Partners Group Aktie: AVK und Aroma-Zone im Fokus

Partners Group übernimmt AVK Power Solutions und verhandelt über Aroma-Zone. Trotz Kursverlusten bleibt das Investitionstempo hoch.

Die Kernpunkte:
  • Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions
  • Exklusive Verhandlungen über Aroma-Zone
  • Infrastrukturfonds erreicht 15 Milliarden Dollar
  • Aktie erholt sich nach jüngstem Einbruch

Partners Group meldet binnen eines Tages zwei neue Transaktionen und untermauert damit den Eindruck, dass der Zuger Vermögensverwalter sein Investitionstempo trotz eines schwierigen Börsenjahres nicht drosselt. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung am britischen Datacenter-Stromlösungsanbieter AVK Power Solutions erwirbt und zugleich in exklusive Verhandlungen über die Übernahme der französischen Naturkosmetikmarke Aroma-Zone eingetreten ist.

AVK Power Solutions und Aroma-Zone als jüngste Bausteine

Bei AVK plant Partners Group, zunächst mehr als eine Milliarde US-Dollar an Eigenkapital einzubringen, ergänzt durch Fremdfinanzierung, um das Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen. Das bestehende Management von AVK bleibt mit einer Minderheitsbeteiligung an Bord. Finanziert wird der Einstieg über das vierte direkte Infrastrukturprogramm der Gesellschaft, das kürzlich einen Final Close von mehr als 15 Milliarden US-Dollar erreicht hat.

Parallel dazu verhandelt Partners Group exklusiv mit dem französischen Beteiligungsunternehmen Eurazeo über die Übernahme von Aroma-Zone. Eurazeo soll nach Angaben des Fachmediums WWD Bruttoerlöse von rund 576 Millionen Euro aus der Transaktion erzielen und dabei eine bedeutende Minderheitsbeteiligung an der Marke behalten. Aroma-Zone hat seinen Umsatz seit 2021 verdreifacht und die Kundenbasis auf mehr als fünf Millionen erweitert. Partners Group kennt das Unternehmen bereits gut: Seit 2021 ist die Gesellschaft dort als Kreditgeber engagiert.

Fortschritte im Portfolio und bei den Fondsvolumen

Auch im bestehenden Portfolio zeigt Partners Group Fortschritte. Bei der Portfoliogesellschaft Foundation Risk Partners, einem US-Versicherungsmakler, sorgte ein KI-Transformationsprogramm für eine Steigerung der EBITDA-Marge um 120 Basispunkte, was einem finanziellen Effekt von zehn Millionen US-Dollar entspricht. Umgesetzt wurde das Programm gemeinsam mit Version 1, einem britischen Digitalisierungsspezialisten, der ebenfalls zum Portfolio von Partners Group gehört und beide Unternehmen bereits 2022 erworben wurden.

Am 23. Juli schloss Partners Group zudem ein Infrastruktur-Sekundärprogramm mit einem Volumen von mehr als 5,5 Milliarden US-Dollar ab. Auch die Royalty-Strategie der Gesellschaft wächst kräftig: Das verwaltete Vermögen legte binnen sechs Monaten um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar zu, wie am 17. Juli bekannt wurde. Die erst Anfang 2024 gestartete Strategie zählt inzwischen 53 Investitionen, acht davon kamen allein im laufenden Jahr hinzu – darunter eine Finanzierung, die über die Verwertungsrechte der TV-Serie „South Park“ abgesichert ist.

Kursreaktion und Blick auf die Halbjahreszahlen

Die operative Dynamik steht in einem gewissen Kontrast zur Kursentwicklung der vergangenen Monate. Mitte Juli hatte Partners Group ein Geschäftsupdate vorgelegt, das gemischt ausfiel: Die Kapitalzusagen von Kunden lagen im ersten Halbjahr mit 16,0 Milliarden US-Dollar über den Erwartungen von 14,0 Milliarden, während das verwaltete Vermögen von 186 Milliarden Dollar in etwa den Konsensschätzungen entsprach. Wegen geringerer Veräusserungsaktivität und schwächerer Portfolioperformance bei reiferen Evergreen-Strategien dürfte der Anteil der Performanceerträge im ersten Halbjahr unter 20 Prozent der Gesamteinnahmen liegen – deutlich unter dem mittel- bis langfristigen Zielkorridor von 25 bis 40 Prozent. Am 16. Juli brach die Aktie um 7 Prozent ein, bevor sie sich am Mittag bei rund 680 Franken stabilisierte. CEO David Layton kündigte an, der Verwaltungsrat werde bei seiner nächsten Sitzung über das Verhältnis von Aktienrückkäufen zu Dividenden debattieren.

Am Kapitalmarkt hat sich das Bild seither etwas aufgehellt. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 788,60 Euro, nach einem Plus von 2,28 Prozent an diesem Tag. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Anstieg von 9,01 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn bleibt die Aktie mit einem Minus von 25,67 Prozent aber deutlich im roten Bereich, und der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro beträgt weiterhin 36,40 Prozent. Die vollständigen Halbjahresergebnisse will Partners Group am 1. September veröffentlichen – dann dürfte sich zeigen, ob die jüngste Dealserie auch die Ertragsseite spürbar stützt.

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