Partners Group Aktie: 8,2 Millionen Franken Insiderkauf am Freitag
Nach massivem Kurseinbruch kauft das Management eigene Aktien und verspricht mehr Offenheit. Die Jahresziele bleiben bestehen.

- Management kauft Aktien im Millionenwert
- Shortseller-Vorwürfe werden zurückgewiesen
- Jahresprognose trotz Turbulenzen bestätigt
- Mittelabflüsse aus Evergreen-Fonds erwartet
Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Partners Group klaffen Realität und Stimmung derzeit weit auseinander. Nach einem massiven Kurseinbruch tritt Mitgründer Fredy Gantner nun die Flucht nach vorn an. Er verspricht Anlegern mehr Transparenz. Parallel dazu sendet das Management mit Insiderkäufen ein deutliches Signal an den Markt.
Shortseller-Attacke und Mittelabflüsse
Im April 2026 nahm der US-Shortseller Grizzly Research das Schweizer Unternehmen ins Visier. Der Vorwurf lautet, die Evergreen-Fonds seien falsch bewertet. Bis zu 40 Prozent der Investitionen könnten laut Grizzly erheblich abweichen. Partners Group weist dies vehement zurück. Das Unternehmen spricht von unbegründeten Anschuldigungen und leitet rechtliche Schritte ein. Gantner kündigt ein Strafverfahren an.
Hinzu kommt ein generelles Branchenproblem. Investoren ziehen weltweit Gelder aus Private-Equity-Fonds ab. Bei Partners Group betrifft dies drei Evergreen-Fonds mit einem Volumen von 9,7 Milliarden Dollar. Im zweiten Quartal erwartet das Management hier Rücknahmen von bis zu fünf Prozent. Die Schweizer Bank UBS springt dem Unternehmen indes zur Seite. Sie bezeichnet Partners Group öffentlich als geschätzten Partner.
Millionen für eigene Aktien
Um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, greift die Führungsetage tief in die eigene Tasche. Das Management kaufte zuletzt eigene Papiere für mehr als 20 Millionen Schweizer Franken. Allein am vergangenen Freitag flossen rund 8,2 Millionen Franken in die Aktie. Gantner selbst hält weiterhin ein großes Aktienpaket. Er stockte seine Position zuletzt ebenfalls auf.
Ein klares Signal. Gantner bezeichnet die heftige Marktreaktion als massive Überreaktion. Er räumt jedoch ein, dass die Kommunikation besser werden muss. Die anhaltende geopolitische Unsicherheit belaste das Geschäft spürbar.
Prognose bleibt intakt
Trotz der Turbulenzen hält CEO David Layton an den Jahreszielen fest. Das Bruttoneugeschäft soll 2026 zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar liegen. Im ersten Halbjahr dürften die Zuflüsse die Abflüsse übersteigen. Für das zweite Halbjahr kalkuliert das Management vorsorglich eine leichte Wachstumsbremse ein. Ende 2025 verwaltete der Konzern rund 185 Milliarden Dollar.
An der Börse hinterlässt die Gemengelage tiefe Spuren. Die Aktie schloss am Freitag bei 783,00 Euro. Auf Wochensicht verlor das Papier zweistellig. Seit Jahresbeginn brach der Kurs um über 28 Prozent ein.
Am 15. Juli 2026 veröffentlicht Partners Group die genauen Zahlen zu den verwalteten Vermögen. Diese Daten liefern den ersten harten Beweis für die Stabilität des Neugeschäfts. Der vollständige Halbjahresbericht folgt am 1. September. Spätestens dann müssen die neuen Liquiditätsregeln der Fonds ihre Wirkung belegen.
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