Partners Group Aktie: 9,8% Rücknahmeanträge lösen Gating aus

Ein Fonds stoppt Rücknahmen, während Insider kräftig Aktien kaufen. Der Kurs fällt dennoch auf ein neues 52-Wochen-Tief.

Die Kernpunkte:
  • Rücknahmestopp bei Milliarden-Fonds
  • Goldman Sachs senkt Kursziel deutlich
  • Gründer kaufen Aktien für Millionen
  • Aktie erreicht neues Jahrestief

Ein Fonds mit 8,6 Milliarden Dollar Volumen stoppt Rücknahmen. Gründer kaufen für Millionen nach. Und die Aktie fällt trotzdem weiter. Bei Partners Group läuft gerade einiges schief.

Gating-Mechanismus löst Vertrauenskrise aus

Im zweiten Quartal beantragten Anleger des „Global Value SICAV“-Fonds Rücknahmen in Höhe von rund 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts. Das ist fast doppelt so viel wie die festgelegte Schwelle von 5 Prozent. Daraufhin griff automatisch ein sogenannter Gating-Mechanismus — er deckelt Auszahlungen, um das Portfolio zu stabilisieren.

Das Signal ist eindeutig: Anleger wollen raus. Besonders wohlhabende Privatkunden, die rund ein Fünftel der Evergreen-Plattform ausmachen, ziehen Kapital ab. Marktbeobachter sehen darin einen Übergreifeffekt von den Private-Credit-Märkten auf den Private-Equity-Bereich.

Goldman Sachs kürzt Kursziel

Am Montag senkte Goldman Sachs das Kursziel von 960 auf 860 Schweizer Franken. Die Einstufung bleibt „Neutral“. Analysten verwiesen auf die hohen Rücknahmeanträge und eine schwächere Performance im Vergleich zu Wettbewerbern.

Gegenüber dem aktuellen Kurs von 716,20 Euro impliziert selbst das gesenkte Kursziel noch deutlich Aufwärtspotenzial. Doch der Markt glaubt dem nicht. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 34 Prozent verloren. Das neue 52-Wochen-Tief liegt bei 714,80 Euro — knapp unter dem aktuellen Niveau.

Insider kaufen, der Kurs fällt

Gründer Fredy Gantner und weitere Insider haben allein im Juni Aktien für rund 31 Millionen Franken erworben. Seit Februar summieren sich diese Käufe auf fast 60 Millionen Franken. Den Abwärtstrend stoppen konnten sie nicht.

Technisch ist die Lage angespannt. Der RSI liegt bei 24,1 — ein Wert, der auf eine stark überverkaufte Situation hindeutet. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt rund 19 Prozent. Die annualisierte Volatilität liegt bei 53 Prozent.

Am 15. Juli legt Partners Group Halbjahreszahlen vor. Das Management hält bisher an seinem Ziel fest: 26 bis 32 Milliarden Dollar Brutto-Neukundennachfrage für das Gesamtjahr 2026. Ob diese Zahlen das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen, wird sich an diesem Tag zeigen — und daran, wie sich die Rücknahmeanträge im dritten Quartal entwickeln.

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