Partners Group Aktie: 1,7 Milliarden Dollar Fonds

Partners Group schließt Secondaries-Programm mit 5,5 Mrd. USD ab. Neukunden stellen über 70 Prozent des Kapitals, trotz schwachem Aktienkurs.

Die Kernpunkte:
  • Secondaries-Programm mit 5,5 Milliarden Dollar abgeschlossen
  • Über 70 Prozent Kapital von neuen Anlegern
  • Bereits 2 Milliarden Dollar in 20 Investments platziert
  • Aktie trotz Erfolgen weiter im Minus

Partners Group hat den finalen Abschluss seines Infrastruktur-Secondaries-Programms bekanntgegeben. Der Schweizer Vermögensverwalter sammelte dafür mehr als 5,5 Milliarden US-Dollar ein, wie das Unternehmen am Vortag mitteilte. Für die Aktie, die zuletzt deutlich unter Druck stand, ist die Meldung ein positives Signal aus dem operativen Geschäft.

Neue Kunden treiben das Fundraising

Zum Programm gehört ein geschlossener Fonds über 1,7 Milliarden Dollar. Bemerkenswert: Mehr als 70 Prozent des eingesammelten Kapitals stammen von neuen Kunden, die zuvor nicht in Partners-Group-Vehikel investiert waren. Das Programm ist bereits zu über 25 Prozent in 20 Seed-Investments investiert, in den vergangenen zwölf Monaten wurden rund 2 Milliarden Dollar platziert. Seit dem Start entsprechender Aktivitäten im Jahr 2006 kommt Partners Group auf mehr als 70 Transaktionen im Secondaries-Bereich mit einer Netto-IRR von 18 Prozent.

Zu den jüngsten Engagements zählt eine Führungsinvestition in ein Continuation Vehicle, das ein globales Flugzeugleasing-Portfolio mit 69 Vermögenswerten hält. Solche Transaktionen zeigen, wie Partners Group Liquidität für bestehende Fondsinvestoren schafft, während frisches Kapital in neue Strukturen fließt – ein Geschäftsmodell, das im aktuellen Marktumfeld zunehmend gefragt ist.

Über 20 Milliarden Dollar in einer Woche

Der Secondaries-Abschluss reiht sich in eine ganze Serie von Kapitalzusagen ein. Erst kurz zuvor hatte Partners Group sein viertes direktes Infrastrukturprogramm bei über 15 Milliarden Dollar geschlossen. Zusammengerechnet kommt der Konzern damit auf mehr als 20 Milliarden Dollar an neuen Zusagen allein in den jüngsten Infrastrukturprogrammen. Das verwaltete Gesamtvermögen von Partners Group liegt nach diesen Angaben bei über 186 Milliarden Dollar.

Die Größenordnung fällt in eine Woche, in der auch andere alternative Vermögensverwalter kräftig Kapital einsammelten: Francisco Partners schloss mit 21 Milliarden Dollar das größte Fundraising seiner 27-jährigen Geschichte ab, Levine Leichtman Capital Partners brachte einen Fonds für den unteren Mittelstand auf 2 Milliarden Dollar. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass institutionelles Kapital trotz volatiler öffentlicher Märkte weiterhin in Privatmarktstrategien fließt – wenn auch selektiv und mit Fokus auf etablierte Anbieter.

Kursbild bleibt angespannt

Der breitere Branchenkontext ist durchwachsen: Bei Konkurrenten wie Blue Owl und Apollo mehren sich Rückgabewünsche aus privaten Kreditfonds, während Blackstone von einer Verlangsamung der Abflüsse aus seinem 45-Milliarden-Dollar-Kreditfonds BCRED berichtet. Auch die private Immobilienfinanzierung schwächelt spürbar. Vor diesem Hintergrund wirkt das robuste Infrastruktur-Fundraising von Partners Group als Gegengewicht, das die Diversifikation des Geschäftsmodells unterstreicht.

An der Börse hat sich die Nachricht bislang nicht in einer Trendwende niedergeschlagen. Die Aktie notiert aktuell bei 725,80 Euro und gibt damit 0,44 Prozent nach. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 31,59 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Hoch von 1.213,50 Euro aus dem August vergangenen Jahres beträgt der Abstand 40,19 Prozent. Die operativen Fundraising-Erfolge im Infrastrukturbereich liefern damit zwar fundamentale Substanz, konnten die schwache Kursentwicklung des laufenden Jahres aber bislang nicht kompensieren.

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