Palantir vor der entscheidenden Bewertungsfrage
Trotz Rekordzahlen im US-Commercial-Geschäft klaffen die Kursziele der Analysten für Palantir weit auseinander. Die Spanne reicht von 80 bis 255 US-Dollar.

- Kursziele zwischen 80 und 255 Dollar
- US-Commercial-Wachstum von 149 Prozent
- Michael Burry hält an Short-Wetten fest
- ARK Invest trennt sich von Palantir
Nach dem Milliarden-Gewinn im zweiten Quartal am vergangenen Samstag hat sich die Palantir-Aktie weiter gefestigt, seither steht ein Plus von 2,0 Prozent zu Buche.
Am Montag lieferte der Markt jedoch ein Signal, das genauer hinschauen lässt als der Kursverlauf allein: Eine von S&P Global zusammengestellte Umfrage unter 32 Analysten ergab zwar im Konsens eine Kaufempfehlung – doch die Kursziele reichen von 80 bis 255 US-Dollar.
Eine derart breite Spanne bei einem inzwischen mit rund 357,78 Milliarden Euro bewerteten Unternehmen zeigt, wie tief die Meinungen über den fairen Wert von Palantir auseinanderliegen. Genau diese Uneinigkeit macht die kommenden Wochen für Anleger zur Weggabelung.
Die entscheidende Frage
Der Kern der Debatte lässt sich auf einen Punkt zuspitzen: Trägt das Wachstumstempo im US-Commercial-Geschäft eine Bewertung, die technisch längst überhitzt wirkt?
Der RSI-Wert von 73,3 signalisiert eine überkaufte Aktie, und trotz der jüngsten Rally notiert das Papier noch 15,66 Prozent unter seinem Rekordhoch von 179,98 Euro vom 3. November 2025. Die Aktie hat sich damit von ihrem Tief deutlich erholt, bewegt sich aber in einem Spannungsfeld zwischen fundamentaler Dynamik und der Sorge, dass der Markt diese Dynamik bereits vollständig eingepreist hat.
Wer jetzt zugreift, wettet darauf, dass die zuletzt angehobene Jahresprognose von 8,15 bis 8,158 Milliarden US-Dollar nicht das obere Ende, sondern erst eine Zwischenstation ist.
Bullisches Szenario
Für die Optimisten spricht die Wucht der operativen Zahlen. Das US-Commercial-Geschäft wuchs im zweiten Quartal um 149 Prozent, der freie Cashflow legte laut Rosenblatt-Analyst John McPeake um 115 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar zu, bei einer Marge von 63 Prozent – aus seiner Sicht ein Beleg dafür, dass Palantirs Geschäftsmodell nicht nur wächst, sondern zunehmend Substanz erzeugt.
Citi-Analyst Tyler Radke hob sein Kursziel am 4. August auf 245 US-Dollar an und begründete dies mit beschleunigtem Umsatzwachstum, Rekordwerten im US-Commercial-Segment und stärkeren Vertragskennzahlen.
Mehrere weitere Häuser zogen mit Kurszielanhebungen zwischen 156 und 225 US-Dollar nach, DA Davidson etwa sprach von einer „parabolischen“ Nachfrage nach den KI-Lösungen des Unternehmens in den USA.
Sollte sich dieses Tempo im dritten Quartal fortsetzen, für das Palantir einen Umsatz zwischen 2,16 und 2,164 Milliarden US-Dollar sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis von 1,292 bis 1,296 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt hat, dürfte die Bewertungsdebatte zugunsten der Bullen ausgehen.
Bärisches Szenario
Die Gegenseite verweist auf Warnsignale, die sich nicht wegdiskutieren lassen. Der Investor Michael Burry hält weiterhin an seinen Short-Wetten gegen Palantir und andere KI-Aktien fest und kommentierte am Freitag pointiert, in „Trumps Markt“ spiele der Preis derzeit keine Rolle.
Auch bei institutionellen Investoren gibt es Bewegung in die andere Richtung: Cathie Woods ARK Invest trennte sich Medienberichten zufolge am Donnerstag von ihrer Palantir-Position.
Am selben Tag verkaufte Unternehmens-CTO Shyam Sankar im Rahmen eines im März festgelegten Handelsplans 35.000 Aktien zu Preisen zwischen 153,07 und 157,52 US-Dollar – ein Vorgang, der für sich genommen wenig aussagt, im Kontext der breiteren Skepsis aber Beachtung findet.
Cantor-Fitzgerald-Analyst Thomas Blakey bleibt mit einem Kursziel von 156 US-Dollar und neutraler Einstufung der vorsichtigste unter den namentlich bekannten Stimmen. Die annualisierte Volatilität der Aktie unterstreicht zusätzlich, dass Kursausschläge in beide Richtungen jederzeit möglich sind.
Ausblick
Solange Palantir seine Wachstumsraten im US-Commercial-Geschäft in der Nähe der zuletzt gesehenen Größenordnung hält und die für das dritte Quartal angekündigte Guidance erreicht oder übertrifft, dürfte die Konsenserwartung von durchschnittlich 189,90 US-Dollar tragfähig bleiben – rechnerisch ein Aufschlag von 8,37 Prozent auf Zwölfmonatssicht, wie der Analystenkonsens vom Montag ausweist.
Kippt dagegen das Wachstumstempo im US-Commercial-Segment merklich, oder mehren sich Anzeichen, dass Insider und prominente Investoren aus Überzeugung statt aus Portfoliogründen verkaufen, dürfte die Diskussion um die überkaufte technische Lage schnell wieder in den Vordergrund rücken.
Der nächste konkrete Prüfstein ist die für das dritte Quartal 2026 in Aussicht gestellte Umsatz- und Ergebnisspanne, an der sich zeigen wird, welches der beiden Szenarien für Palantir die Oberhand gewinnt.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 11. August liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




