PANDION Aktie: Fünf Töchter folgen in die Insolvenz

Die Kölner Immobiliengruppe weitet ihr Insolvenzverfahren auf fünf operative Töchter aus. Der Aktienkurs verliert weiter massiv, Anleger fürchten einen Totalverlust.

Die Kernpunkte:
  • Operative Töchter beantragen Insolvenz
  • Aktie fällt um weitere 8,5 Prozent
  • Zinszahlung auf Anleihe ausgefallen
  • Vorsteuerverlust von 69 Millionen Euro

Die Insolvenzwelle bei PANDION weitet sich aus. Am Montag hatte die Kölner Immobiliengruppe für sich selbst ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, seither steht die Aktie unter Dauerdruck. Nun zieht das Unternehmen fünf operative Tochtergesellschaften nach: PANDION Real Estate, PANDION Vertriebsgesellschaft, PANDION Design, PANDION Projektmanagement und PANDION Engineering haben eigene Insolvenzanträge gestellt.

Damit betrifft das Verfahren nicht mehr nur die Holding, sondern das operative Kerngeschäft der Gruppe. Nach Unternehmensangaben hatte sich die angespannte Finanzierungssituation trotz umfangreicher Restrukturierungs- und Finanzierungsmaßnahmen weiter verschärft. Für Anleger bedeutet das: Die Hoffnung, die Eigenverwaltung könnte allein auf Ebene der Muttergesellschaft eine Lösung bringen, während die Töchter weiterarbeiten, hat sich zerschlagen.

Kurs setzt Talfahrt fort

Der Aktienkurs reagierte gestern mit einem Rückgang von 8,5 Prozent und schloss bei 3,90 Euro. Auf Wochensicht steht damit ein Minus von 26 Prozent zu Buche, über 30 Tage summiert sich der Verlust auf 91 Prozent.

Der 14-Tage-RSI liegt bei 14,6 – ein Wert, der auf eine extrem überverkaufte Situation hindeutet, ohne dass daraus eine Stabilisierung folgen muss. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 261 Prozent spiegelt wider, wie nervös der Handel in der Aktie inzwischen verläuft.

Der Ursprung der Krise liegt bereits Anfang August: Am 3. August informierte PANDION darüber, dass ein wesentlicher Finanzierungsbaustein weggefallen sei. Zugleich kündigte das Unternehmen an, die am 5. August fällige Zinszahlung auf die Unternehmensanleihe 2021/2028 wegen einer unerwartet entstandenen Liquiditätslücke vorerst nicht fristgerecht leisten zu können.

Erst im November vergangenen Jahres hatten die Anleihegläubiger einer Prolongation mit nahezu 100 Prozent Zustimmung entsprochen – der Zinssatz wurde damals auf 8,00 Prozent per annum angehoben, die Laufzeit bis zum 5. August 2028 verlängert, verbunden mit einer vorzeitigen Teilrückzahlung von 10 Prozent zum 31. Dezember 2027. Dass die Zinszahlung trotz dieser Zugeständnisse ausblieb, markierte den eigentlichen Vertrauensbruch.

Bilanz mit tiefroten Zahlen

Wie belastet die operative Basis bereits vor der Eskalation war, zeigt das vorläufige Ergebnis für 2025: Bei Umsatzerlösen von 846,1 Millionen Euro stand ein Vorsteuerverlust von 69 Millionen Euro zu Buche. Diese Zahlen liefern den Hintergrund dafür, warum die Finanzierungslücke im Sommer so schnell existenzbedrohend wurde.

Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick auf den Webcast für Anleihegläubiger, den PANDION für den 1. September um 11:30 Uhr angekündigt hat. Dort will das Unternehmen Details und Hintergründe zu den Rückzahlungsproblemen erläutern.

Mit den Insolvenzanträgen der Tochtergesellschaften dürfte dieser Termin nun noch stärker im Zeichen der Frage stehen, welche Vermögenswerte im Rahmen der Eigenverwaltung überhaupt noch zur Bedienung der Anleihe zur Verfügung stehen.

Für Aktionäre bleibt die Gemengelage aus laufendem Insolvenzverfahren, ausgefallener Zinszahlung und nun insolventen Kerngesellschaften ein Umfeld mit erheblichem Risiko eines Totalverlusts.

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