Palantir Aktie: Umsatz springt 85 Prozent auf 1,63 Milliarden
Palantir-Chef Karp kritisiert KI-Entwicklung als Treiber sozialer Ungleichheit, während das Unternehmen selbst mit KI-Tools Effizienz steigert.

- Karp warnt vor KI-bedingter Ungleichheit
- Palantir plant Personalabbau bei Umsatzwachstum
- Umsatzplus von 85 Prozent im ersten Quartal
- Expansion in Rechts- und Gesundheitsbereich
Alex Karp hat eine ungewöhnlich offene Warnung ausgesprochen. Der Palantir-Chef sieht in der rasanten KI-Entwicklung ein ernstes gesellschaftliches Risiko — und nimmt dabei auch die eigene Branche ins Visier.
KI als Treiber von Ungleichheit
Karp argumentiert, dass die Gewinne aus KI-Investitionen überproportional bei ohnehin Wohlhabenden landen. Das könnte populistische Reaktionen auslösen. Technologiemanager, die öffentlich KI-bedingte Entlassungen feiern, treiben Wähler nach seiner Einschätzung in radikale politische Lager.
Besonders scharf kritisiert er OpenAI und Anthropic. Sein Vorwurf: Diese Labore betreiben sogenanntes „Tokenmaxxing“ — sie fokussieren sich auf theoretische Zukunftsfähigkeiten statt auf konkrete Unternehmensanforderungen. Viel von dem, was Anthropic öffentlich präsentiert, laufe ohnehin auf Palantirs Infrastruktur, so Karp.
Weniger Mitarbeiter, mehr Umsatz
Palantir selbst verfolgt eine klare Effizienzstrategie. Das Unternehmen beschäftigte laut Jahresbericht 2025 rund 4.400 Vollzeitmitarbeiter. Karp hat das Ziel ausgegeben, die Belegschaft auf 3.600 zu reduzieren — während der Umsatz gleichzeitig wachsen soll. KI-Tools sollen die Produktivität je Mitarbeiter so weit steigern, dass zusätzliche Einstellungen überflüssig werden.
Das erste Quartal 2026 zeigt, dass das Modell funktioniert. Der Umsatz stieg auf 1,63 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,33 Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen von 0,28 Dollar.
Expansion in Recht und Gesundheit
Palantir baut sein Geschäft gezielt in neue Bereiche aus. Mit der Anwaltskanzlei Kirkland & Ellis entsteht eine KI-Plattform für Private-Equity-Fundraising. Kirkland & Ellis investiert dafür rund 500 Millionen Dollar in eigene KI-Kapazitäten — ein Signal, dass sich die Branche von stunden- hin zu aufgabenbasierter Abrechnung bewegt.
In Großbritannien verteidigt Palantirs regionaler Chef Louis Mosley das wachsende Engagement im Gesundheitssystem NHS und beim Verteidigungsministerium. Außerdem fechtet das Unternehmen ein Veto des Londoner Bürgermeisters an — dieser hatte Palantirs Zusammenarbeit mit der Metropolitan Police blockiert.
Kurs unter Druck
An der Börse spiegelt sich der operative Erfolg derzeit kaum wider. Die Aktie notiert bei rund 112,58 Euro und hat seit Jahresbeginn mehr als 21 Prozent verloren. Mit einem RSI von 41 zeigt der Kurs neutrale bis leicht bärische Dynamik — trotz starker Quartalszahlen im Rücken.
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