Palantir Aktie: Quartalszahlen am 3. August

Palantir bestätigt Termin für Q2-Zahlen am 3. August. Analysten prognostizieren Umsatzsprung auf 1,8 Mrd. USD bei verdoppeltem Gewinn je Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Quartalszahlen am 3. August 2026
  • Umsatzprognose von 1,8 Milliarden US-Dollar
  • Gewinn je Aktie soll sich verdoppeln
  • Insiderverkäufe trotz positiver Geschäftsentwicklung

Palantir Technologies hat den Termin für seine nächsten Quartalszahlen offiziell bestätigt: Der Softwarekonzern legt seine Ergebnisse für das zweite Quartal am 3. August 2026 nach Börsenschluss vor. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 116,60 Euro und liegt damit über sieben Handelstage 3,24 Prozent im Plus, auf Monatssicht stehen 1,60 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn bleibt jedoch ein Minus von 18,52 Prozent, auf Zwölfmonatssicht ein Rückgang von 10,10 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 179,98 Euro aus dem November 2025 trennen den Titel derzeit 35,22 Prozent, zum 52-Wochen-Tief bei 93,30 Euro von Ende Juni 2026 beträgt der Abstand knapp 24,97 Prozent. Der RSI von 55,4 signalisiert eine neutrale Marktverfassung, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 49,48 Prozent unterstreicht die anhaltend hohen Kursschwankungen. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf umgerechnet 272,72 Milliarden Euro.

Analysten erwarten kräftiges Wachstum

Für das zweite Quartal rechnen Analysten laut Yahoo Finance und GuruFocus mit einem Umsatz von rund 1,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von etwa 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der erwartete Gewinn je Aktie von 0,35 US-Dollar würde sich mehr als verdoppeln. Im ersten Quartal 2026 hatte Palantir bereits einen Umsatz von 1,63 Milliarden US-Dollar gemeldet, ein Zuwachs von 84,7 Prozent, während das US-Geschäft mit gewerblichen Kunden um 133 Prozent zulegte. Der operative Gewinn nach GAAP erreichte 754 Millionen US-Dollar bei einer Marge von 46 Prozent. Für das zweite Quartal hat das Unternehmen selbst eine Umsatzspanne mit einem Mittelwert von 1,799 Milliarden US-Dollar sowie eine bereinigte operative Marge von 59,2 Prozent in Aussicht gestellt, bei einem Gewinn je Aktie von 0,28 US-Dollar.

Die Investmentbank D.A. Davidson stufte die Aktie zuletzt auf Kaufen hoch und nennt ein Kursziel von 175 US-Dollar. Jefferies bleibt vorsichtiger und verweist darauf, dass die aktuelle Bewertung eine, wie es das Analysehaus formuliert, „heroische Haltbarkeitsannahme“ bei den Wachstumsraten voraussetze. Der Analystenkonsens liegt bei einem Kursziel von 183,12 US-Dollar, verteilt auf 20 Kauf-, 10 Halte- und 2 Verkaufsempfehlungen. Quiver Quantitative beziffert das mediane Kursziel auf 200 US-Dollar. Auf Basis der letzten zwölf Monate wies Palantir laut Trefis einen Umsatz von 5,2 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 68 Prozent, bei einer operativen Marge von 38 Prozent und einem freien Cashflow von 2,7 Milliarden US-Dollar.

Behördenaufträge und neue KI-Modelle stützen die Bull-Case

Die US-Kleinunternehmensbehörde SBA hat ihren Einsatz von Palantir-Software zur Betrugsbekämpfung im Rahmen von Pandemiehilfsprogrammen ausgeweitet. Bislang wurden 150.000 Kreditnehmer in fünf Bundesstaaten suspendiert, verbunden mit mutmaßlichem Betrug von über 10 Milliarden US-Dollar. Mehr als 560.000 verdächtige Kreditnehmer mit einem Volumen von 22 Milliarden US-Dollar wurden inzwischen an das Finanzministerium weitergeleitet. Hinzu kommen neue Kooperationen mit Rackspace, SNP und dem Versicherer GNP Seguros. Simply Wall St leitet daraus ein Umsatzszenario von 10,8 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 3,6 Milliarden US-Dollar bis 2028 ab, was einem jährlichen Wachstum von 40,7 Prozent entspräche, sowie einen fairen Wert von 185,70 US-Dollar. Parallel hat Palantir seine KI-Plattform AIP im Juli um die Modelle Grok-4.5 von xAI, die GPT-5.6-Serie von OpenAI sowie Claude Sonnet 5 von Anthropic erweitert und neue Funktionen für Massen-Installationen und Automatisierungsprozesse eingeführt.

Skepsis bleibt: Insiderverkäufe und die Burry-Wette

Trotz der operativen Dynamik bleibt die Skepsis unter einem Teil der Investoren bestehen. Der Investor Michael Burry hält seine im Herbst 2025 eröffnete Short-Position weiterhin für gerechtfertigt. Zugleich meldete Palantir für das zweite Quartal Lobbyausgaben von 100.000 US-Dollar zu den Themen Sicherheit und Datenschutz. Firmendirektor Alexander D. Moore reichte am 15. Juli eine Mitteilung über den geplanten Verkauf von 48.000 Class-A-Aktien im Marktwert von rund 6,42 Millionen US-Dollar ein, nachdem er in den drei Monaten zuvor bereits 32.000 Aktien für 4,28 Millionen US-Dollar veräußert hatte. Laut Quiver Quantitative verkauften Insider in jüngerer Zeit 105-mal, ohne einen einzigen Kauf zu tätigen. Für Anleger bleibt damit die Kombination aus hohem Wachstum, ambitionierter Bewertung und anhaltenden Insiderverkäufen der zentrale Spannungsbogen bis zur Vorlage der Quartalszahlen am 3. August.

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