Partners Group Aktie: 20 Millionen Franken Management-Käufe

Nach Vorwürfen von Grizzly Research kaufen Führungskräfte Millionen ein. Kunden fordern Kapital zurück, Auszahlungen werden gedeckelt.

Die Kernpunkte:
  • Verwaltungsräte investieren Millionen in Aktien
  • Kunden verlangen ungewöhnlich hohe Rückgaben
  • Auszahlungen aufgrund von Limits gekürzt
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn über 30 Prozent

Der Aktienkurs bricht ein, Kunden ziehen Gelder ab. Bei Partners Group eskaliert die Krise nach einer Shortseller-Attacke. Das Management greift nun zu drastischen Mitteln. Verwaltungsräte kaufen massiv eigene Aktien. Parallel leitet Mitgründer Fredy Gantner ein Strafverfahren ein.

Millionen aus der Chefetage

Die Führungsriege sendet ein teures Vertrauenssignal. Am 11. Juni kaufte ein Mitglied des Verwaltungsrats 2.800 Papiere. Der Wert lag bei fast zwei Millionen Franken. Das ist der bislang größte Einzelkauf der Serie.

Bereits zwei Tage zuvor investierten andere Führungskräfte massiv. Sie erwarben Aktien für über eine Million Franken. Insgesamt flossen zuletzt mehr als 20 Millionen Franken aus dem Management in eigene Anteile. Auch Mitgründer Fredy Gantner stockte sein Portfolio auf.

Ursache für die Nervosität ist ein Bericht von Grizzly Research. Der US-Leerverkäufer warf Partners Group Ende April vor, Fondsanteile erheblich falsch zu bewerten. Grizzly zog sogar Parallelen zum Wirecard-Skandal. Die Schweizer wehren sich nun juristisch wegen möglicher Marktmanipulation. Gantner kündigte ein Strafverfahren an. Er nannte die Situation öffentlich eine schmerzhafte Lektion.

Kunden ziehen Reißleine

Abseits der juristischen Bühne wächst der operative Druck. Im zweiten Quartal forderten Anleger beim luxemburgischen „Global Value SICAV“ ungewöhnlich viel Kapital zurück. Die Rückgabewünsche erreichten fast zehn Prozent des Fondsvolumens. Das vertragliche Limit liegt bei fünf Prozent. Die Folge: Partners Group musste die Auszahlungen kappen.

Ein amerikanisches Vehikel traf dasselbe Schicksal. Hier deckelte das Management die Rücknahmen bei rund sechs Prozent. Das Unternehmen bezeichnet diese Schranken als Standardinstrument. Sie sollen langfristig investierte Kunden schützen.

Die Turbulenzen bremsen das Wachstum. Die Führung rechnet im laufenden Halbjahr mit einem schwächeren Anstieg der verwalteten Vermögen. Dennoch hält Partners Group an der Jahresprognose fest. Das Ziel für Brutto-Neugeldzuflüsse liegt weiterhin zwischen 26 und 32 Milliarden Dollar.

Der nächste Härtetest

An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit deutlich wider. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 750,80 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 31,25 Prozent.

Ein technischer Indikator liefert etwas Hoffnung. Der RSI-Wert liegt bei 24,9. Das signalisiert einen stark überverkauften Zustand. Fundamentale Klarheit bringt erst der nächste Monat. Am 15. Juli veröffentlicht das Unternehmen ein Update zu den verwalteten Vermögen. Dieses Datum markiert den nächsten harten Belastungstest für den Aktienkurs. Fallen die Neugelder schwächer aus als erwartet, droht ein Test des jüngsten Tiefs.

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