Pan American Silver Aktie: Quartalszahlen am 5. August
Analysten zeigen sich vor den Quartalszahlen von Pan American Silver gespalten. Das La Colorada Skarn-Projekt bietet langfristiges Potenzial.

- Uneinheitliche Analystenprognosen zum Gewinn
- La Colorada Skarn als Wachstumstreiber
- Umsatzplus von 49 Prozent im ersten Quartal
- Aktie seit Jahresbeginn im Minus
August 2026 angekündigte Veröffentlichung der nächsten Quartalsergebnisse rückt Pan American Silver verstärkt in den Fokus der Analysten. Während das Unternehmen im ersten Quartal 2026 die Erwartungen übertreffen konnte, zeichnet sich bei den Schätzungen für die kommenden Perioden ein differenziertes Bild ab. Investoren wägen derzeit zwischen kurzfristigen Anpassungen der Gewinnerwartungen und dem langfristigen Potenzial durch Großprojekte ab.
Differenzierte Analysteneinschätzungen zum Ausblick
Die Erwartungen an die finanzielle Entwicklung von Pan American Silver wurden zuletzt von mehreren Bankhäusern neu bewertet. Laut Berichten von Scotiabank wurden die Schätzungen für den Gewinn je Aktie (EPS) für das vierte Quartal 2026 von 0,65 USD auf 0,67 USD angehoben. Das Institut bekräftigte zudem seine Einstufung mit „Outperform“. Auch die langfristigen Prognosen für die Jahre 2028 bis 2030 wurden von den Analysten der Scotiabank nach oben korrigiert, wobei für das Geschäftsjahr 2028 nun ein EPS von 2,44 USD erwartet wird.
Demgegenüber stehen vorsichtigere Töne von National Bank Financial. Die Analysten senkten ihre EPS-Schätzung für das zweite Quartal 2026 deutlich von zuvor 1,33 USD auf nun 0,89 USD. Im Marktkonsens wird die Aktie weiterhin als „Moderate Buy“ geführt, wobei das durchschnittliche Kursziel bei 70,43 USD liegt. Während TD Cowen ein Kursziel von 72 USD ausgibt, verbleibt Jefferies bei einer „Hold“-Empfehlung mit einem Ziel von 53 USD. An der Börse beendete das Papier den Handel am Freitag bei einem Schlusskurs von 36,34 €, was einem Rückgang von 20,81 % seit Jahresbeginn entspricht.
Potenzial durch La Colorada Skarn
Ein zentraler Pfeiler für die langfristige Bewertung des Unternehmens bleibt das Projekt La Colorada Skarn. Eine im März 2026 aktualisierte vorläufige wirtschaftliche Bewertung (PEA) unterstreicht die Dimensionen des Vorhabens. Geplant ist eine Anlage mit einer Kapazität von 50.000 Tonnen pro Tag, wobei die initialen Kapitalkosten auf rund 1,947 Milliarden USD beziffert werden. Der Barwert nach Steuern (NPV) wird in der Studie mit etwa 2,6 Milliarden USD angegeben.
Medienberichten zufolge könnte dieses Projekt die langfristige Ausrichtung des Unternehmens maßgeblich prägen. Prognosen für das Jahr 2029 stellen einen potenziellen Umsatz von 4,2 Milliarden USD sowie einen Gewinn von 1,6 Milliarden USD in Aussicht. In diesem Zusammenhang wird ein fairer Wert der Aktie von 97,14 CA$ diskutiert, was ein erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau implizieren würde. Damit notiert der Wert aktuell 40,89 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 61,48 €.
Marktumfeld und strategische Positionierung
Das operative Geschäft von Pan American Silver zeigte sich zuletzt robust. Im ersten Quartal 2026 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 49,3 % auf 1,33 Milliarden USD. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,09 USD über dem Konsens von 1,06 USD. Zudem schüttet das Unternehmen eine vierteljährliche Dividende von 0,18 USD je Aktie aus.
Trotz der positiven operativen Zahlen sieht sich der Sektor mit einem volatilen Marktumfeld konfrontiert. Der Silberpreis markierte zuletzt Mehrmonatstiefs um 55,5 USD pro Unze, was primär auf die Erwartung steigender Zinsen in den USA zurückgeführt wird. Hinzu kommen regulatorische Unsicherheiten in Mexiko, wo Pan American Silver bedeutende Kapazitäten unterhält. Mexiko trägt etwa 20 % zur weltweiten Silberproduktion bei, sieht sich jedoch mit einer jährlichen Überprüfung des USMCA-Handelsabkommens konfrontiert. Institutionelle Anleger wie Euro Pacific Asset Management halten dennoch an ihrem Engagement fest; Pan American Silver stellt dort trotz einer leichten Reduzierung im ersten Quartal mit rund 6 % des Portfolios die drittgrößte Position dar.
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