Partners Group Aktie: Evergreen-Fonds im Würgegriff!

Sinkende Performance Fees und begrenzte Fondsrücknahmen drücken auf Wachstum und Ertragsaussichten; Partners Group prüft zugleich neue Beteiligungen.

Die Kernpunkte:
  • Vontobel senkt Kursziel auf 860 CHF
  • Performance Fees fallen um 39 Prozent
  • Aroma-Zone-Übernahme noch in Verhandlung
  • AVK-Mehrheitsübernahme vertraglich vereinbart

Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Partners Group steht vor spürbaren strukturellen Herausforderungen. Neben einer allgemeinen Abkühlung bei den erfolgsabhängigen Einnahmen belasten vor allem Liquiditätsfragen bei offenen Anlagevehikeln die mittel- und langfristigen Perspektiven des Privatmarktspezialisten.

An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage deutlich wider: Mit einem aktuellen Kurs von 653,20 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Minus von 38 Prozent.

Evergreen-Fonds und Margendruck im Fokus

Im Zentrum der Marktsorgen stehen die sogenannten Evergreen-Fonds der Gesellschaft. Vontobel-Analyst Andreas Venditti senkte am 10. September das Kursziel für Partners Group von 940 auf 860 CHF. Als wesentlichen Belastungsfaktor führt der Experte anhaltende Probleme bei reifen Evergreen-Gefäßen an. Bei diesen offenen Fondsstrukturen rechnet er mit Rücknahmebeschränkungen auf fünf Prozent pro Quartal bis etwa zum Jahr 2028.

Diese Begrenzungen schränken die Kapitalflüsse ein und dämpfen die künftige Dynamik. Für das Wachstum der verwalteten Vermögen prognostiziert Venditti Raten von vier Prozent im Jahr 2027, acht Prozent für 2028 sowie zehn Prozent für 2029, nachdem 2026 lediglich zwei Prozent erwartet werden. Infolgedessen reduzierte der Analyst seine Schätzungen sowohl für die Gebührenmarge als auch für die Performance-Erträge.

Die Skepsis trifft auf ein ohnehin abgekühltes operatives Umfeld. In den Halbjahreszahlen vor gut drei Wochen verbuchte der Konzern einen Ertragsrückgang um sieben Prozent auf 1,12 Milliarden CHF.

Besonders die Performance Fees brachen im Vorjahresvergleich um 39 Prozent ein und machten nur noch 19 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Vor diesem Hintergrund passte das Management seine Zielspanne für diese Ertragskomponente für das Gesamtjahr auf 20 bis 25 Prozent an.

Selektiver Zukaufkurs bei Neuinvestitionen

Um das künftige Portfoliowachstum anzukurbeln, setzt das Unternehmen parallel auf gezielte Übernahmen in ausgewählten Wachstumssegmenten. Am 6. August trat der Vermögensverwalter in exklusive Verhandlungen über den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der französischen Naturkosmetikmarke Aroma-Zone ein.

Der bisherige Eigentümer Eurazeo soll Medienberichten zufolge eine Minderheitsbeteiligung behalten, während der geschätzte Unternehmenswert bei rund zwei Milliarden Euro liegt.

Am selben Tag schloss Partners Group zudem eine Vereinbarung zur Mehrheitsübernahme von AVK Power Solutions ab. Das europäische Unternehmen bietet Stromversorgungslösungen für Rechenzentren an. Für diesen Ausbau im Infrastrukturbereich plant Partners Group eine Eigenkapitalinvestition von mehr als einer Milliarde US-Dollar, ergänzt durch Fremdfinanzierung.

Bilanzielle Entlastungsschritte und Kurslage

Auf der Portfolioseite sucht das Management zugleich nach Wegen, gebundenes Kapital freizusetzen. Vor gut einer Woche wurde bekannt, dass der Konzern die Übertragung von Private-Credit-Darlehen im Umfang von rund 800 Millionen Euro in ein Fortführungs-Vehikel erwägt. Solche Transaktionen ermöglichen es, reife Kreditengagements auszulagern, Liquidität für bestehende Investoren zu schaffen und gleichzeitig Verwaltungsgebühren zu sichern.

An den Finanzmärkten bleibt das Vertrauen jedoch vorerst fragil. Mit einem Tagesverlust von 1,5 Prozent notiert der Titel weiterhin in der Nähe seines Tiefststands der vergangenen zwölf Monate. Solange die Einschränkungen bei den Evergreen-Strukturen anhalten und die Transaktionsmärkte das Realisieren von Gewinnen erschweren, dürften kurzfristige Impulse begrenzt bleiben.

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