Palantir Aktie: Kuriose Ereignisse!

Nach einer starken Rally 2025 steht Palantir vor einem wichtigen Quartalsbericht. Analysten sind zwischen Wachstumsbegeisterung und Bewertungssorgen gespalten, während die Aktie zu Jahresbeginn unter Druck geriet.

Die Kernpunkte:
  • Citigroup hebt Kursziel auf 235 US-Dollar an
  • Aktie startet 2026 mit deutlichen Kursverlusten
  • Extrem hohe Bewertung als zentraler Kritikpunkt
  • Rechtsstreit mit KI-Start-up Percepta belastet

Palantir hat 2025 eine beeindruckende Rally hingelegt, steht zum Start ins neue Jahr aber unter genauem Beobachtungsdruck. Analysten sind sich selten so uneins wie bei diesem AI-Titel, der zwischen Begeisterung für das Wachstum und Sorge um die Bewertung hin- und hergerissen wird. Mit einem wichtigen Quartalsbericht Anfang Februar rückt nun die Frage in den Vordergrund, ob das hohe Bewertungsniveau noch gerechtfertigt ist – oder erste Risse sichtbar werden.

Analysten gespalten – Citigroup schiebt an

Den wichtigsten Impuls der vergangenen Tage lieferte Citigroup am 12. Januar. Analyst Tyler Radke stufte die Aktie auf „Buy“ hoch und erhöhte sein Kursziel deutlich auf 235 US‑Dollar. Er verweist vor allem auf die dynamisch zunehmende Nachfrage nach Palantirs KI-Software – sowohl von Regierungsstellen als auch von kommerziellen Kunden.

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In der Analystenlandschaft ist das ein bedeutender Schritt, denn die Einschätzungen könnten kaum weiter auseinanderliegen:

  • Bank of America hält mit 255 US‑Dollar das höchste Kursziel am Markt
  • Morgan Stanley sieht 205 US‑Dollar und bezeichnet Palantir als „Enterprise-AI-Standard“
  • Truist Securities startete die Coverage mit einem Ziel von 223 US‑Dollar
  • Jefferies liegt mit einem Kursziel von nur 70 US‑Dollar am unteren Ende und bleibt bei „Sell“

Im Schnitt kommen die Analysten derzeit auf ein Kursziel von rund 193 US‑Dollar. Ausgehend vom aktuellen Niveau ergibt sich damit ein begrenztes theoretisches Aufwärtspotenzial, was die Vorsicht eines Teils des Marktes widerspiegelt.

Holpriger Start ins Jahr 2026

Nach einem Wertzuwachs von 135 % im Jahr 2025 ist der Jahresauftakt 2026 deutlich rauer verlaufen. Bereits am ersten Handelstag verloren die Papiere mehr als 5 % – ein deutlicher Dämpfer für Anleger, die sich an den steilen Aufwärtstrend gewöhnt hatten.

Am 16. Januar geriet der Titel erneut stärker unter Druck. Die Aktie schloss bei 170,96 US‑Dollar, auf Tagessicht ein Minus von 3,45 %, bei einem Handelsvolumen von 56 Millionen Stück und damit klar über dem Durchschnitt. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Papier dennoch mit gut 140 % im Plus, was die Dimension der vorangegangenen Rally verdeutlicht.

Cathie Wood nimmt Gewinne mit

Für zusätzliche Skepsis sorgte ein Teilverkauf durch ARK Invest. Starinvestorin Cathie Wood trennte sich jüngst von rund 58.700 Palantir-Aktien im Wert von etwa 10 Millionen US‑Dollar aus ihren Flaggschiff-Fonds. Sie hatte ihre Position bereits im Laufe von 2025 schrittweise reduziert, während der Kurs stark anzog.

Marktbeobachter sehen darin vor allem Gewinnmitnahmen nach dem außergewöhnlichen Lauf. Gleichzeitig verstärken solche Transaktionen aber die Diskussion, ob das Chance-Risiko-Verhältnis auf dem aktuellen Niveau noch attraktiv ist.

