Palantir: Zwischen Rekordzahlen und Karps Verkaufsplan
Palantir überzeugt mit starkem Quartalswachstum, doch ein geplanter Aktienverkauf des CEOs und Bewertungssorgen bremsen die Euphorie. Der KI-Hype zeigt Widersprüche.

- Umsatzplus von 94 Prozent im Q2
- CEO Karp plant Aktienverkauf
- Stärkster Tagesrückgang seit Mai 2025
- Burry verdoppelt Wetten gegen Palantir
Es gibt Aktien, die einfach steigen. Und es gibt Palantir, das gerade vorführt, wie Wachstum, Größenwahn und Nervosität gleichzeitig in einem Kurs stecken können. Die Kolumne dieser Woche handelt nicht davon, ob Palantir „zu teuer“ ist – das fragen sich seit Monaten alle. Sie handelt davon, was diese Aktie über den Zustand des gesamten KI-Hypes verrät.
Die Zahlen, die alle sprachlos machen
Beginnen wir mit dem, was Palantir tatsächlich geliefert hat. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 94 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie übertraf die Konsensschätzung um 6 Cent auf 41 Cent.
Besonders bemerkenswert: Das US-Commercial-Geschäft, also die Software-Verträge mit amerikanischen Unternehmen außerhalb von Regierungsaufträgen, wuchs um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar.
Das US-Regierungsgeschäft legte um 90 Prozent zu. Für das Gesamtjahr hob das Unternehmen seine Umsatzprognose auf 8,15 bis 8,158 Milliarden Dollar an – deutlich über dem, was Analysten vorher erwartet hatten.
Jim Cramer sagte in seiner Sendung Mad Money, Palantir verdiene nach dieser Vorstellung „ein bisschen mehr Liebe“. Das ist eine bemerkenswerte Formulierung für eine Aktie, die längst zu den am meisten diskutierten Werten der Börse zählt. Denn Liebe allein erklärt keine Bewertung, bei der das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der letzten zwölf Monate bei über 140 liegt – während Microsoft bei etwa 28 und Alphabet bei rund 17 notieren.
Karps Verkaufsplan als Stimmungsdämpfer
Und dann kam der Bruch. Nachdem die Aktie ihre Rekordzahlen zunächst mit einem kräftigen Kurssprung gefeiert hatte, drückten Berichte über einen Aktienverkaufsplan von CEO Alex Karp sowie Sorgen um mögliche Kürzungen im Verteidigungsbudget die Stimmung spürbar. Es war der stärkste Tagesrückgang seit Mai 2025 – ausgerechnet für ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell so eng mit dem Vertrauen der Anleger in seine Führung verknüpft ist wie kaum ein anderes im KI-Sektor.
Zum aktuellen Handelsschluss vom Freitag notierte die Aktie bei 150,46 Euro, nach einem Tagesverlust von 3,1 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 29 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, wie stark die Bewegung nach den Quartalszahlen tatsächlich war, auch wenn sich die Rally seither wieder abgekühlt hat.
Seit Jahresbeginn liegt das Papier hingegen mit 4,2 Prozent im Minus, ein Kontrast, der zeigt: Wer nur auf die jüngste Euphorie schaut, übersieht die längere Achterbahnfahrt.
Der eigentliche Widerspruch: Wette gegen die eigene Story
Hier wird es interessant für jeden, der die größere Erzählung hinter Palantir verstehen will. Michael Burry, bekannt für seine frühzeitige Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise, hat seine Put-Optionen auf Palantir verdoppelt – mit einem Ausübungspreis im niedrigen dreistelligen Dollarbereich und Laufzeit bis 2026 oder 2027. Gleichzeitig hielten laut den jüngsten Meldedaten 96 Hedgefonds die Aktie im ersten Quartal, mehr als noch ein Quartal zuvor. Das ist die Palantir-Realität in einem Satz: Die einen bauen auf explosives Wachstum in einem Markt, der KI-Software noch immer unterschätzt. Die anderen wetten darauf, dass eine Bewertung mit einem Forward-KGV im dreistelligen Bereich irgendwann auf den Boden der Tatsachen zurückfällt.
Ist das nicht genau das Muster, das den gesamten KI-Boom gerade prägt? Rekordmargen bei den großen Tech-Konzernen, ein Aktienmarkt, der neue Höchststände feiert, und mittendrin Unternehmen wie Palantir, deren operative Zahlen fast schon zu gut aussehen, um nicht misstrauisch zu machen.
Was von der Woche bleibt
Palantir hat geliefert – daran gibt es wenig zu deuteln. Die operative Marge von 43 Prozent und ein Umsatzwachstum von fast 80 Prozent über die letzten zwölf Monate sind Zahlen, von denen die meisten Softwareunternehmen nur träumen können.
Aber der Kurs bewegt sich derzeit weit über seinem 50-Tage-Durchschnitt, was die Nervosität nach den jüngsten Tagen erklärt. Die Frage, die bleibt, ist nicht, ob Palantir wächst. Sondern ob der Markt bereit ist, für dieses Wachstum auf Dauer einen Preis zu zahlen, der kaum noch Raum für Enttäuschungen lässt.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 15. August liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




