Partners Group Aktie: 260 Millionen für atNorth

Partners Group steigert Fundraising und verwaltetes Vermögen, während die Aktie fällt und geringere Performance Fees die Erträge belasten.

Die Kernpunkte:
  • 260 Millionen Dollar für atNorth-Anteil
  • Aroma-Zone-Übernahme bleibt in Verhandlung
  • Fundraising erreicht 16 Milliarden Dollar
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 32 Prozent

Partners Group setzt ihre Investitionstätigkeit fort, auch wenn die Geschäftszahlen zuletzt unter Druck standen. Die Zuger Beteiligungsgesellschaft hat sich erneut an atNorth beteiligt, einem Betreiber von Rechenzentren in den nordischen Ländern.

Für 260 Millionen US-Dollar sicherte sich Partners Group einen Anteil von 10 Prozent – nachdem das Unternehmen die Mehrheit zuvor an CPP Investments (51 Prozent, 1,3 Milliarden US-Dollar) und Equinix (34 Prozent, 895 Millionen US-Dollar) veräußert hatte.

Der Deal zeigt exemplarisch, wie Partners Group derzeit operiert: Kapital wird bei reifen Investments realisiert und teilweise reinvestiert, statt vollständig abgezogen zu werden. Das Rechenzentrums-Geschäft gilt als eines der wachstumsstärksten Segmente im Private-Equity-Bereich, getrieben von der Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste.

Aroma-Zone als nächster Baustein

Parallel dazu verhandelt Partners Group exklusiv über die Übernahme von Aroma-Zone, einer französischen Marke für Beauty- und Wellness-Produkte. Verkäufer ist Eurazeo, das nach Abschluss der Transaktion eine signifikante Minderheitsbeteiligung behalten soll. Die Verhandlungen wurden bereits Anfang August bekannt und laufen weiter.

Beide Transaktionen fügen sich in ein Fundraising-Jahr, das für Partners Group trotz schwierigem Branchenumfeld bemerkenswert ausfiel: Im ersten Halbjahr 2026 sammelte das Unternehmen 16 Milliarden US-Dollar ein, ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und die stärkste erste Jahreshälfte in der 30-jährigen Firmengeschichte. Das verwaltete Vermögen kletterte auf 186 Milliarden US-Dollar, nach 185 Milliarden Ende 2025 – ein Zuwachs von 7 Prozent im Jahresvergleich, während das branchenweite Fundraising seit 2023 um rund 15 Prozent zurückgegangen ist.

Kurs bleibt unter Druck

Die operative Dynamik bei Neugeschäft und Reinvestitionen kontrastiert mit der Kursentwicklung. Die Aktie schloss am Freitag bei 722,40 Euro, ein Minus von 1,5 Prozent auf Tagesbasis.

Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 32 Prozent zu Buche, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 1.187,50 Euro vom 16. Januar fehlen der Aktie inzwischen 39 Prozent. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 916,07 Euro beträgt der Abstand 21 Prozent nach unten – ein Zeichen dafür, dass der mittelfristige Trend weiterhin abwärts gerichtet ist.

Belastet wird die Bewertung durch die im Halbjahresbericht gesenkte Guidance für Performance Fees: Statt der bisherigen Spanne von 25 bis 40 Prozent rechnet das Unternehmen für 2026 nur noch mit einem Anteil von 20 bis 25 Prozent an den Gesamterträgen.

Grund seien Verzögerungen bei Exits sowie eine schwächere Performance reifer Evergreen-Strategien. Die Kapitalzusagen-Guidance von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr wurde dagegen bestätigt.

Wachstum trotz Ertragsdelle

Die Diskrepanz zwischen operativem Wachstum bei Assets under Management und rückläufigen Erträgen prägt das aktuelle Bild von Partners Group. Während das Fundraising boomt und neue Beteiligungen wie atNorth oder die geplante Übernahme von Aroma-Zone zeigen, dass Kapital investiert wird, drückt der Rückgang der Performance Fees auf die Profitabilität.

Für Anleger bleibt entscheidend, ob sich das starke Neugeschäft mittelfristig in höhere Ertragsbeiträge übersetzt, sobald die aktuell gedämpften Exit-Aktivitäten wieder anziehen.

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