Partners Group Aktie: Guidance für Performance-Erträge gesenkt
Partners Group meldet für das erste Halbjahr weniger Ertrag und Gewinn, senkt die Performance-Fee-Prognose und plant einen CEO-Wechsel.

- Ertrag im Halbjahr um sieben Prozent gesunken
- Performance Fees um 39 Prozent gefallen
- Fundraising erreicht 16 Milliarden US-Dollar
- CEO-Wechsel zum Jahresbeginn 2027 angekündigt
Partners Group hat am 1. September Zahlen vorgelegt, die den Kurs unter Druck bringen: Der Ertrag sank im ersten Halbjahr 2026 um 7 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken, die Performance Fees brachen um 39 Prozent auf 216 Millionen Franken ein.
Der Gewinn fiel um 13 Prozent auf 502 Millionen Franken. Damit bestätigt sich, was Investoren seit Monaten befürchtet hatten: Das Geschäft mit erfolgsabhängigen Gebühren lahmt, während die laufenden Kosten kaum sinken.
Der Kurs notiert aktuell bei 685,20 Euro und liegt damit nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 682,80 Euro, das erst am 11. September markiert wurde. Der RSI von 32,5 signalisiert eine deutlich überverkaufte Aktie – ein Hinweis darauf, wie stark der Ausverkauf der vergangenen Wochen bereits fortgeschritten ist.
Guidance nach unten korrigiert
Parallel zu den Zahlen senkte Partners Group die Guidance für den Anteil der Performance-Erträge am Gesamtertrag 2026 von zuvor 25 bis 40 Prozent auf nun 20 bis 25 Prozent.
Die Fundraising-Guidance von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen dagegen. Das ist bemerkenswert, denn beim Fundraising selbst lief es im ersten Halbjahr sogar außergewöhnlich gut: Mit 16 Milliarden US-Dollar erzielte Partners Group einen Rekordwert, ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die verwalteten Vermögen (AuM) wuchsen bis Ende Juni um 7 Prozent auf 186 Milliarden US-Dollar.
Das Unternehmen selbst verweist zudem auf einen strukturellen Belastungsfaktor: Die Evergreen-Plattform dürfte das Netto-AuM-Wachstum in der zweiten Jahreshälfte um 1 bis 2 Prozent des Gesamtvermögens bremsen, ein ähnlicher Effekt wird auch für 2027 erwartet.
CEO-Wechsel zum Jahreswechsel
Zusätzlich zur schwachen Ertragslage sorgt der angekündigte Führungswechsel für Unsicherheit. David Layton gibt sein Amt als CEO zum 1. Januar 2027 ab und wechselt zum Chief Investment Officer sowie Chairman des Global Investment Committee.
An seiner Stelle übernehmen Roberto Cagnati und Juri Jenkner als Co-CEOs die operative Führung. Ein Wechsel an der Spitze in einer Phase sinkender Erträge erhöht für Anleger die Unsicherheit über die künftige Strategie – auch wenn Layton dem Unternehmen in neuer Funktion erhalten bleibt.
Auf der Investitionsseite bleibt Partners Group derweil aktiv: Das Unternehmen verhandelt exklusiv über eine Mehrheitsbeteiligung an Aroma-Zone, laut Financial Times mit einem Unternehmenswert von rund 2 Milliarden Euro, und vereinbarte zudem die Übernahme einer Mehrheit an AVK Power Solutions, einem Anbieter von Stromversorgungslösungen für Rechenzentren in Europa, mit einer geplanten Investition von über 1 Milliarde US-Dollar.
Bewertung bereits stark eingepreist
Ein Blick zurück zeigt, wie sehr sich die Stimmung gegenüber der Aktie gedreht hat: Bereits im Juli hatte UBS ihre Einstufung von Buy auf Neutral gesenkt und das Kursziel von 1.175 auf 705 Franken gekappt.
Begründet wurde der Schritt mit negativem Gewinnmomentum und der Erwartung weiterer Gating-Maßnahmen bei reifen Evergreen-Fonds – ein Muster, das sich mit den nun vorgelegten Zahlen bestätigt hat. Neuere Analystenstimmen liegen seither nicht vor.
Für Anleger bleibt die Gemengelage schwierig: Robustes Fundraising und aktive Zukäufe stehen einem schrumpfenden Ertrag, einer gekappten Guidance und einem Führungswechsel gegenüber. Die Aktie hat diese Unsicherheit bereits deutlich eingepreist, wie der Abstand von 42 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 1.187,50 Euro zeigt.
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