Palfinger: Aktie vor wichtigem Chartsignal

Mit einer positiven Reaktion quittierte der Markt die Vorlage des Geschäftsberichtes 2016 von Palfinger. Denn das Unternehmen konnte sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Gewinn neue Rekordwerte verbuchen. Damit schafft man auch die Grundlage, an der Börse eine wichtige Chart-Hürde nehmen zu können.

© Palfinger

Palfinger ist zwar kein Mitglied des ATX, gehört aber dennoch zur Spitzengruppe der österreichischen Industrie. Das Unternehmen stellt hydraulische Hebe- und Ladevorrichtungen her. Bestimmt sind Sie als Autofahrer schon einmal hinter einem sogenannten Selbstlader-Lkw hinterher gefahren, der über einen Ladekran von Palfinger verfügte.

Palfinger mit neuen Rekordwerten bei Umsatz und Gewinn

Im vergangenen Jahr konnte Palfinger kräftig zulegen. Der konsolidierte Umsatz stieg um 10,3 % auf rund 1,36 Milliarden Euro. Das stellte einen neuen Rekordwert dar. Beim EBIT erreichte das Unternehmen mit 106 Millionen Euro ebenfalls einen Höchstwert. Bereinigt um Restrukturierungskosten erhöhte sich dieser Wert sogar um überproportional um 11,7 % auf 172,5 Millionen Euro, was einer leichten Verbesserung der Marge auf 12,7 % entsprach.

Der Wachstumsschub war dabei vor allem einem Zukauf im Bereich Marine-Geschäft zu verdanken. Letztes Jahr hatte man die in Norwegen beheimatete Harding Gruppe übernommen. Diese gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Rettungsgeräten (zum Beispiel Rettungsinseln) und den entsprechenden Dienstleistungen. Durch die Übernahme ist Palfinger nun in zwei Hauptsegmenten aufgestellt.

Segment Land besonders wachstumsstark

Im Segment Land, das im wesentlichen das schon bekannte Produktportfolio an Kranen etc. umfasst, konnte Palfinger im vergangenen Jahr in faktisch allen wichtigen Absatzregionen wie Europa Nordamerika, den GUS-Staaten sowie im asiatisch-pazifischen Raum Zugewinne verbuchen. Der Gesamtumsatz in der Sparte legte 8,5 % auf 1,16 Milliarden Euro zu. Das Sparten-EBIT exklusive Restrukturierungskosten konnte um 21,6 % auf 138,3 Millionen Euro verbessert werden.

In der neu geschaffenen Sparte See wurde auch durch die Konsolidierung von Harding ein Umsatzwachstum von 17,7 % erreicht. Das EBIT vor Restrukturierungskosten sank vorerst um 81 % auf rund 2,9 Millionen Euro, dürfte aber in den Folgejahren wieder deutlich ausgebaut werden. In der Sparte hat Palfinger neben der Neuerwerbung auch die bestehenden Produktgruppen wie Marinekrane, Windkrane und Offshore-Equipment zusammengefasst.

Kann die Aktie das Zwischenhoch aus 2014 knacken?

Ein Blick auf die Aktie: Der Wert notiert fast wieder auf 52-Wochen-Hoch. Allerdings ist hier die langfristige Betrachtung am spannendsten. Denn mit Blick auf die vergangenen Jahre nähert sich Palfinger einer wichtigen Widerstandszone bei 34 Euro. Gelänge hier der Ausbruch, wäre der Weg frei in Richtung 43 Euro und angesichts einer weiterhin eher moderaten Bewertung (erwartetes KGV 2017: 14 – Peer Group 21) wohl auch noch darüber hinaus.

Mit einer Dividendenrendite von rund 2,3 % eignet sich Palfinger auch für langfristig orientierte Investoren. Wer eine Position aufbauen möchte, sollte dies auf aktuellem Niveau mit einem ersten Anteil tun. Nachgekauft werden könnte nach dem Ausbruch über die 34 Euro. Sollte die Aktie angesichts der unsicheren Börsenlage noch einmal korrigieren, würden wir hier im Bereich 28 Euro gute Auffanglinien sehen.

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