Partners Group Aktie: 9,8 Prozent Rücknahmeanträge gedeckelt
Partners Group kämpft mit erhöhten Rücknahmeanträgen, während Goldman Sachs die Welle unbeschadet meistert. Der Aktienkurs bleibt unter Druck.

- Goldman Sachs bewältigt Rücknahmewelle problemlos
- Partners Group kappt Rücknahmen auf fünf Prozent
- Mehrere Fonds des Zuger Konzerns betroffen
- Aktienkurs nahe 52-Wochen-Tief
Ein Fondsvergleich zeigt: Nicht jeder Private-Credit-Anbieter kämpft gleich stark mit der aktuellen Rücknahmewelle. Während Goldman Sachs seinen Kreditfonds fast unbeschadet durch das zweite Quartal steuert, muss Partners Group tatsächlich Anträge kürzen. Der Unterschied wirft ein Schlaglicht auf die Probleme des Zuger Konzerns.
Goldman meistert die Welle, Partners Group nicht
Der Goldman-Sachs-Fonds GS Credit meldete für das zweite Quartal 2026 Rücknahmeanträge von nur 3,24 Prozent der ausstehenden Anteile. Das liegt deutlich unter der branchenüblichen Kappungsgrenze von 5 Prozent. Der Fonds konnte deshalb sämtliche Anträge vollständig bedienen.
Zusätzlich flossen dem Fonds im Quartal rund 275 Millionen US-Dollar an neuem Kapital zu. Das entspricht etwa 3,0 Prozent des Nettoinventarwerts von 9,2 Milliarden US-Dollar zum 31. März 2026. Andere Wettbewerber wie Ares, Apollo und Morgan Stanley sahen bei ihren Private-Credit-Fonds dagegen Rücknahmeanträge zwischen 12 und 17 Prozent – die erhöhte Nachfrage nach Auszahlungen hielt bis ins zweite Quartal an.
Bei Partners Group liegt der Fall anders. Der Schweizer Konzern musste die Rücknahmen aus seinem 8,6 Milliarden US-Dollar schweren Global-Value-SICAV-Fonds auf 5 Prozent des Nettoinventarwerts pro Quartal deckeln. Grund: Die Rückzugsanträge waren im zweiten Quartal auf schätzungsweise 9,8 Prozent gestiegen – fast doppelt so viel wie die Kappungsgrenze erlaubt.
Problem zieht sich durch mehrere Fonds
Die Schwierigkeiten beschränken sich nicht auf ein einzelnes Vehikel. Ein Fonds mit Sitz in Delaware verzeichnete Rückzugsanträge von rund 6 Prozent des Nettoinventarwerts. Drei weitere Evergreen-Fonds mit zusammen etwa 9,7 Milliarden US-Dollar kamen auf Rücknahmeraten zwischen 3,5 und 5 Prozent.
Insgesamt verwaltet die Evergreen-Plattform von Partners Group rund 56 Milliarden US-Dollar. Das entspricht knapp einem Drittel des gesamten verwalteten Vermögens des Konzerns. Das Management betont trotzdem, keine zusätzlichen Beschränkungen einführen zu wollen – die dokumentierten Liquiditätsmechanismen sollen bei keinem Fonds geändert werden. Alle genannten Vehikel bleiben zudem für neue Zeichnungen offen und investieren weiter.
Aktie nahe am Jahrestief
Der Aktienkurs spiegelt die angespannte Lage wider. Am Montag notiert die Aktie bei 739,20 Euro, ein Minus von 0,83 Prozent auf Tagessicht. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 32,31 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar 35,10 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.213,50 Euro vom 8. August 2025 trennen die Aktie mittlerweile 39,09 Prozent. Zum erst am 26. Juni markierten 52-Wochen-Tief von 686,80 Euro sind es dagegen nur noch 7,63 Prozent. Der Kurs notiert 11,19 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und 25,05 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen für den anhaltenden Abwärtstrend.
Der RSI von 42,7 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation an. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 52,43 Prozent bleibt jedoch hoch. Kein Wunder, dass Anleger nervös bleiben.
Am 15. Juli veröffentlicht Partners Group die verwalteten Vermögen zum Stichtag 30. Juni. Der Bericht dürfte zeigen, ob institutionelle Zuflüsse den Rückgang aus der Evergreen-Plattform ausgleichen können.
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