Palantir Aktie: NHS-Vertrag über £330 Millionen gefährdet

Palantir Technologies steht vor einer richtungsweisenden Woche mit Quartalszahlen, während europäische Aufträge wackeln und die Citigroup das Kursziel senkt.

Die Kernpunkte:
  • Bundeswehr plant keine Aufträge
  • Britische NHS-Vertrag wackelt
  • Citi senkt Kursziel auf 210 Dollar
  • Quartalszahlen am 5. Mai erwartet

Zwei Rückschläge in Europa, ein gesenktes Kursziel an der Wall Street und Quartalszahlen am Montag: Palantir Technologies steuert auf eine entscheidende Woche zu.

Die Bundeswehr plant vorerst keine Aufträge an das US-Unternehmen. Thomas Daum, zuständig für die Cyberabwehr der deutschen Streitkräfte, sagte dem Handelsblatt: „Ich sehe das im Moment überhaupt nicht.“ Der Grund ist konkret. Daum erklärte, es sei schlicht undenkbar, externem Industriepersonal Zugang zur nationalen Datenbank zu gewähren. Deutschland hat bereits drei Kandidaten für das Projekt in die engere Wahl gezogen — zwei deutsche Anbieter und ein französisches Unternehmen. Ihre Software soll noch im Sommer getestet werden. Ein Vertrag soll noch vor Jahresende folgen.

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Auch das britische NHS-Projekt wackelt

In Großbritannien gerät Palantir von einer anderen Seite unter Druck. Die britische Regierung erwägt, das Unternehmen vorzeitig aus einem NHS-Datenprojekt zu drängen. Ein Staatssekretär des Gesundheitsministeriums deutete an, der 330-Millionen-Pfund-Vertrag könnte über eine Ausstiegsklausel im kommenden Frühjahr beendet werden — Jahre vor dem ursprünglichen Ende.

Parlamentarier kritisieren die magere Bilanz. Von 13 vereinbarten Kernfunktionen hat Palantir bislang drei oder vier geliefert, und das nur teilweise. Rund 200 NHS-Trusts hatten sich zur Teilnahme angemeldet. Aktiv sind nur etwa die Hälfte. Einen echten Nutzen melden lediglich ein Viertel.

Citi senkt Kursziel, hält aber an „Buy“ fest

Indes lieferte die Wall Street ein gemischtes Signal. Citigroup-Analyst Tyler Radke bestätigte am 28. April seine Kaufempfehlung, senkte aber das Kursziel von 260 auf 210 Dollar. Der Grund ist ungewöhnlich: Radke hob seine Gewinnschätzungen für 2027 und 2028 deutlich an — und reduzierte das Ziel trotzdem. Schuld ist nicht das Geschäft, sondern die Bewertung. Enterprise-Software-Aktien haben 2026 sektorweit einen Bewertungsreset erlebt. Als operative Stützen nannte Radke laufende Großverträge mit Airbus und Stellantis.

Die Palantir-Aktie verlor am Mittwoch rund 3,3 Prozent auf 116,34 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus fast 19 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 179,86 Euro ist der Kurs mehr als 35 Prozent entfernt.

Quartalszahlen am 5. Mai als Lackmustest

Der eigentliche Fokus liegt auf dem Quartalsbericht, den Palantir am 5. Mai nach US-Börsenschluss vorlegt. Der Konsens erwartet einen Umsatz von rund 1,53 Milliarden Dollar — ein Plus von etwa 74 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim bereinigten Gewinn je Aktie rechnen Analysten mit 0,28 Dollar, mehr als doppelt so viel wie im Q1 2025.

Palantir selbst peilt für das Gesamtjahr 2026 rund 7,2 Milliarden Dollar Umsatz an. Insider-Verkäufe in Höhe von über 43 Millionen Dollar in den vergangenen 90 Tagen — darunter ein größerer Verkauf von Mitgründer Peter Thiel — belasten die Stimmung zusätzlich. Die Quartalszahlen werden zeigen, ob das US-Geschäft stark genug ist, um die europäischen Gegenwind zu kompensieren. Auf dem Earnings Call dürfte das Management zu den Rückschlägen in Deutschland und Großbritannien Stellung nehmen müssen.

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