Palantir Aktie: Nebius wird bevorzugter Partner für Sovereign AI

Palantir kooperiert mit Nebius bei staatlicher KI, während starkes Wachstum auf hohe Bewertung und unterschiedliche Analystenurteile trifft.

Die Kernpunkte:
  • Nebius wird bevorzugter Infrastrukturpartner
  • Palantir steigert Quartalsumsatz um 93 Prozent
  • Seeking Alpha stuft Aktie herab
  • 24/7 Wall St. sieht Kurspotenzial

Der US-Softwarekonzern Palantir Technologies verstärkt seine Bemühungen im Bereich der staatlich kontrollierten künstlichen Intelligenz. Am heutigen Dienstag gab das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit dem Infrastrukturanbieter Nebius bekannt.

Im Zentrum der Kooperation steht der Ausbau sogenannter „Sovereign AI“-Lösungen, die es staatlichen Akteuren und hochregulierten Unternehmen ermöglichen sollen, KI-Anwendungen unter strikter Wahrung der Datenhoheit zu betreiben.

Integration von Rechenleistung in Sicherheitsperimeter

Im Rahmen der Vereinbarung ernannte Palantir Nebius zum bevorzugten Partner für souveräne KI-Infrastruktur. Die technische Umsetzung sieht vor, dass die Rechenkapazitäten und Inferenz-Endpunkte von Nebius direkt in die Sicherheitsperimeter von Palantir integriert werden. Dies soll Kunden ermöglichen, auch offene KI-Modelle auf einer spezialisierten Infrastruktur einzusetzen, ohne die Kontrolle über ihre sensiblen Daten oder die Modellparameter zu verlieren.

Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Bereitstellung neuer KI-Kapazitäten deutlich zu beschleunigen. Hierbei setzen die Partner auf modulare Rechenzentren, die flexibel an Standorten mit gesicherter Stromversorgung in Betrieb genommen werden können.

Nebius, das im zweiten Quartal einen Umsatz von 582 Millionen US-Dollar und ein Wachstum von 454 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete, plant zudem massive Investitionen. Das Unternehmen strebt bis Jahresende eine Leistungskapazität zwischen 800 Megawatt und einem Gigawatt an, unterstützt durch angekündigte Investitionsausgaben von bis zu 25 Milliarden US-Dollar.

Starke Quartalszahlen treffen auf hohe Bewertung

Die neue Partnerschaft fällt in eine Phase extremen Wachstums bei Palantir. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz mit einem Plus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders dynamisch entwickelte sich das US-Gewerbegeschäft, das um 149 Prozent zulegte.

Mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,41 US-Dollar wurden die Markterwartungen deutlich übertroffen. Für das Gesamtjahr 2026 hob das Management die Prognose auf eine Spanne zwischen 8,15 und 8,158 Milliarden US-Dollar an.

Trotz der operativen Stärke zeigen sich Analysten hinsichtlich der Marktbewertung gespalten. Die Analysten von Seeking Alpha stuften den Titel jüngst herab und verwiesen auf ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 108 sowie ein Enterprise-Value-zu-Umsatz-Verhältnis von 50. Kritisiert wurden zudem die aktienbasierten Vergütungen, die sich im Berichtsquartal auf 265 Millionen US-Dollar beliefen.

Im Gegensatz dazu sieht das Analysehaus 24/7 Wall St. weiterhin Potenzial und beziffert ein Kursziel von 184,84 US-Dollar, sofern die Wachstumsdynamik im US-Markt anhält.

Strategischer Fokus auf die Energieversorgung

Ein wesentlicher Faktor für den künftigen Erfolg von KI-Plattformen bleibt die Verfügbarkeit von Energie. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Aktivitäten prominenter Investoren wider. Palantir-Mitbegründer Peter Thiel hat über seinen Fonds Thiel Macro im zweiten Quartal verstärkt Positionen in Energieunternehmen aufgebaut.

Rund 72 Prozent des Fondsvolumens flossen in diesen Sektor, während Amazon mit einem Wert von 118 Millionen US-Dollar die größte Einzelposition im Portfolio hält. Der Fokus liegt dabei auf Anbietern, die den enormen Strombedarf moderner KI-Rechenzentren decken können.

An der Börse reagierte die Aktie am heutigen Dienstag mit einem moderaten Rücksetzer und notiert aktuell bei 146,90 €, was einem Tagesminus von 1,5 % entspricht. Damit bewegt sich das Papier rund 18 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im November des vergangenen Jahres erreicht wurde.

Dennoch behauptet der Titel einen deutlichen Vorsprung von 11 % gegenüber seinem 50-Tage-Durchschnitt und bleibt damit charttechnisch in einem intakten Aufwärtstrend.

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