Partners Group Aktie: AuM-Zahlen am 15. Juli

Nach einem Rekord-Einbruch von 17 Prozent kämpft Partners Group um das Vertrauen der Anleger. Entscheidende AuM-Zahlen werden am 15. Juli erwartet.

Die Kernpunkte:
  • Evergreen-Fonds begrenzt Rücknahmen auf 5 Prozent
  • Analysten senken Kursziele, Insider kaufen zu
  • Dividendenrendite erreicht Rekordniveau von 6,56 Prozent
  • Schlüsseltermin am 15. Juli für AuM-Zahlen

Ein 17-Prozent-Einbruch an einem Tag. Dann noch einmal 30 Prozent Kursverlust im Jahresverlauf. Partners Group kämpft mit einer Vertrauenskrise — und der entscheidende Datenpunkt kommt am 15. Juli.

Evergreen-Fonds als Auslöser

Anfang Juni begrenzte Partners Group Investorenrücknahmen aus seinem 8,6-Milliarden-Dollar-Evergreen-Fonds auf 5 Prozent. Der Grund: Rücknahmeanträge waren auf geschätzte 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts gestiegen. Die Reaktion am Markt war brutal. Die Aktie brach um einen Rekordwert von 17 Prozent ein und zog andere Sektorwerte mit.

Hinter dem Rücknahmedruck stecken vor allem Privatvermögenskunden. Sie machen rund 20 Prozent der verwalteten Vermögen aus und reagieren auf Marktvolatilität deutlich schärfer als institutionelle Investoren. Das Unternehmen warnte, die Evergreen-Plattform werde das Netto-AuM-Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2026 um ein bis zwei Prozentpunkte bremsen — mit ähnlicher Belastung für 2027.

Partners Group wies öffentlich Gerüchte zurück, wonach es die Zugänge zu Evergreen-Fonds einfrieren wolle. Rücknahmen seien handhabbar. Ob das reicht, um das Vertrauen zurückzugewinnen, bleibt offen.

Analysten kürzen, Insider kaufen

Das Analystenbild ist gespalten. Die Kursziele purzelten in der vergangenen Woche kräftig: Octavian senkte auf 1.175 von 1.375 Franken, behält aber die Kaufempfehlung. Die Bank of America kürzte auf 850 von 1.150 Franken. Jefferies reduzierte auf 760 von 1.130 Franken — beide mit Halten-Rating. Oddo BHF stufte gleich von Kauf auf Halten zurück. EPS-Prognosen für 2026 und 2027 sanken je nach Haus um 10 bis 22 Prozent. Das durchschnittliche Kursziel liegt laut cash.ch nun bei 957 Franken — rund 300 Franken über dem aktuellen Niveau. Neun Kaufempfehlungen stehen sieben Halten-Ratings und einer Verkaufsempfehlung gegenüber.

Parallel dazu kauften Insider. Allein in einer Woche erfolgten sechs teils millionenschwere Käufe im Gesamtbetrag von über 5,29 Millionen Franken. Mitgründer Fredy Gantner war darunter. Er betonte, Partners Group habe ein Rekordjahr hinter sich und handle an einer rund 7-prozentigen Dividendenrendite.

Dividendenrendite auf Rekordniveau

Die hohe Rendite ist das direkte Spiegelbild des Kursverfalls. Für das Geschäftsjahr 2024 schüttete Partners Group 46,00 CHF je Aktie aus. Schätzungen von FactSet weisen für 2026 eine projizierte Dividendenrendite von rund 6,56 Prozent aus — die höchste im Swiss Large & Mid Cap Index. Das Unternehmen zahlt seit 20 Jahren eine Dividende und hat sie in 17 aufeinanderfolgenden Jahren erhöht.

Der Schlusskurs von 735,00 Euro am Freitag liegt nur 0,49 Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 32,69 Prozent verloren. Der RSI notiert bei 26,4 — klar im überverkauften Bereich.

An seiner operativen Guidance hält das Unternehmen fest. Für 2026 erwartet Partners Group Brutto-Neugeldzuflüsse zwischen 26 und 32 Milliarden Dollar. Am 15. Juli legt das Unternehmen AuM-Zahlen per 30. Juni vor. Dann zeigt sich erstmals konkret, wie stark die Evergreen-Abflüsse die Vermögensbasis tatsächlich getroffen haben — und ob die Dividendenrendite als Stabilisator trägt oder nur eine Kursfalle ist.

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