Partners Group Aktie: 4,8 Gigawatt nach Plattform-Übernahmen

Partners Group verdoppelt Kapazität im US-Energiesektor und verkauft Bubble-Tea-Beteiligung. Die Aktie bleibt trotzdem unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Energieplattformen verdoppeln Kapazität
  • Bubble-Tea-Kette Gong cha verkauft
  • Neues Kreditmandat über Milliarde
  • Aktie bleibt trotz Fortschritten schwach

Partners Group treibt seinen Umbau im Infrastruktur-Geschäft voran und liefert damit einen Kontrapunkt zu den Zweifeln, die den Titel seit Wochen begleiten. Die 2025 erworbenen Plattformen Middle River Power und PowerTransitions haben ihre Betriebskapazität auf 4,8 Gigawatt verdoppelt, das EBITDA legte um mehr als 60 Prozent zu.

Im Zentrum der Strategie steht die Nachrüstung von Batteriespeichern an bestehenden Gaskraftwerken in den USA – ein Segment, das vom wachsenden Strombedarf der Rechenzentren-Branche profitiert.

Gong cha: Ein Exit als Erfolgsbeleg

Parallel dazu vollzieht der Schweizer Private-Markets-Spezialist einen prominenten Ausstieg: Er veräußert seine Private-Credit-Position sowie seine Minderheitsbeteiligung am Eigenkapital der Bubble-Tea-Kette Gong cha an Bain Capital. Die Transaktion ist Teil eines größeren Deals, bei dem TA Associates die Mehrheit an Bain Capital überträgt.

Partners Group bestätigte im Zuge des Exits, dass sich die Filialzahl der Kette während der siebenjährigen Haltedauer von 1.000 auf knapp 2.200 Standorte in 33 Ländern nahezu verdoppelt hat. Für das Unternehmen ist der Verkauf ein Beleg dafür, dass sich Wachstumswetten im Konsumgütersegment auszahlen können, während andere Fondsteile unter Druck stehen.

Auch im Kreditgeschäft bleibt Partners Group aktiv: Vor rund zehn Tagen schloss der Vermögensverwalter ein neues Private-Credit-Mandat über eine Milliarde US-Dollar mit einem institutionellen Investor aus Asien ab. Das Mandat umfasst sowohl diskretionäre Tranchen als auch Co-Investments und unterstreicht die Nachfrage internationaler Kapitalgeber nach direktem Zugang zu privaten Kreditmärkten.

Skepsis bleibt Teil des Bildes

Die operativen Fortschritte ändern nichts daran, dass die Aktie unter erheblichem Druck steht. Der Schlusskurs vom Mittwoch lag bei 780,40 Euro, was einem Rückgang von rund 26 Prozent seit Jahresbeginn entspricht. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro, das Anfang September vergangenen Jahres markiert wurde, fehlen dem Titel weiterhin 37 Prozent.

Immerhin hat sich der Kurs vom Jahrestief bei 686,80 Euro etwas gelöst und notiert gut 4 Prozent über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt – ein Hinweis darauf, dass sich die kurzfristige Dynamik zuletzt leicht stabilisiert hat.

Die Herabstufung durch die Deutsche Bank von „Buy“ auf „Hold“ vor rund zwei Wochen, begründet mit einer langsameren Normalisierung des Wachstums bei den Evergreen-Fonds, wirkt weiterhin nach.

Seither hat sich der Kurs kaum bewegt. Hinzu kommen ungelöste Streitpunkte: Partners Group wies Vorwürfe des Short-Sellers Grizzly Research zurück, wonach die Bewertungen der Evergreen-Fonds zu hoch angesetzt seien, und hatte im Juni Rücknahmen aus einem Private-Equity-Fonds begrenzt.

Blick auf die Halbjahreszahlen

Die operative Substanz aus dem Energiegeschäft und dem erfolgreichen Gong-cha-Exit dürfte Anleger vorerst mehr interessieren als einzelne Kursziel-Anpassungen. Entscheidend wird sein, ob sich das Wachstumstempo bei den Evergreen-Fonds tatsächlich stabilisiert.

Antworten darauf erwartet der Markt am 8. September, wenn Partners Group seinen Halbjahresbericht 2026 veröffentlicht. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen operativen Erfolgsmeldungen und struktureller Skepsis hin- und herpendeln.

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