Palantir Aktie: Rauswurf durch DGSI

Frankreichs Inlandsgeheimdienst DGSI ersetzt Palantir-Software durch heimische Lösung. Das Unternehmen verweist auf langfristige Verträge, die Aktie bleibt charttechnisch schwach.

Die Kernpunkte:
  • DGSI plant Wechsel zu ChapsVision
  • Übergang soll mehrere Jahre dauern
  • Umsatzsprung auf 1,63 Milliarden Dollar
  • Aktie notiert unter 200-Tage-Linie

Frankreichs Inlandsgeheimdienst DGSI plant den Wechsel. Die US-Software von Palantir soll durch eine heimische Lösung ersetzt werden. Premierminister Sébastien Lecornu begründet diesen Schritt mit digitaler Souveränität. Das trifft einen wunden Punkt bei europäischen Regierungsaufträgen.

Langwieriger Abschied

Die DGSI nutzt Palantirs Software seit Ende 2015. Damit analysieren die Ermittler riesige Datenmengen. Künftig soll das französische Unternehmen ChapsVision diese Aufgabe übernehmen. Paris will die Abhängigkeit von US-Technologien bei sensiblen staatlichen Systemen reduzieren.

Ein abrupter Schnitt bleibt allerdings aus. Der Übergang zur neuen Software dürfte mehrere Jahre dauern. Palantir selbst betont die bestehende Partnerschaft. Der Konzern verweist auf einen langfristigen Vertrag. Dieser wurde erst Ende 2025 um mehrere Jahre verlängert.

Politisches Risiko trifft auf starkes Wachstum

Finanziell federt Palantir solche Rückschläge locker ab. Im ersten Quartal 2026 sprang der Umsatz auf 1,63 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn stieg parallel dazu auf 870,5 Millionen Dollar. Ein massiver Sprung im Vergleich zum Vorjahr.

Zudem sitzt das Unternehmen auf enormen Reserven. Die Kasse war Ende März mit 2,29 Milliarden Dollar gefüllt. Hinzu kommen marktgängige Wertpapiere für gut 5,7 Milliarden Dollar. Der französische Auftrag bedroht also nicht die Bilanz. Er markiert vielmehr ein strategisches Problem im europäischen Markt.

Aktie bleibt unter Druck

An der Börse spiegelt sich die gemischte Stimmung wider. Die Palantir-Aktie schloss am Donnerstag bei 112,12 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 22 Prozent. Damit notiert das Papier deutlich unter der 200-Tage-Linie von 137,11 Euro.

Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von rund 180 Euro bleibt groß. Palantir wächst im US-Markt und im kommerziellen Sektor rasant. Diese Dynamik muss den europäischen Gegenwind nun dauerhaft ausgleichen. Die Aktie benötigt neue Großaufträge, um den charttechnischen Abwärtstrend zu brechen.

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