Partners Group Aktie: Evergreen-Desaster?
Das neue Kreditangebot richtet sich an institutionelle und private Anleger; die Aktie liegt seit Jahresbeginn 41 Prozent im Minus.

- Neue Strategie für globale Privatmarktkredite
- Evergreen-Vehikel für zwei Anlegergruppen
- UBS und Jefferies senken Kursziele
- Aktie 0,9 Prozent über Jahrestief
Die Partners Group erweitert ihr Angebot im Segment der Privatmarktanlagen trotz eines schwierigen Marktumfelds. Der Schweizer Vermögensverwalter lancierte heute eine globale Multi-Sektor-Private-Credit-Income-Strategie. Das neue Produkt ist als offenes Evergreen-Vehikel konzipiert und richtet sich gleichermaßen an institutionelle Investoren und private Anleger.
Das Anlageziel der neuen Kreditstrategie liegt im Bereich von „high single to low double-digit returns“. Diese Renditen sollen nach Unternehmensangaben vor allem aus laufenden Erträgen erwirtschaftet werden. Mit der Struktur reagiert Partners Group auf den anhaltenden Bedarf an flexiblen Anlageformen für Privatmarktkredite, setzt dabei jedoch erneut auf ein Evergreen-Format.
Evergreen-Fonds im Zentrum der Marktdiskussion
Der Vorstoß fällt in eine anspruchsvolle Phase für den Schweizer Asset Manager. Medienberichten zufolge lasteten zuletzt anhaltende Rücknahmeanträge bei bestehenden Evergreen-Vehikeln und damit verbundene Liquiditätsfragen auf der Stimmung der Anleger. Auch Reuters berichtete über hohe Rücknahmeanträge in einzelnen Private-Markets-Fonds, die die Gesellschaft belasten.
Zusätzliche Aufmerksamkeit zog die von der Gesellschaft verwaltete Partners Group Private Equity Limited auf sich. Nachdem dort ein ursprünglicher Restrukturierungsplan keine Mehrheit gefunden hatte, stimmten die Aktionäre der britischen Investmentgesellschaft am Mittwoch mit 99,89 Prozent der Stimmen für eine geordnete Abwicklung des gesamten Anlageportfolios.
Vor gut einer Woche kündigte Partners Group zudem an, den Private-Equity-Evergreen-Fonds Global Value SICAV in einen Umbrella-Fonds mit zwei Teilportfolios umwandeln zu wollen, um getrennte Schwerpunkte für langfristiges Wachstum und laufende Ausschüttungen zu setzen.
Analysten reagierten mit Kurszielsenkungen
Die jüngsten Entwicklungen spiegeln sich in den Urteilen der Analysehäuser wider. UBS-Analyst Mate Nemes senkte am 28. September das Zwölf-Monats-Kursziel für die Aktie von 705 auf 670 CHF. Als Belastungsfaktoren führte er Verzögerungen bei Verkäufen aus dem Portfolio, vorsichtigere Annahmen für die Renditeentwicklung sowie höhere Absicherungskosten gegen Währungsschwankungen an.
Jefferies reduzierte das Kursziel vor gut einer Woche von 710 auf 605 CHF bei unveränderter Einstufung mit „Hold“. Als Begründung hieß es, dass Verzögerungen bei der Erholung der verwalteten Vermögen durch Probleme im Segment der Evergreen-Fonds entstehen dürften.
An der Börse hinterlässt die Gemengelage deutliche Spuren im Chartbild. Am gestrigen Donnerstag ging das Papier bei 628,80 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust der Aktie auf 41 Prozent.
Mit der jüngsten Schwäche notiert der Titel mit einem Abstand von nur noch 0,9 Prozent knapp über seinem 52-Wochen-Tief. Ob der Ausbau des Kreditangebots das Vertrauen der Investoren stabilisieren kann, muss sich in den kommenden Monaten zeigen.
Stand heute, 9. Oktober: Partners Group – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Partners Group investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 9. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




