Palantir Aktie: US-Firmenkundenumsatz springt 133 Prozent

Dells Rekordumsätze mit KI-Servern beflügeln Palantir. Die Aktie legt deutlich zu, gestützt durch eigene starke Quartalszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Tagesplus von über 9 Prozent
  • Dells KI-Infrastrukturumsatz explodiert
  • Palantir mit eigenem Rekordquartal
  • Bewertung bleibt mit KGV 203 hoch

Palantir hat den Mai mit dem stärksten Tagesgewinn seit mehr als einem Jahr beendet. Der Auslöser kam nicht aus dem eigenen Haus, sondern aus dem Partnernetzwerk: Dell lieferte Zahlen, die den KI-Infrastrukturhunger eindrucksvoll bestätigten. Für Palantir ist das wichtig, weil die Software in Dells KI-Fabrik eingebunden ist.

Am Freitag schloss die Aktie bei 134,24 Euro, ein Plus von 9,12 Prozent. Auf Wochensicht steht damit ein Zuwachs von 13,80 Prozent. Seit Jahresanfang liegt der Wert trotzdem 6,19 Prozent hinten und notiert 25,36 Prozent unter dem Hoch von 179,86 Euro.

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Dell gibt den Takt vor

Dell meldete für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 43,84 Milliarden Dollar, ein Plus von 88 Prozent zum Vorjahr. Das war deutlich mehr, als der Markt erwartet hatte.

Auch beim Ergebnis überzeugte Dell. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 4,86 Dollar nach einem Konsens von 2,96 Dollar. Besonders wichtig für Palantir: Der Umsatz mit KI-optimierten Servern sprang auf 16,13 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 757 Prozent.

Damit bekommt Palantirs Partnerstory mehr Substanz. Wenn Unternehmen KI-Infrastruktur in großem Stil aufbauen, wächst auch der Bedarf an Software, die Daten, Modelle und operative Prozesse zusammenführt. Genau an dieser Schnittstelle will Palantir verdienen.

Ein weiterer Impuls kam aus Washington. Die Trump-Regierung prüft direkte Finanzhilfen für US-Drohnenhersteller, unter Einbindung von Pentagon und Office of Strategic Capital. Palantir wurde dabei nicht ausdrücklich genannt, der Markt verbindet die Plattform jedoch eng mit militärischen Anwendungen und Drohneneinsätzen.

Software-Erholung nimmt Fahrt auf

Die Rallye blieb nicht auf Palantir beschränkt. Auch Snowflake, ein weiterer Partner im KI-Ökosystem, hatte starke Ergebnisse vorgelegt und damit die Stimmung im Softwaresektor gedreht.

Das trifft einen wunden Punkt der vergangenen Monate. Viele Investoren zweifelten daran, ob KI-Ausgaben über Chips und Rechenzentren hinaus wirklich bei Unternehmenssoftware ankommen. Dieses Narrativ bekommt Risse, wenn Palantir und Snowflake parallel Rekordzahlen liefern.

Softwarewerte beendeten den besten Monat seit 2001. 22V Research zählt Palantir zu den Unternehmen mit starken Gewinnrevisionen und besserer Ergebnisstimmung. Die Einstufung basiert auf einem Score, der misst, wie optimistisch Managementteams in ihren Telefonkonferenzen klangen.

Palantirs eigene Zahlen stützen die Rallye

Die jüngste Kursbewegung steht nicht isoliert. Palantir hatte Anfang Mai bereits außergewöhnlich starke Quartalszahlen vorgelegt. Der Gesamtumsatz wuchs um 85 Prozent auf 1,633 Milliarden Dollar.

In den USA fiel das Wachstum noch stärker aus. Dort legte der Umsatz um 104 Prozent auf 1,282 Milliarden Dollar zu.

Im US-Geschäft mit Firmenkunden stieg der Umsatz um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr peilt Palantir nun rund 7,66 Milliarden Dollar Umsatz an. Die Zielmarke für das US-Firmenkundengeschäft liegt bei mindestens 120 Prozent Wachstum.

Der Nettogewinn hat sich in etwa vervierfacht und erreichte 870,5 Millionen Dollar. Der verbleibende Vertragswert stieg auf 11,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 98 Prozent. Das zeigt: Die größeren Deals kommen nicht nur in der Story vor, sie tauchen auch im Auftragsbestand auf.

Bewertung bleibt der Haken

Die Euphorie hat einen Preis. Palantir wird mit einem KGV von 203 gehandelt, während Insider in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von 422 Millionen Dollar verkauft haben. Gemeldete Insiderkäufe gab es in diesem Zeitraum nicht.

Besonders sichtbar war der Verkauf von CEO Alexander Karp. Er veräußerte am 20. Mai 397.744 Aktien und erzielte damit rund 54 Millionen Dollar.

Der Analystenkonsens bleibt dennoch freundlich. Das mittlere Kursziel liegt bei 183,73 Dollar; die Spanne reicht von 70 bis 255 Dollar. Neunzehn Analysten raten zum Kauf, zwei zum Verkauf.

Palantir hat jetzt Rückenwind aus dem Partner-Ökosystem und aus den eigenen Zahlen. Im August folgen die Q2-Zahlen; dann zählt, ob die erhöhte Umsatzprognose von rund 7,66 Milliarden Dollar durch weitere Nachfrage im US-Firmenkundengeschäft untermauert wird.

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