Palantir Aktie: Khan stoppt 50-Millionen-Polizeivertrag
Palantir verliert 50-Millionen-Pfund-Auftrag in London und steht auch in den USA vor politischen Hürden. Das starke operative Wachstum steht im Kontrast zu den regulatorischen Risiken.

- Bürgermeister Khan blockiert Polizeivertrag
- Streit mit US-Geheimdienstbehörde Pentagon
- Umsatzwachstum von 85 Prozent im ersten Quartal
- Aktie notiert unter 200-Tage-Durchschnitt
Palantir bekommt im wichtigen Regierungsgeschäft Gegenwind. In London blockierte Bürgermeister Sadiq Khan einen geplanten Vertrag mit der Metropolitan Police — ausgerechnet in einem Bereich, in dem der KI-Softwareanbieter international weiter wachsen will. Für die Aktie ist das kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Spannungsfelds: starkes Wachstum trifft auf politische und regulatorische Hürden.
Am Montag notiert die Palantir Aktie bei 119,94 Euro und legt damit 1,68 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 16,18 Prozent zu Buche — ein Hinweis darauf, wie empfindlich der Markt auf Zweifel an Bewertung und Auftragssicherheit reagiert.
London stoppt Polizeivertrag
Der geplante Deal mit der London Metropolitan Police hatte ein Volumen von 50 Millionen Pfund. Palantir sollte Software für die Polizeibehörde liefern, doch Khan legte sein Veto ein. Als Begründung nannte er Verstöße gegen Vergaberegeln.
Für Palantir ist das heikel. Der Konzern lebt im öffentlichen Sektor stark vom Vertrauen staatlicher Stellen, klaren Ausschreibungen und langfristigen Verträgen. Wird ein Auftrag auf politischer Ebene gestoppt, kann das andere Behörden vorsichtiger machen — besonders bei sensiblen Datenprojekten.
Palantir und die Polizeibehörde kritisierten die Entscheidung. Der Konflikt zeigt aber, wie anspruchsvoll der Markt für KI-gestützte Datenanalyse im öffentlichen Dienst geworden ist. Technologische Stärke allein reicht dort nicht.
Streit mit dem Pentagon
Auch in den USA läuft es nicht reibungslos. Palantir liegt mit der Defense Intelligence Agency im Streit, einer Nachrichtendienstbehörde des Pentagons. Das Unternehmen will bei einem Auftrag zur Modernisierung des Datenanalysesystems mitbieten.
Der Kern des Konflikts: Palantir wirft der Behörde vor, kommerziell verfügbare Softwarelösungen zu umgehen. Damit geht es nicht nur um einen einzelnen Auftrag, sondern um die Frage, wie offen staatliche Ausschreibungen für etablierte Anbieter von Standardsoftware tatsächlich sind.
Parallel dazu bleibt das operative Momentum stark. Im ersten Quartal 2026 meldete Palantir ein Umsatzwachstum von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr und hob die Prognose für das Gesamtjahr an. Genau dieser Kontrast macht die Aktie derzeit so schwer greifbar: Das Wachstum ist real, die politischen Risiken im Regierungsgeschäft ebenfalls.
Technisch bleibt das Bild angeschlagen. Der Kurs liegt 13,48 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt, während der RSI bei 82,4 auf eine kurzfristig überhitzte Bewegung hindeutet. Die nächsten Impulse dürften weniger aus allgemeinen KI-Schlagworten kommen, sondern aus konkreten Fortschritten bei den umstrittenen Regierungsaufträgen.
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