Partners Group: 800-Millionen-Trust spaltet Aktienstruktur

Der Private-Markets-Konzern plant eine Aktienspaltung, um Investoren einen geordneten Ausstieg zu ermöglichen. Analysten senken derweil ihre Kursziele.

Die Kernpunkte:
  • Duale Aktienstruktur für geordneten Ausstieg
  • Kursabschlag von 28 Prozent zum Inventarwert
  • Analysten kappen Gewinnprognosen deutlich
  • Aktionäre stimmen im dritten Quartal ab

Die Talfahrt der Partners Group setzt sich fort. Das Vertrauen der Anleger schwindet zusehends. Nun greift die Schweizer Private-Markets-Gesellschaft zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Ein verwalteter Londoner Investment-Trust plant eine Aufspaltung der Aktienstruktur. Das Ziel: Ein geordneter Ausstieg für verkaufswillige Investoren.

Ein Blick auf den Kursverlauf erklärt die Nervosität. Am Mittwoch schloss das Papier bei 714,20 Euro. Damit notiert die Aktie nur denkbar knapp über ihrem jüngsten 52-Wochen-Tief.

Seit Jahresbeginn beläuft sich der Verlust auf fast 35 Prozent. Ein RSI-Wert von 23,9 unterstreicht den massiven Verkaufsdruck der vergangenen Wochen.

Zwei Klassen zur Wahl

Im Zentrum steht der Partners Group Private Equity Limited (PGPE). Der Trust verwaltet rund 800 Millionen Euro. Das Management schlägt den Aktionären nun eine duale Aktienstruktur vor. Anleger sollen künftig zwischen zwei Klassen wählen können.

Die „Continuing Ordinary Shares“ führen die bisherige Strategie fort. Wer aussteigen möchte, wählt die „Realization Shares“. Hier liquidiert das Management die Investitionen schrittweise. Die Erlöse fließen über die Zeit an die Anleger zurück. Neue Käufe bleiben in dieser Klasse aus.

Um das Hauptvehikel zu schützen, zieht der Verwaltungsrat eine Grenze. Maximal 30 Prozent des Aktienkapitals dürfen in diese Ausstiegsklasse umgewandelt werden. Das entspricht einem Volumen von etwa 250 Millionen Euro.

Die Aktionäre stimmen im dritten Quartal über diesen Plan ab. Bei grünem Licht startet die neue Struktur gegen Ende des Jahres.

Chronischer Abschlag und Rücknahmedruck

Der Schritt kommt nicht aus dem Nichts. PGPE kämpft seit Längerem mit einem Kursabschlag von 28 Prozent gegenüber dem Nettoinventarwert. Schwächere Deals aus den Jahren 2021 bis 2023 belasten das Portfolio. Damals kaufte das Management in einem Umfeld historisch hoher Bewertungen.

Parallel dazu wächst der Druck auf die Muttergesellschaft. Anfang Juni begrenzte Partners Group die Rücknahmen aus einem großen Private-Equity-Fonds. Anleger wollten fast zehn Prozent des Fondsvolumens abziehen. Erlaubt sind nun maximal fünf Prozent pro Quartal.

Analysten streichen Prognosen zusammen

Die Experten reagieren deutlich auf die Probleme. AlphaValue/Baader Europe senkte die Gewinnschätzung für 2026 auf 46 Schweizer Franken. Für das Folgejahr rechnen die Analysten nur noch mit 49,70 Franken.

Auch die Kursziele fallen drastisch. Die Bank of America sieht den fairen Wert nun bei 850 Schweizer Franken. Jefferies kappte das Ziel sogar auf 760 Franken. Oddo BHF strich obendrein die Kaufempfehlung.

Das Management hält derweil an seinen Zielen fest. Für das laufende Jahr erwartet Partners Group weiterhin Brutto-Neugeldzuflüsse von 26 bis 32 Milliarden Dollar.

Am 15. Juli legt der Konzern seine aktuellen Zahlen zum verwalteten Vermögen vor. Diese Daten liefern den konkreten Beweis, inwieweit institutionelle Zuflüsse die massiven Abgänge im Privatkundensegment kompensieren.

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