Partners Group Aktie: 17-Prozent-Crash nach Fondssperrung

Partners Group stoppt Auszahlungen bei zwei Fonds, was einen historischen Aktieneinbruch von über 17 Prozent auslöst.

Die Kernpunkte:
  • Rücknahmestopp für zwei Evergreen-Fonds
  • Aktie stürzt um über 17 Prozent ab
  • Institutionelle Anleger bleiben stabil
  • Weitere Beschränkungen für US-Fonds geplant

Ein beispielloser Kurssturz erschüttert die Partners Group. Der Schweizer Asset Manager musste bei zwei Anlageprodukten für Privatkunden die Reißleine ziehen. Die Folge: Anleger flüchteten massenhaft aus der Aktie. Zeitweise brach das Papier um mehr als 17 Prozent ein. Das markiert den schwärzesten Handelstag der Firmengeschichte.

Stoppschild für Privatkunden

Auslöser des Bebens sind harte Rücknahmebeschränkungen. Partners Group sperrte Auszahlungen für zwei sogenannte Evergreen-Fonds in Europa und Nordamerika. Zuvor wollten zu viele Investoren gleichzeitig ihr Geld abziehen. Verwaltungsratspräsident Steffen Meister versucht nun den Markt zu beruhigen. Er verweist auf die stabile Kundenbasis. Rund 80 Prozent der Gelder stammen von institutionellen Anlegern mit langfristigem Horizont. Als Vertrauensbeweis öffnete das Management ein zusätzliches Handelsfenster für Mitarbeiteraktien.

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Rückendeckung der Großbanken

In der Branche steht das Unternehmen mit diesem Problem nicht allein da. Auch Schwergewichte wie Blackstone oder KKR limitierten zuletzt Rückgaben bei ihren Retail-Produkten. Wichtige Vertriebspartner halten den Schweizern daher die Treue. Banken wie UBS, Pictet und Julius Bär kooperieren Berichten zufolge unverändert mit dem Asset Manager.

Ruhe kehrt trotzdem nicht ein. Das Unternehmen bereitet offenbar ähnliche Schranken für weitere US-Fonds vor. Erschwerend kommt eine Attacke des Leerverkäufers Grizzly Research von Ende April hinzu. Partners Group wies die Vorwürfe damals scharf zurück.

Blick auf die Zahlen

An der Börse hinterlässt die Woche tiefe Spuren. Die Aktie ging am Freitag bei 783,00 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn steht damit ein sattes Minus von rund 28 Prozent auf der Anzeigetafel.

Mit einem RSI-Wert von knapp 28 gilt das Papier charttechnisch als stark überverkauft. Der Abstand zum jüngsten 52-Wochen-Tief beträgt aktuell nur noch knapp sieben Prozent.

Am 15. Juli legt der Asset Manager neue Zahlen zu den verwalteten Vermögen vor. Dieser Bericht wird das genaue Ausmaß der Mittelabflüsse schonungslos offenlegen. Bis dahin hält das Management an der Prognose fest. Der Konzern erwartet für 2026 eine Brutto-Nachfrage von maximal 32 Milliarden US-Dollar.

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