PANDION Aktie: Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt

Nach hohen Verlusten beantragt PANDION die Sanierung in Eigenverwaltung. Tochtergesellschaften geraten unter Druck, während Investorenlösungen gesucht werden.

Die Kernpunkte:
  • Vorsteuerverlust von rund 69 Millionen Euro
  • Eigenverwaltung beim Kölner Gericht beantragt
  • Anleihe über 45 Millionen Euro betroffen
  • Bieterprozess für Fortbestand gestartet

Die Sanierung der PANDION AG entwickelt sich zu einem vielschichtigen Restrukturierungsfall. Nach massiven Verlusten im vergangenen Geschäftsjahr versucht das Immobilienunternehmen, den Konzern über ein gerichtliches Verfahren neu auszurichten. Für Gläubiger und Investoren geht es dabei um erhebliche finanzielle Einschnitte.

Auslöser der schweren Krise waren die vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 mit einem negativen Ergebnis vor Ertragsteuern von rund 69 Millionen Euro. Die drastischen Fehlbeträge machten eine geordnete Sanierung unumgänglich. Am 10. August stellte die PANDION AG schließlich beim Insolvenzgericht Köln den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung.

Mit diesem Schritt soll die Sanierung unter gerichtlicher Aufsicht fortgeführt werden, während die Unternehmensführung handlungsfähig bleibt. Das Verfahren zielt darauf ab, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und tragfähige Strukturen für einen Neustart zu schaffen. Für die Kapitalgeber begann damit eine Phase großer Unsicherheit.

Besonders hart trifft die Krise die Zeichner der Unternehmensanleihe mit der ISIN DE000A289YC5. Das Wertpapier weist ein Emissionsvolumen von 45 Millionen Euro auf. Bereits am 3. August hatte die Gesellschaft angekündigt, die fällige Zinszahlung vorerst nicht leisten zu können.

Dieser Schritt verdeutlichte den akuten Liquiditätsdruck im Unternehmen. Die Zahlungsunfähigkeit bei den Zinsen markierte den Beginn der offenen Sanierungsphase, nachdem frühere Zugeständnisse der Gläubiger keine dauerhafte Entspannung gebracht hatten.

Dabei hatten die Kapitalgeber der Gesellschaft zuvor weitreichende Erleichterungen gewährt. Im Gegenzug war der jährliche Zinssatz auf 8 Prozent angehoben worden.

Die erhoffte Entlastung brachte dieser Aufschub jedoch nicht. Die Schieflage im Konzern setzte sich fort und erfasste bald auch die operative Ebene der Bauprojekte.

Bereinigung im Projektportfolio

Im Zuge des Sanierungsprozesses gerieten zahlreiche Tochtergesellschaften unter Druck. Medienberichten zufolge wurden neben elf zuvor betroffenen Projektgesellschaften weitere Einheiten zahlungsunfähig. Dazu zählten die PANDION Asperg GmbH & Co. KG sowie die PANDION OFFICEHOME Altenbergerstraße GmbH & Co. KG. Die rechtliche Trennung der einzelnen Bauvorhaben führt dazu, dass unrentable Projekte separat abgewickelt werden.

Dieser Schritt soll verhindern, dass defizitäre Einzelprojekte den gesamten Restrukturierungsplan gefährden. Gleichzeitig verdeutlicht er das Ausmaß der bestehenden Altlasten in den einzelnen Projektentwicklungen.

Suche nach Investorenlösungen

Um tragfähige Teile des Unternehmens zu erhalten, läuft die Suche nach externen Partnern. Ein strukturierter Bieterprozess soll prüfen, welche Optionen für den Fortbestand der Gruppe verbleiben.

Für die Gläubiger bleibt die Lage bis zu einer Entscheidung äußerst heikel. Mögliche Rückflüsse hängen maßgeblich vom Erfolg der Investorengespräche ab. Das Eigenverwaltungsverfahren wird damit zur entscheidenden Weichenstellung für die Zukunft des Immobilienentwicklers.

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