PANDION Aktie: Gläubiger-Webcast zur Insolvenz angesetzt
Pandion erläutert Gläubigern die ausgebliebene Zinszahlung, den Eigenverwaltungsantrag und die Insolvenzanträge für elf Projektgesellschaften.

- Webcast für Anleihegläubiger angesetzt
- Zinszahlung am 3. August ausgeblieben
- Anleihekurs binnen 30 Tagen 77 Prozent gefallen
- Elf Projektgesellschaften stellten Insolvenzanträge
Am heutigen Dienstag steht die Pandion AG vor einer entscheidenden Kommunikation mit ihren Kapitalgebern. Das Unternehmen hat für 11:30 Uhr einen Webcast für die Gläubiger der Unternehmensanleihe 2021/2028 angesetzt, um die massiven Schwierigkeiten bei der Rückzahlung und die aktuelle Lage zu erläutern.
Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer dramatischen Zuspitzung der finanziellen Situation, die bereits in den vergangenen Wochen zu weitreichenden Konsequenzen für den Immobilienentwickler geführt hat.
Eskalation der Finanzlage
Der heutige Informationstermin folgt auf einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung, den die Pandion AG am 10. August beim Amtsgericht Köln gestellt hat. Die Krise hatte sich bereits Anfang des Monats manifestiert: Laut einer EQS-Adhoc-Meldung konnte die Zinszahlung für das Wertpapier mit der ISIN DE000A289YC5 zum Fälligkeitsdatum am 3. August nicht fristgerecht geleistet werden.
Ursächlich hierfür war der unerwartete Rückzug eines Finanzierungsbausteins durch einen Partner, was die bisherige Liquiditätsplanung des Unternehmens hinfällig machte. Im Zuge dieser Entwicklung hat die Anleihe massiv an Wert verloren und verzeichnete innerhalb der letzten 30 Tage einen Rückgang von 77 %. Aktuell wird das Papier bei 4,75 € gehandelt.
Projektgesellschaften unter Druck
Zusätzlich zur Schieflage der Holding hat sich die Krise auf operativer Ebene weiter ausgeweitet. Medienberichten zufolge wurden am Freitag Insolvenzanträge für elf Projektgesellschaften der Gruppe gestellt, nachdem dort die Zahlungsunfähigkeit eingetreten war. Die anhaltende Unsicherheit spiegelt sich auch im heutigen Kursgeschehen wider, bei dem die Notierung um weitere 7,8 % nachgegeben hat.
Die Struktur des Konzerns, die auf zahlreichen Einzelgesellschaften für verschiedene Bauvorhaben basiert, steht damit vor einer Zerreißprobe. Während das Hauptunternehmen versucht, im Rahmen der Eigenverwaltung die Sanierung voranzutreiben, führen die Zahlungsausfälle bei den Töchtern zu einer erhöhten Komplexität des gesamten Verfahrens.
Belastungsfaktoren und operative Verluste
Die Wurzeln der aktuellen Problematik liegen tiefer in der Bilanz des vergangenen Jahres. Bereits im Juli meldete das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2025 laut EQS-News einen vorläufigen Vorsteuerverlust von 69 Millionen Euro. Als wesentliche Treiber wurden hohe Finanzierungskosten sowie signifikante Wertberichtigungen auf Gewerbeimmobilien genannt, die das Eigenkapital belasteten.
Um den finanziellen Spielraum zu erweitern, hatte Pandion bereits im November 2025 die Laufzeit der Anleihe bis zum 5. August 2028 verlängert und den Zinssatz im Gegenzug von 5,5 % auf 8,0 % angehoben.
Trotz punktueller Erfolge, wie der Sicherung einer Projektfinanzierung durch Apollo für ein Vorhaben in München im März oder Teilverkäufen am Standort Düsseldorf im Mai, reichten diese Schritte letztlich nicht aus, um die Stabilität des Konzerns in einem schwierigen Marktumfeld dauerhaft zu sichern. Der heutige Webcast soll nun aufzeigen, welche Perspektiven den Anleihegläubigern im laufenden Insolvenzprozess verbleiben.
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