Rechtsstreit mit Percepta AI

Parallel belastet ein sich zuspitzender Rechtsstreit die Story. Palantir verklagte im Oktober 2025 das KI-Start-up Percepta. Die Vorwürfe: Die Mitgründer Hirsh Jain und Radha Jain, ehemalige Mitarbeiter, sollen Geschäftsgeheimnisse entwendet und versucht haben, Fachkräfte abzuwerben.

Percepta schlägt in den Gerichtsakten vom 13. Januar scharf zurück. Die Anwälte des Start-ups werfen Palantir vor, das junge Unternehmen „zerstören“ zu wollen und potenzielle Wechsler „einschüchtern“ zu möchten. Zudem bezeichnen sie die von Palantir verwendeten nachvertraglichen Vereinbarungen als „offensichtlich überzogen und nicht durchsetzbar“. Der Konflikt birgt nicht nur juristische Risiken, sondern kann auch das Bild des Unternehmens bei Talenten beeinflussen.

Bewertung als zentraler Knackpunkt

Trotz aller Wachstumsfantasie bleibt die Bewertung der kritische Punkt der Investmentstory. Palantir gehört zu den teuersten Titeln im S&P 500 – und das mit deutlichem Abstand:

  • Kurs-Umsatz-Verhältnis: 117x (Spitze im Index)
  • Forward-KGV: 175x
  • Trailing-KGV: 397x
  • Marktkapitalisierung: 407 Milliarden US‑Dollar

Zum Vergleich: Der nächsthöher bewertete Titel auf Umsatzbasis im S&P 500 ist AppLovin mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 40x. Nach Berechnungen aus dem Marktumfeld könnte Palantir selbst nach einem Kursrückgang von rund 65 % immer noch der teuerste Wert im Index bleiben. Genau dieser Abstand sorgt dafür, dass die Aktie bei kleinsten Enttäuschungen anfällig für Korrekturen ist.

Starkes Wachstum stützt die Prämie – vorerst

Warum akzeptieren viele Investoren diese hohen Multiples bislang trotzdem? Die Antwort liegt in den zuletzt präsentierten Geschäftszahlen. Im dritten Quartal 2025 legte Palantir ein beeindruckendes Wachstumstempo vor:

  • Gesamtvertragsvolumen stieg um 151 % auf 2,76 Milliarden US‑Dollar
  • Das US‑kommerzielle Vertragsvolumen wuchs auf 1,3 Milliarden US‑Dollar
  • Die Zahl der Kunden erhöhte sich um 45 % gegenüber dem Vorjahr
  • Der Umsatz beschleunigte sich auf ein Plus von 63 % im Jahresvergleich

Diese Kennzahlen zeigen, dass Palantir seine Plattform immer breiter im Markt verankert und insbesondere im kommerziellen Geschäft in den USA stark expandiert. Solange sich dieses Wachstum fortsetzt oder sogar weiter beschleunigt, erscheint die Bewertung aus bullischer Sicht zumindest teilweise gerechtfertigt. Die Kehrseite: Schon eine leichte Verlangsamung kann angesichts der hohen Erwartungen schnell auf die Stimmung durchschlagen.

Blick auf den 2. Februar

Der nächste entscheidende Termin ist der 2. Februar 2026. Dann legt Palantir die Zahlen für das vierte Quartal vor. Analysten rechnen aktuell mit einem Gewinn je Aktie, der um 64 % über dem Vorjahreswert liegt. Damit steht viel auf dem Spiel: Bestätigen Umsatz- und Ergebnisdynamik das starke Bild aus Q3, könnte das die hohe Bewertung vorerst untermauern. Zeigen sich dagegen Anzeichen einer Abschwächung, dürfte die Diskussion um ein mögliches Übermaß an Vorschusslorbeeren deutlich an Schärfe gewinnen.

Im Konsens lautet das Votum der Analysten derzeit auf „Hold“ – fünf Mal „Buy“, zehn Mal „Hold“ und zwei Mal „Sell“. Diese Verteilung spiegelt den Kernkonflikt bei Palantir wider: außergewöhnliches Wachstum und eine starke Position im KI-Markt auf der einen Seite, extrem ambitionierte Bewertungskennzahlen auf der anderen. Genau diese Spannung entscheidet in den kommenden Wochen, wie es für die Aktie weitergeht.

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