Palantir Aktie: US Army vergibt 48-Millionen-Auftrag

Palantir erhält von der US Army einen Auftrag über 48,1 Millionen Dollar, während europäische Konkurrenten und Analysten die Bewertung kritisch prüfen.

Die Kernpunkte:
  • US Army vergibt 48,1-Millionen-Dollar-Auftrag
  • Neun alte Munitionssysteme sollen weichen
  • Thales entwickelt unabhängige Militär-KI
  • Analysten bewerten Palantir deutlich unterschiedlich

Palantir-Chef Alex Karp geht mit den Entwicklern fortschrittlicher Künstlicher Intelligenz hart ins Gericht und warnt vor massiven rechtlichen Risiken für die gesamte Technologiebranche. In einem Interview mit dem US-Sender CNBC forderte der Unternehmenslenker eine zivil- und strafrechtliche Haftung für Betreiber sogenannter Frontier-Modelle.

Ohne drastische staatliche Eingriffe bis hin zu Verstaatlichungen drohten Unternehmen andernfalls Klagewellen unzufriedener Kunden, die den Abfluss ihres eigenen geschäftlichen Vorsprungs durch externe KI-Modelle fürchten.

Während Karp auf regulatorische Härte pocht, treibt der Daten- und Analysespezialist sein operatives Geschäft im Verteidigungssektor weiter voran.

Neuer Millionenvertrag mit den US-Streitkräften

Am Freitag erhielt die Unternehmenstochter Palantir USG von der US Army einen neuen Auftrag im Wert von exakt 48.094.071 Dollar. Das Vorhaben sieht die umfassende Modernisierung und Konsolidierung des Munitionsmanagements über den gesamten Lebenszyklus vor.

Die Plattform von Palantir soll neun bisherige Altsysteme ersetzen, darunter das System zur Modernisierung der Standardmunition der Armee. Der Vertrag umfasst eine zwölfmonatige Basisperiode mit einer Verlängerungsoption auf bis zu fünf Jahre.

Dieser Neuabschluss unterstreicht die tiefe Verankerung des Konzerns im US-Sicherheitsapparat. Gleichzeitig wächst jedoch international der Druck lokaler Wettbewerber, insbesondere auf den europäischen Märkten.

Europäische Souveränität als Prüfstein

In Europa formiert sich zunehmend Widerstand gegen die Vorherrschaft US-amerikanischer Militär-KI. Der französische Rüstungskonzern Thales präsentierte mit Hexaforce eine eigene Befehls- und Kontrollplattform für Großoperationen mit mehr als 100.000 Einsatzkräften.

Das System zielt explizit darauf ab, Einsätze unabhängig von US-Exportkontrollen zu ermöglichen. Thales-Chef Patrice Caine betonte, Palantir decke lediglich einen kleinen Teil der NATO-Anforderungen ab, nachdem das Bündnis im vergangenen Jahr das Maven Smart System von Palantir für operative Aufgaben ausgewählt hatte.

Auch in Großbritannien geraten die Verbindungen des Unternehmens zur öffentlichen Hand in den Fokus. Während Palantir den früheren Labour-Politiker Tom Watson als leitenden Manager für das UK-Geschäft verpflichtete, prüfen Regierungsstellen eine Ausstiegsklausel im Rahmenvertrag mit dem nationalen Gesundheitsdienst NHS, die ab Frühjahr 2027 greifen könnte.

Diskrepanz bei den Analysten

An den Finanzmärkten schlug sich die Nachrichtenlage zuletzt verhalten positiv nieder. Zum Wochenausklang beendete die Aktie den Handel am Freitag bei 154,58 Euro mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent.

Die Einschätzungen an der Wall Street bleiben angesichts der hohen Bewertung gespalten. Die Schweizer Großbank UBS stufte das Papier jüngst als bevorzugten Sektorfavoriten ein und veranschlagt ein Kursziel von 250 US-Dollar.

Auf der Gegenseite mahnt Jefferies-Analyst Brent Thill zur Vorsicht: Er sieht den fairen Wert bei lediglich 80 US-Dollar und begründet seine Skepsis mit den extrem ambitionierten Bewertungsmultiplikatoren im Branchenvergleich. Palantir muss in den kommenden Quartalen beweisen, dass die hohe Wachstumsdynamik die Premiumbewertung weiterhin tragen kann.

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