Partners Group Aktie: 30-Prozent-Crash seit Jahresbeginn
Partners Group dementiert Spekulationen über eingefrorene Evergreen-Fonds und betont die Gesundheit der Portfolios trotz steigender Rücknahmewünsche.

- Dementi zu eingefrorenen Fonds
- Rücknahmewelle löst Analystenreaktionen aus
- Jahresziele trotz Abflüssen bestätigt
- Aktienkurs seit Jahresbeginn stark gefallen
Partners Group wehrt sich gegen Marktspekulationen. Der Schweizer Vermögensverwalter dementiert Berichte über eingefrorene Evergreen-Fonds vehement. Das Management stellt klar: Die Portfolios sind gesund.
Die beiden betroffenen Anlagevehikel nehmen weiterhin frisches Geld an. Sie haben ihren Wert seit Auflegung in etwa verfünffacht. Laufende Ausschüttungen stützen die Liquidität zusätzlich. Diese lagen im vergangenen Jahr bei rund 15 Prozent. Im laufenden Jahr flossen bereits 8 Prozent zurück. Ungenutzte Kreditlinien sichern die Fonds ab.
Rücknahmewelle löst Unruhe aus
Die Klarstellung folgt auf unruhige Wochen. Anfang Juni begrenzte Partners Group die Rückzahlungen eines großen Fonds auf 5 Prozent des Nettoinventarwerts. Zuvor waren die Ausstiegswünsche der Anleger auf 9,8 Prozent geklettert. Ein weiteres US-Vehikel rechnet im zweiten Quartal mit Abflüssen von rund 6 Prozent.
Bei drei weiteren Fonds im Milliardenwert stehen ebenfalls Rückgaben an. Die Analysten reagierten prompt auf diese Entwicklung. Sie kürzten ihre Gewinnprognosen für die kommenden zwei Jahre deutlich:
- Jefferies: Kursziel sinkt auf 760 Schweizer Franken.
- Oddo BHF: Streicht Kaufempfehlung, neues Ziel 920 Franken.
- Vontobel: Kursziel sinkt auf 960 Franken, Kaufempfehlung bleibt.
- Zürcher Kantonalbank: Rückgaben machen weniger als 1 Prozent der Gesamtgelder aus.
Jahresziele bleiben intakt
Trotz der Abflüsse hält der Vorstand an seiner Prognose fest. Der Brutto-Neugeldzufluss soll im laufenden Jahr zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar liegen. Allerdings dämpfen die Evergreen-Abflüsse das Nettowachstum. Das verwaltete Vermögen dürfte in der zweiten Jahreshälfte um ein bis zwei Prozentpunkte langsamer wachsen.
Am Aktienmarkt hinterließ die Unsicherheit tiefe Spuren. Seit Jahresbeginn brach der Kurs um knapp 30 Prozent ein. Am Freitag schloss die Aktie bei 767,00 Euro. Technische Indikatoren wie der RSI signalisieren mittlerweile eine stark überverkaufte Lage.
Am 15. Juli legt Partners Group das nächste Update zum verwalteten Vermögen vor. Dann präsentiert das Management die Zahlen zum Stichtag Ende Juni. Diese Daten werden belegen, ob die frischen institutionellen Gelder die privaten Abflüsse tatsächlich ausgleichen. Am 1. September folgen die vollständigen Halbjahreszahlen.
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