Partners Group Aktie: 60 Millionen Franken Insiderkäufe
Partners Group reduziert Fondsgrößen angesichts von Rückforderungen. Das Management kauft trotz Kursverlusten eigene Aktien.

- Verkleinerung der Evergreen-Fonds geplant
- Manager kaufen Aktien für 60 Millionen Franken
- Aktie notiert nahe 52-Wochen-Tief
- Bilanzvorlage am 1. September erwartet
Starke Mittelabflüsse, schwache Kurse – bei Partners Group klaffen Anspruch und Realität derzeit auseinander. Die Aktie notiert nahe dem Jahrestief. Das Management reagiert nun mit einer Anpassung der Produktstrategie.
Fokus auf Liquiditätssteuerung
Verwaltungsratspräsident Steffen Meister plant eine Verkleinerung der sogenannten Evergreen-Fonds. Asiatische Investoren fordern verstärkt ihr Geld zurück. Daher passt das Unternehmen die Fondsgrößen an das aktuelle Marktumfeld an. Derzeit stecken rund 56 Milliarden US-Dollar in diesen Vehikeln. Das entspricht einem großen Teil des gesamten verwalteten Vermögens von 185 Milliarden US-Dollar.
Meister schließt eine grundsätzliche Strategieänderung aus. Die operativen Anpassungen sollen lediglich die Volumina steuern. Damit reagiert der Chairman auf die jüngste Verunsicherung am Markt. Konkurrenten wie Ares Management kämpfen bereits mit Liquiditätsengpässen. Die Folge: Investoren meiden weltweit private Kredit- und Equity-Strukturen.
Insiderkäufe gegen den Trend
An der Börse hinterlässt die Nervosität tiefe Spuren. Die Aktie notiert bei 708,00 Euro und hat seit Jahresbeginn gut 35 Prozent an Wert verloren. Erst gestern markierte das Papier ein neues 52-Wochen-Tief bei exakt 700,00 Euro.
Die Führungsebene nutzt diesen Kursverfall. Seit Anfang Juni haben Manager und Verwaltungsräte eigene Aktien im Wert von über 60 Millionen Schweizer Franken gekauft. Sie finanzieren diese Käufe aus privaten Mitteln. Das sendet ein klares Signal an den Markt. Die aktuelle Marktkapitalisierung spiegelt aus Sicht der Führung das langfristige Potenzial nicht wider.
Technisch ist die Aktie stark überverkauft. Der Relative-Stärke-Index fällt auf einen Wert von 23,1. Parallel dazu bleibt die Schwankungsbreite der Papiere mit knapp 53 Prozent extrem hoch.
Operativ richten sich die Blicke nun auf den Spätsommer. Am 1. September präsentiert Partners Group die Bilanz für das abgelaufene Quartal. Analysten erwarten für das Gesamtjahr einen Gewinn von 45,75 Schweizer Franken je Aktie. Die geschätzte Dividende liegt bei 46,90 Schweizer Franken. Diese Zahlen müssen belegen, dass die proaktive Volumensteuerung des Managements greift.
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