 180 Euro. Der RSI von fast 90 signaliert eine technische Überhitzung. Kein Wunder: Anleger fragen sich, ob die fundamentale Entwicklung das Momentum stützen kann.

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Hauptversammlung mit ESG-Sprengstoff

Am Mittwoch tagt Palantir virtuell. Auf der Tagesordnung stehen neben der Wiederwahl von sieben Direktoren und der Bestätigung von Ernst & Young als Wirtschaftsprüfer mehrere Aktionärsanträge.

Die heikelsten Punkte betreffen Menschenrechtsprüfungen. 34 institutionelle Investoren mit über 336 Milliarden Dollar Vermögen fordern mehr Transparenz über die Nutzung von Palantir-Software. Norwegens Staatsfonds, mit 2,3 Billionen Dollar der größte der Welt, will für die Anträge stimmen. Der Pensionsfonds ABP aus den Niederlanden hat sich bereits von Palantir getrennt.

Der Vorstand empfiehlt, alle Anträge abzulehnen.

Makro-Rückenwind oder Gegenwind?

Am Freitag folgt der Arbeitsmarktbericht für Mai. Ein robuster Wert würde die These stützen, dass Unternehmen weiter in KI investieren. Ein schwacher könnte Sorgen um sinkende IT-Ausgaben schüren.

Hinzu kommt ein struktureller Trend: Regierungen auf beiden Seiten des Atlantiks geben massiv Geld für KI-Systeme aus. Verteidigungsministerien wollen Large-Language-Modelle einsatzfähig machen. Jedes Signal zum Bundeshaushalt beeinflusst damit direkt die Stimmung zu Palantirs Staatsaufträgen.

Q1 war stark – Q2 muss liefern

Das erste Quartal übertraf die Erwartungen deutlich: 33 Cent Gewinn je Aktie bei 1,63 Milliarden Dollar Umsatz. Das US-Geschäft legte um 104 Prozent auf 1,28 Milliarden Dollar zu, die kommerziellen Erlöse in den USA sogar um 133 Prozent. Die Zahl der Kunden stieg auf über 1.000.

Für das zweite Quartal prognostiziert das Management 1,8 Milliarden Dollar – über den Analystenschätzungen. Citi und Rosenblatt hoben die Kursziele auf jeweils 225 Dollar an.

Die Q2-Zahlen erscheinen am 3. August. Sie werden zeigen, ob das Wachstumstempo die Bewertung rechtfertigt.

Das KGV von 161 und die operativen Margen von 38 Prozent (EBIT) sind beeindruckend. Sie lassen aber kaum Raum für Fehler. Hinzu kommt ein Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium um einen Datenanalyse-Auftrag.

Die kommende Woche wird die Palantir-Aktie auf mehreren Ebenen fordern. Ob die Rally Bestand hat, entscheidet sich nicht am Freitag – sondern am 3. August.

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