Pandora Aktie: Eröffnet Werk nahe Ho-Chi-Minh-Stadt

Pandora erweitert seine Fertigung außerhalb Thailands und erwartet 2026 drei Prozent organisches Umsatzwachstum.

Die Kernpunkte:
  • Vierte Produktionsstätte in Vietnam eröffnet
  • Kapazität soll um rund 50 Prozent steigen
  • Jahresprognose auf drei Prozent angehoben
  • Asien-Pazifik-Umsatz im zweiten Quartal plus zwölf Prozent

Der dänische Schmuckkonzern Pandora stellt seine globale Fertigung auf ein breiteres Fundament. Am heutigen Donnerstag eröffnete das Unternehmen nahe Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam eine neue Produktionsstätte für 150 Millionen US-Dollar. Die 7,5 Hektar große Anlage ist die vierte Fertigungsstätte des Konzerns und zugleich das erste eigene Werk außerhalb Thailands, wo Pandora seit fast vier Jahrzehnten fertigt und drei Fabriken betreibt.

An der Börse reagierten die Anleger verhalten auf den Expansionsschritt: Die Pandora-Aktie fiel heute um 4,1 Prozent auf 106,10 Euro.

Deutlicher Schub für das globale Fertigungsvolumen

Mit dem Neubau will das Unternehmen langfristig bis zu 60 Millionen Schmuckstücke pro Jahr herstellen. Gegenüber dem bisherigen Volumen entspricht dies einem Zuwachs der globalen Produktionskapazität um rund 50 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 setzte der Schmuckhersteller weltweit 112 Millionen Stücke ab. Vietnam soll zunächst rund 15 Prozent der weltweiten Kapazität abdecken und diesen Anteil bis 2030 auf ein Drittel steigern.

Der Betrieb startet mit rund 700 Arbeitskräften, bis zum Jahresende sollen es 1.000 sein. Bei voller Auslastung sind am Standort 7.000 Beschäftigte vorgesehen. Ein Team aus 25 Fachkräften aus Thailand übernimmt vor Ort die Schulung des neuen Personals. Das nach dem Nachhaltigkeitsstandard LEED Gold zertifizierte Werk soll vollständig mit erneuerbarem Strom betrieben werden und ausschließlich recyceltes Silber sowie Gold verarbeiten.

Diversifizierung und Umstellung der Produktlinie

Neben der Verringerung der einseitigen regionalen Abhängigkeit von Thailand dient der Schritt auch der Anpassung an steigende Rohstoffkosten. Nach einer deutlichen Verteuerung von Silber plant das Unternehmen, ab dem kommenden Jahr rund die Hälfte seiner Erzeugnisse auf platinbeschichteten Schmuck umzustellen.

Das Werk in Vietnam übernimmt zunächst die Goldplattierung, während platinbeschichtete Schmuckstücke vorerst weiter an den thailändischen Standorten verarbeitet werden.

Zugleich gab Konzernchefin Berta de Pablos-Barbier einen Einblick in die Nachfrageentwicklung. Im wichtigsten Einzelmarkt, den USA, habe sich die Kundennachfrage nach einer Schwächephase im Mai auf niedrigerem Niveau stabilisiert. Inflation und hohe Treibstoffpreise belasten dort weiterhin Verbraucher mit niedrigen und mittleren Einkommen. Ein im März eröffnetes Online-Verteilzentrum in Kanada soll zudem helfen, US-Zollbelastungen zu verringern.

Asien-Geschäft treibt den Jahresausblick

Trotz der verhaltenen Lage in Nordamerika hob das Management die Prognose für das organische Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2026 auf 3 Prozent an, nachdem zuvor eine Spanne von minus 1 bis plus 2 Prozent in Aussicht gestellt worden war.

Als Stütze erweist sich insbesondere die Nachfrage im asiatisch-pazifischen Raum, wo sich das Geschäft in Japan innerhalb von rund drei Jahren mehr als verdoppelte. Im zweiten Quartal 2026 war der vergleichbare Umsatz im asiatisch-pazifischen Raum um 12 Prozent gestiegen, während er in den USA und der Region EMEA jeweils um 2 Prozent nachgab.

Unter den Analysten gibt es unterschiedliche Einschätzungen zum weiteren Kursverlauf. Das Analysehaus ABGSC bekräftigte am Dienstag eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.000 dänischen Kronen und verwies auf eine erwartete operative Stärke.

BNP Paribas reduzierte gestern hingegen das Kursziel für den Titel von 850 auf 825 dänische Kronen und stuft die Aktie weiterhin mit „Neutral“ ein. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier trotz des heutigen Rücksetzers noch ein Kursplus von 12 Prozent.

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