Partners Group Aktie: 1 Euro Einstieg bei Revolut
Der Vermögensverwalter ermöglicht ab einem Euro den Einstieg in Private Equity und will so die Kundenbasis verbreitern.

- Kooperation mit Revolut gestartet
- ELTIF-2.0-Fonds für Kleinanleger
- Institutionelles Geschäft mit Rekordzahlen
- Aktie trotz Erfolgen im Minus
Ein Euro reicht künftig aus, um in Private Equity zu investieren. Mit dieser Zahl startet Partners Group eine Offensive, die das Geschäftsmodell des Schweizer Vermögensverwalters verändern könnte. Am Montag ging die Kooperation mit dem Fintech-Riesen Revolut live.
Ein Euro als Eintrittskarte
Zusammen mit Apollo Global Management und Hamilton Lane bietet Partners Group nun Fondsstrukturen nach der europäischen ELTIF-2.0-Verordnung an. Revolut-Nutzer können darüber in Private Equity und Infrastruktur investieren. Bislang blieben diese Anlageklassen meist institutionellen Investoren oder sehr vermögenden Privatkunden vorbehalten.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit Juni stehen die sogenannten Evergreen-Fonds von Partners Group unter Beobachtung. Diese offenen Fondsstrukturen richten sich an wohlhabende Privatkunden und reagieren empfindlich auf große Rücknahmewellen. Die Revolut-Partnerschaft soll die Kundenbasis verbreitern und die Abhängigkeit von wenigen großen Investoren verringern.
Institutionelles Geschäft läuft rund
Während der Vertrieb an Privatanleger neu anläuft, liefert das institutionelle Geschäft weiter solide Zahlen. Erst vergangene Woche schloss Partners Group sein viertes Infrastrukturprogramm mit über 15 Milliarden US-Dollar ab. Kurz danach folgte ein zweites Closing bei Infrastruktur-Sekundärmarkttransaktionen mit über 5,5 Milliarden US-Dollar.
Im ersten Halbjahr 2026 sammelte das Unternehmen insgesamt 16 Milliarden US-Dollar an neuen Kapitalzusagen ein. Das verwaltete Vermögen liegt damit zum 30. Juni bei 186 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr hält das Management an seinem Ziel von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar an Brutto-Neugeldern fest.
Aktie bleibt unter Druck
Die operativen Erfolge kommen an der Börse bisher kaum an. Die Aktie schloss am Montag bei 727,60 Euro, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 31,42 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.213,50 Euro trennen das Papier noch 40 Prozent.
Die 30-Tage-Volatilität liegt bei 32,24 Prozent — ein Zeichen für anhaltende Nervosität rund um die Liquiditätssteuerung in den Evergreen-Fonds. Der Private-Wealth-Kanal macht rund 20 Prozent des verwalteten Vermögens aus. Genau hier soll die Revolut-Kooperation neues Wachstumsmomentum bringen.
Am 1. September legt Partners Group den vollständigen Zwischenbericht für das erste Halbjahr vor. Im Fokus stehen dabei die Performance-Gebühren. Das Unternehmen selbst rechnet damit, am unteren Ende der Zielspanne von 25 bis 40 Prozent des Gesamtumsatzes zu landen. Ob sich die Mittelzuflüsse im Evergreen-Bereich bis dahin stabilisieren, dürfte für die Kursentwicklung den Ausschlag geben.
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