Partners Group Aktie: Grizzly Research wirft 40% Bewertungsfehler vor
Partners Group-Mitgründer Fredy Gantner kündigt Strafverfahren gegen US-Shortseller an und hält an Jahreszielen fest.

- Gantner wirft Shortseller gezielten Angriff vor
- Management kauft Aktien im Millionenwert
- Evergreen-Fonds unter Druck durch Geldabflüsse
- Unternehmensziele für 2026 bleiben unverändert
Fredy Gantner hat die vergangene Woche rund eine Milliarde Franken verloren – auf dem Papier. Der Mitgründer von Partners Group zeigt sich dennoch kämpferisch. Er wirft einem US-Shortseller einen gezielten Angriff vor und kündigt Strafverfahren an.
Die Aktie schloss am Freitag bei 783,00 Euro. Das waren 0,57 Prozent mehr als am Vortag. Auf Wochensicht summiert sich das Minus aber auf 13,50 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Titel 28,30 Prozent im Minus.
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Shortseller-Vorwürfe und juristische Schritte
Der US-Shortseller Grizzly Research hatte am 29. April 2026 einen Bericht zu Partners Group veröffentlicht. Grizzly behauptet, die Evergreen-Fonds des Unternehmens seien falsch bewertet – bis zu 40 Prozent der Investitionen könnten erheblich danebenliegen. Ein konsultierter Professor sprach sogar von einer „schlimmer als Wirecard“-Situation.
Partners Group wies die Vorwürfe als „leichtfertig, verleumderisch und höchst irreführend“ zurück. Das Unternehmen prüft rechtliche Schritte, unter anderem Anzeigen wegen möglicher Marktmanipulation. Gantner selbst äußerte sich nun erstmals öffentlich im „Tages-Anzeiger“ zu dem Fall.
Er halte weiterhin ein großes Aktienpaket und habe zuletzt sogar zusätzliche Aktien gekauft, so Gantner. Am Freitagabend wurden Management-Käufe im Umfang von über 20 Millionen Franken bekannt.
Evergreen-Fonds als zweite Baustelle
Der Shortseller-Streit kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der betroffene Evergreen-Fonds verwaltet rund 8,6 Milliarden Dollar. Bereits am vergangenen Mittwoch war der Kurs zeitweise um mehr als 16 Prozent eingebrochen, nachdem Partners Group bei mehreren offenen Fonds wegen Geldabflüssen weitere Rücknahmen begrenzt hatte.
Für das erste Halbjahr 2026 erwartet das Unternehmen, dass die Neugelder die Abflüsse übersteigen. Im zweiten Halbjahr könnte das Wachstum des verwalteten Vermögens durch die Evergreen-Fonds um ein bis zwei Prozent gedämpft werden. Einen ähnlichen Effekt erwartet das Management für 2027.
Unternehmensziele bleiben bestehen
Trotz der Turbulenzen hält Partners Group an den Jahreszielen fest. Das Unternehmen erwartet weiterhin Bruttoneugeldzuflüsse von 26 bis 32 Milliarden Dollar für 2026. Gantner verwies auf ein Rekordjahr und eine Dividendenrendite von rund sieben Prozent.
Technisch ist die Aktie angeschlagen. Der RSI liegt bei 27,7 Punkten – das signalisiert überverkaufte Bedingungen. Das 52-Wochen-Hoch von 1.213,50 Euro liegt 35,48 Prozent über dem aktuellen Kurs. Das Tief von 733,00 Euro wurde erst am 3. Juni markiert. Der Abstand dorthin beträgt 6,82 Prozent.
In der kommenden Woche steht die EZB-Sitzung vom 11. Juni an. Höhere Zinsen würden Diskontierungssätze steigen lassen – das könnte Bewertungen in Private Equity und Private Credit zusätzlich belasten. Für Partners Group käme das zur Unzeit.
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